Das Meinungs-ECHO: Die EZB im Kreuzfeuer der Bitcoin-Propheten

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Das Meinungs-ECHO: Die EZB im Kreuzfeuer der Bitcoin-Propheten

Ein venezolanischer Professor erkennt die süßen Verlockungen von inflationssicherem Geld und die Krypto-Gemeinde unterstreicht mal wieder ihre zentralbankkritische Haltung. Unterdessen ist „Dr. Doom“ (nicht Roubini) plötzlich doch Team Bitcoin.

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An der Uni Caracas setzt man auf Krypto

Es ist ein alter Hut. Aber die Adaption von Bitcoin & Co. schreitet in Ländern mit dysfunktionalen Währungsregimen schneller voran als anderswo. Nun zeigt sich auch einer der profiliertesten Wirtschaftswissenschaftler des Landes überzeugt von den Verheißungen von Kryptowährungen.

Professor Aarón Olmos, seines Zeichens Ökonom an der Universität in Caracas und bekennender Krypto-Enthusiast, rechnet im Interview mit der inflationären Landeswährung, dem Bolivar, ab:

Wir befinden uns in einer komplizierten Situation, weil „gutes Geld“ – der US-Dollar oder Kryptowährungen – verfügbar ist. Die Menschen neigen aber dazu, es zu horten, daher zirkuliert es nicht. Auf der anderen Seite: Unser „schlechtes Geld“, der Bolivar, ist das, was das Gesetz vorschreibt.

Es ist die alte Leier vom gesetzlichen Zahlungsmittel, welches funktionierende Währungen aus dem Wettbewerb drängt. Wie gut, dass man Bitcoin kaum verbieten kann.

„Dr. Doom“ jetzt pro Bitcoin

Um Verwechslungen vorzugreifen, das Wichtigste vorweg: Es handelt sich nicht um Nouriel Roubini (der ist und bleibt ein unverbesserlicher Bitcoin-Skeptiker).

Die Rede ist von Marc Faber. Zwar hat sich der eidgenössische Investor einen gewissen Ruf als Kritiker des Zentralbanksystems erarbeitet, von Bitcoin und Konsorten wollte Faber bisher aber auch nichts wissen.

Nun scheint sich der Wind gedreht zu haben. Im Interview mit dem schweizerischen Magazin Cash gesteht der Börsenguru seinen ersten Bitcoin-Kauf. Aus einer charttechnischen Perspektive betrachtet sehe Bitcoin dieser Tage sogar gesünder aus, als während des Allzeithochs.

Krypto-Szene feuert gegen EZB

Apropos Zentralbanken. Einen regelrechten Shitstorm löste die EZB mit einem einfachen Tweet aus. Was eigentlich als Transparenzkampagne geplant war, ging gehörig nach hinten los. Denn unter dem Hashtag #AskECB durften Twitter-Nutzer die Europäische Zentralbank um Statements bitten.

Auf die Frage, wie denn die EZB an all das Geld gelange, mit dem sie ihre Anleihenkäufe (Quantitative Easing nennt sich das im Fachjargon) finanziert, antwortet Direktoriumsmitglied Peter Praet: „Als Zentralbank können wir Geld erschaffen, um Assets zu kaufen“.

Geld aus dem Nichts also, welch Frevel. Die Reaktion aus der zentralbankkritischen Krypto-Gemeinde ließ erwartungsgemäß nicht lange auf sich warten:

Bitcoin-Bulle Farbridge antwortet trocken mit „Kauft Bitcoin“.

Das Papier von EZB-Vorständin Katrin Assenmacher, in dem mögliche Strafzinsen auf Bargeld diskutiert werden, sorgt unterdessen auch nicht gerade für Vertrauen in die geldpolitischen Institutionen.

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