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Der Krypto-Markt 2019: Diese Rolle werden Bitcoin-Automaten und Security Token spielen

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Der Krypto-Markt 2019: Diese Rolle werden Bitcoin-Automaten und Security Token spielen

Die ICO-Blase vor genau einem Jahr hat die meisten Krypto-Investoren blind vor Gier werden lassen. Ende 2017 schien alles möglich am Krypto-Markt und das in kürzester Zeit. Gerade nicht institutionelle Investoren verfeuerten alles, was da war – nicht allzu selten auch die eisernen Reserven. Rechtzeitig abgesprungen ist hingegen kaum jemand. Den Crash haben die allermeisten am eigenen Leib erfahren müssen. Die Gretchenfrage für 2019 lautet nun: Ist das Tränental durchschritten?

Aus fundamentaler Sicht ist es deutlich klüger, jetzt in den Krypto-Markt zu investieren als noch vor einem Jahr. Die Erfolgsaussichten von Bitcoin sind nicht schlechter geworden, dennoch kostet ein Bitcoin nur noch rund ein Viertel des Vorjahrespreises. Ethereum bzw. Ether wurde 2018 massiv von den ICO-Unternehmen abverkauft. Verständlich: Mussten sie doch ihre Rechnungen in Euro oder US-Dollar bezahlen. Die Folge war, dass der Markt mit Ether überschwemmt wurde und die Talfahrt den Verkaufsdruck nur noch erhöht hat.

Gleichzeitig wurde den euphorischen Krypto-Investoren bewusst, dass mindestens 95 Prozent aller ICOs reine Luftbuden sind. Schlechte Projekte ohne Aussicht auf Erfolg. Selbst die wenigen guten Projekte mussten sich und ihren Investoren eingestehen, dass der Faktor Zeit vollkommen unterschätzt wurde. Mal eben stampft man kein benutzerfreundliches und dezentrales Token-Projekt aus dem Boden. Neben dieser Erkenntnis wirkten Börsenhacks, Hard Forks und regulatorische Interventionen wie Störfeuer auf das ohnehin angeschlagene Krypto-Ökosystem.

Wird im neuen Jahr alles anders?

Nein, aber besser. Die meiste heiße Luft ist inzwischen aus dem Markt gewichen. Schlechte Projekte, die noch nicht tot sind, werden 2019 endgültig ihr Ende finden. Was übrig bleibt, sind substanzielle Projekte, in die es sich lohnt, zu investieren. Immer mehr professionelle Investoren werden von den inzwischen wieder fairen Bewertungen der ICO-Start-ups angelockt. Die Bereitschaft, wieder Geld zu investieren, steigt. Gleichzeitig haben viele Projekte ihre Marketingkosten massiv zurückgestellt. Nach der Marketing-Überdosis aus 2017 und 2018 ist klar: Nur wer technologisch etwas zu bieten hat, wird überleben. Investoren reagieren inzwischen allergisch auf die Marketingkampagnen der letzten Monate. Jetzt kommen wieder die Entwickler und CTOs zu Wort.

Dieses Bild zeigt sich auch an den Stellenausschreibungen für Blockchain-Spezialisten. Hier hat es nie einen Crash gegeben. Immer mehr Unternehmen suchen Blockchain-Fachkräfte – egal, ob ICO-Start-up oder Dax-Konzern. Es drängt also nach wie vor viel Gehirnschmalz in das Blockchain-Ökosystem. Je mehr kluge Leute an der Blockchain-Technologie arbeiten, desto größer sind die Erfolgschancen zeitnah Projekterfolge zu sehen. Das Wissen über die Technologie ist innerhalb eines Jahres enorm angestiegen. Die Voraussetzungen sind 2019 also auch hier bessere als noch in 2018 – weniger Bullshit-Bingo, dafür mehr Klarheit.

Es locken neue Versprechungen

Neben einer Gesundung des bestehenden Ökosystems bringt das Jahr 2019 neue Versprechungen mit sich. So werden Security Token eine große Rolle einnehmen. Von den Wertpapier-Token erhofft man sich in Form von Security Token Offerings eine kleine neue ICO-Welle. Auch wenn diese ausbleiben wird, wird es klare Fortschritte in der Token-Finanzierung geben. Für Projekte, die lediglich an einer Token-Finanzierung und nicht an einem Token Use Case interessiert sind, ist der Security Token einem Utility Token vorzuziehen. Allerdings sind die regulatorischen Rahmenbedingungen für Security Token nicht gerade günstig. Es gibt keine zugelassene Börse für Security Token und vor dem Gesetz, zumindest in Deutschland, verbriefen Security Token nicht die angedachten Aktionärsrechte. Security Token werden 2019 also vor allem eine Baustelle sein, dafür aber eine sehr vielversprechende.

Aber auch bei den Utility Token selbst ist mit besseren und höheren Standards zu rechnen. So gibt es vielversprechende Projekte, die den Investorenschutz bei ICOs erhöhen möchten. So z. B. die Reversible Initial Coin Offerings (RICOs), die es Investoren via Smart Contract ermöglichen sollen, jederzeit an ihr Kapital zu gelangen.

Adaption in der Breite nimmt zu

Die Krypto-Adaption hat viele Gesichter. Das Einschleichen in unseren Alltag, in unser Finanzsystem und in die Art und Weise, wie wir Handel betreiben, verläuft bei der Krypto-Ökonomie alles andere als linear. So war 2018 eher ein Jahr der Stagnation, nachdem 2017 Kapazitäten aufgebaut und Projekte begonnen wurden. Dies zeigt sich besonders an den Krypto-Debit- bzw. Kreditkarten, die Anfang 2018 durch Aufkündigung eines zentralen Dienstleisters (Wavecrest) ein jähes Ende fanden. Nach einem Jahr Pause haben nun wichtige Krypto-Dienstleister, insbesondere Bitwala und TenX, Wege gefunden, dennoch Krypto-Karten anzubieten.

Neben Krypto-Karten könnten auch Bitcoin-ATMs endlich Realität werden. Was in anderen europäischen Ländern kein Problem ist, ist in Deutschland durch unklare Standards seitens der BaFin immer noch eine Grauzone. Auch bei Einhaltung regulatorischer Standards wie Know-Your-Customer-Richtlinien und Anti-Geldwäsche-Verordnungen rät die BaFin immer noch vom Aufstellen eben solcher Bitcoin-Automaten ab. Ein Zustand, der aufgrund seiner rechtlichen Angreifbarkeit, sicherlich nicht mehr ewig halten wird.

Für die Krypto-Kurse ist allerdings die Adaption im traditionellen Finanzmarkt wichtiger. Anstatt einer Revolution gibt es hier eine Evolution, bei der sich beide Lager annähern und verschmelzen. Dieser Trend wird 2019 noch massiv an Fahrt aufnehmen. Schließlich dauern Projekte, die beispielsweise von großen Finanzinstituten angestoßen werden, mehrere Monate. Folglich ist davon auszugehen, dass einige Vorhaben, die 2018 angefangen worden sind, 2019 fertiggestellt werden. So z. B. Krypto Trading Desks oder Verwahrlösungen von Investmenthäusern wie Goldman Sachs.

Der Krypto-Markt 2019: Summa Summarum

Der steinige Weg aus 2018 wird sich auch 2019 fortsetzen. Man wird sich von dem Gedanken verabschieden müssen, dass sich die Rallye von 2017 im kommenden Jahr wiederholt. Die meisten Probleme und Herausforderungen aus 2018 werden auch 2019 nicht vollständig gelöst werden. So negativ die Stimmung am Krypto-Markt in 2018 war, darf eines nicht vergessen werden: Die Kurse von Token sind nur ein kleiner Bestandteil der Krypto-Ökonomie und waren bislang kein guter Indikator für die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie. Stagnation am Krypto-Markt heißt noch lange nicht, dass auch die Technologie stagniert. 2019 wird es große Fortschritte geben, ob sich diese auch am Krypto-Markt widerspiegeln, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest ist es ist ein sehr gutes Zeichen, dass aktuell die Marktschreier-Stimmung versiegt. Wer das Prinzip des antizyklischen Investierens verstanden hat, weiß, was er jetzt zu tun hat.

BTC-ECHO

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