Deutsche Bank warnt vor Bitcoin: Das steckt dahinter

Quelle: Deutsche Bank Frankfurt via Shutterstock

Deutsche Bank warnt vor Bitcoin: Das steckt dahinter

Die Deutsche Bank hat gestern eine offizielle Warnung vor dem Bitcoin ausgesprochen, wohl stellvertretend für alle Kryptowährungen. Doch was verspricht sich die größte deutsche Investmentbank von ihrer Bitcoin-Kritik?

Ein Kommentar

Er sei „verblüfft, wie solche Dinge zu einem Hype werden können“, äußerte Ulrich Stephan, der Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. Ob seiner Verblüffung wundert es nicht, dass Stephan beteuert, den Bitcoin in der letzten Zeit intensiv beobachtet und sich eine fundierte Meinung gebildet zu haben. Umso überraschender wirkt hingegen seine daraus gezogene Schlussfolgerung: Die Deutschen Bank rate „von einem Engagement dringend ab.“

Hatte es in den letzten Wochen und Monaten von verschiedenen Seiten – sei es durch Staaten, Zentral- oder Investmentbanken – Bedenkensäußerungen gegeben, so verwundert diese eindeutige Absage an den Bitcoin und stellvertretend dafür auch an alle anderen Kryptowährungen in ihrer Heftigkeit schon ein wenig – zumal von einem Anlageberater einer international operierenden Investmentbank.

Als Hauptgrund für seine Vorbehalte wird die hohe Volatilität genannt, die sich in teils extremen und sprunghaften Kursschwankungen ausdrückt. Speziell im letzten Monat war der Bitcoin von Ausschlägen geprägt, unter anderem mit zweimaligem Erreichen eines neuen Allzeithochs. Ohne es auszusprechen impliziert Stephan damit die Sorge vor einer temporären Blasenbildung. Dabei wird jedoch die Tatsache ignoriert, dass der Bitcoin trotz Schwankungen in der Gesamttendenz eine klare Richtung nach oben aufzeigt. (Genaueres zum Mythos der Blasenbildung gibt es hier, eine Beleuchtung des Mythos der Volatilität folgt in der nächsten Woche.)

Was steckt nun also hinter dieser Warnung? Bei genauerer Betrachtung muss man feststellen, dass die gesamte Äußerung in sich nicht besonders schlüssig ist und nicht gerade Vertrauen aufbaut. Wenn ein Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden einer internationalen Großbank sich im November 2017 „verblüfft“ äußert über die nicht erst seit ein paar Monaten steil ansteigende Beliebtheit von Kryptowährungen, die er als „solche Dinge“ bezeichnet, lässt das zumindest Zweifel an der Sorgfalt aufkommen, mit der dieser die neue Anlageklasse langfristig beobachtet hat.

Der Fall erinnert ein wenig an die Bitcoin-Schelte durch den CEO von JPMorgan Chase Jamie Dimon, der die Kryptowährung im September als „Fraud“, also Betrug oder Schwindel, bezeichnet hatte. Dimon war für seine Aussage ins Kreuzfeuer der Kritik der Krypto-Szene geraten, ihm wurde mangelndes Verständnis für Kryptowährungen vorgeworfen. Besonders groß wurde die Kritik an Dimons Aussage, die einen kleinen Einbruch der Krypto-Preise zur Folge hatte, als anschließend bekannt wurde, dass JPMorgan selbst kurz darauf in Bitcoin investiert hatte – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Inzwischen hat sich die amerikanische Großbank sogar dazu bereit erklärt, ihren Kunden Spekulationen auf den Bitcoin in der Form von Future-Kontrakten zu ermöglichen.

Nun ist die amerikanische Situation nicht auf die deutsche übertragbar, allein weil die Deutsche Bank nicht den globalen Einfluss einer JP Morgan hat. Man kann sich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass es der Deutschen Bank an dieser Stelle auch darum geht, sich selbst vonseiten seiner Anleger ein wenig Zeit zu erbitten, bis man selbst in der Lage dazu ist, den Einstieg in das profitable Bitcoin- und Krypto-Geschäft begleitend mitgestalten zu können.

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