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Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen – Teil 5

Quelle: Individual income tax return via Shutterstock

Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen – Teil 5

In der Reihe „Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen“ möchten wir uns die 10 meistverbreiteten Behauptungen bezüglich Kryptowährungen und deren Chancen und Risiken einmal genauer anschauen. Dabei werden wir uns täglich einen neuen Mythos vorknöpfen und diesen auf Richtigkeit prüfen.

Mythos 5: Die steuerliche Situation bei Kryptowährungen ist unklar

Wer sich dazu entschließt in Kryptowährungen zu investieren, der sollte sich im Vorfeld über ein paar Dinge Gedanken machen, die es zu beachten gilt. Eines dieser Dinge ist die steuerliche Situation, in die er sich durch sein Investment begibt. Zu schnell kann sich der ungeübte und uninformierte Investor ansonsten schnell in den roten Bereich der Strafbarkeit bewegen und etwaige Umsätze und Gewinne gar nicht oder nur unzureichend versteuern – ob wissentlich oder unwissentlich. Und auch beim Investieren gilt letztendlich die alte Binsenweisheit: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

So ist also grundlegend davon abzuraten, sich ohne Kenntnisse der anfallenden Besteuerung auf den Handel mit Kryptowährungen einzulassen. Problematisch wird es bloß, wenn die steuerliche Situation um einen bestimmten Investment-Case noch gar nicht eindeutig geklärt ist. In diesem Fall klingt es naheliegend, von einem solchen Investment abzusehen – so zumindest ein gängiges Argument, wenn es um die Ablehnung von Krypto-Investments aus steuerlichen Gründen geht.

Tatsächlich jedoch gibt es zumindest für Bitcoin eine steuerrechtliche Gesetzgebung, die entsprechend auch auf Kryptowährungen anwendbar ist, deren Funktionsweise der des Bitcoin nahekommt. So gibt es ein Gerichtsurteil des EuGH aus dem Jahr 2015, in dem verfügt wurde, dass die Umsätze mit Bitcoin unter die Steuerbefreiung für Devisen nach dem EU-Recht fallen. Daraus ergibt sich im Wesentlichen, dass Kryptowährungen in den meisten Fällen analog zu Fremdwährungen behandelt werden. Für Kryptowährungen, die nicht primär als Zahlungsmittel gedacht sind, sondern eine gewisse Funktion innerhalb eines Ökosystems haben, gilt dieser Grundsatz jedoch nicht, weshalb die steuerliche Situation tatsächlich nicht immer einwandfrei geklärt werden kann.

Ertragssteuerrechtlich sind Kryptowährungen als immaterielle Wirtschaftsgüter zu behandeln. Konkret hängen genaue Bewertungen der jeweiligen Kryptowährung von der Funktion ab, die sie in einer bestimmten Situation erfüllt. Private Veräußerungsgeschäfte, sogenannte Spekulationsgeschäfte, liegen vor, wenn die Kryptowährung – etwa gegen Euro oder US-Dollar – verkauft wird oder wenn sie als Zahlungsmittel verwendet wird. Dabei spielt auch der Anschaffungszeitpunkt eine Rolle: Kryptowährungen, die über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr gehalten wurden, werden komplett von Steuern befreit. Bei einem Veräußerungsgeschäft innerhalb der einjährigen Haltefrist besteht zudem eine Freigrenze von 600 Euro. Die Spekulationsfrist kann sich auf 10 Jahre erhöhen, wenn es sich um Wirtschaftsgüter handelt, aus deren Nutzung sich eine Einkunfstquelle ergibt, auch wenn damit nur in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden.  Beim Trade von Kryptowährungen gegen andere Kryptowährungen ist mit einer Versteuerung des Gewinns zu rechnen.

Der vorliegende Mythos kann also – zumindest was den Bitcoin angeht – entkräftet werden. Die steuerliche Situation des Bitcoin ist weitestgehend geklärt und für praktisch alle etwaigen Umstände ausdifferenziert. Bei der Situation der anderen Kryptowährungen kommt es auf Funktion und Anwendung an. Fungiert eine Kryptowährung, ähnlich wie der Bitcoin, als alternative Zahlungsmethode, ist von einer Anwendung des selben Rechts auszugehen. Nach wie vor gilt jedoch, sich gründlich mit den Feinheiten der Krypto-Besteuerung auseinanderzusetzen – Steuerrecht ist kompliziert und man sollte keine Risiken eingehen.

Wir wollen an dieser Stelle einen kleinen Einblick in die Steuerliche Situation rund um den Bitcoin und die anderen Kryptowährungen geben. Weder erheben wir einen Anspruch auf Vollständigkeit – Steuerrecht ist komplex – noch ersetzt dieser Artikel die eigene Auseinandersetzung mit der Thematik.

BTC-ECHO

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