Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen – Teil 4




In der Reihe „Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen“ möchten wir uns die 10 meistverbreiteten Behauptungen bezüglich Kryptowährungen und deren Chancen und Risiken einmal genauer anschauen. Dabei werden wir uns täglich einen neuen Mythos vorknöpfen und diesen auf Richtigkeit prüfen.

Mythos 4: Die Aufbewahrung von Kryptowährungen ist umständlich und riskant

Ein oft geäußertes Bedenken gegenüber dem Bitcoin und anderen digitalen Währungen ist, dass es sich dabei nicht um physisches Geld im herkömmlichen Sinne handelt – den Leuten fehlt das Gefühl, Geld in der Hand zu haben und es ausgeben zu können. Bargeld, das man in seiner eigenen Geldbörse aufbewahrt, gibt stattdessen die Sicherheit, Geld auch zu besitzen und darüber frei verfügen zu können.

Die Art der Aufbewahrung des Geldes spielt also für dessen Besitzer eine zentrale Rolle, insbesondere im Hinblick auf Verfügbarkeit und Sicherheit. Hier genau setzt die Kritik vieler potentieller Investoren an, denen genau diese Elemente an Kryptowährungen fehlt. Stattdessen seien die Aufbewahrungsmöglichkeiten von Kryptowährungen unübersichtlich, machen unnötige Mühen und seien zudem auch nicht besonders sicher.

Nun kann man diesen Argumenten, die ja in erster Linie aus der Sichtweise nicht-kryptoaffiner Menschen oder Einsteigern vorgetragen werden, nicht vollständig widersprechen. Auf jemanden, der sich zum ersten Mal mit der Thematik auseinandersetzt, können die verschiedenen Aufbewahrungsmöglichkeiten in virtuellen Geldbörsen (sogenannten Wallets) schnell derart verwirrend wirken. Man kann die Übersicht darüber verliert, wo man sein Geld nun aufbewahrt.

In jedem Falle ist es ratsam, seine erworbenen Kryptowährungen anschließend auf eine Wallet zu transferieren und diese nicht bei der Börse zu belassen. Nur so kommt man selbst in den Besitz seines Private Keys, der notwendig ist, um Zugriff auf die Kryptowährungen zu bekommen. Ein Private Key wird zu jeder neuen Adresse generiert. Dieser muss sehr sicher und geheim verwahrt werden, da sonst nicht-autorisierte Personen Zugriff auf die Coins in der Wallet bekommen können.

Bei der Wahl der Wallet oder der Wallets sollte beachtet werden, dass es verschiedene Arten der sicheren Aufbewahrung von Kryptowährungen gibt. Während eine Online-Wallet kostenfrei und – einen Internetzugang vorausgesetzt – von überall aus verfügbar ist, ergibt sich dort die Situation, dass die Keys von externen Unternehmen verwaltet werden und der Nutzer deren Sicherheit nicht selbst überprüfen kann. Desktop- und Mobile-Wallets lösen dieses Problem, sind jedoch sowohl räumlich als auch sicherheitstechnisch an die jeweiligen Geräte gebunden. Mobile-Wallets fungieren zudem nicht als vollwertiger Klient, da es das Volumen eines Mobiltelefons sprengen würde, die gesamte Blockchain zu laden.

Einer klassischen Geldbörse am ähnlichsten ist eine Hardware-Wallet, auf dem das digitale Geld separat und sicher gelagert wird. Der große Nachteil dieser Lösung gegenüber den anderen, räumlich gebundenen Wallets sind die hohen Anschaffungskosten von Hardware-Wallets. In der Regel gilt die Lagerung auf einem Offline-Gerät (Cold Storage) jedoch als sicherer im Vergleich zur Lagerung auf einem Gerät, das permanent oder temporär mit dem Internet verbunden ist (Hot Storage).

Im Grunde genommen ist die Aufbewahrung und das Wechseln zwischen verschiedenen Mitteln nicht umständlicher als der Umgang mit Bargeld. Um Geld von seinem Bankkonto in seine Geldbörse zu transferieren, ist es nötig, einen Geldautomaten aufzusuchen. Den Transfer von Geld von der Hardware Wallet auf sein Smartphone kann jeder persönlich und ortsungebunden vornehmen.

Über diesen Mythos kann daher – wie über so vieles anderes – gesagt werden: Sobald man das System einmal durchblickt hat, ist die alltägliche Herausforderung, vor der man steht, gleich weniger groß.

Wem der Informationsfluss dieses Artikels zu schnell ging, der ist gerne dazu eingeladen, die verschiedenen Möglichkeiten zur Aufbewahrung von digitalen Währungen en Detail in unserem Tutorium nachzulesen.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.

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