Darknet: Drei irische Bitcoin-Drogenhändler kurz vor dem Prozess

Max Kops

von Max Kops

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Kops

Dealer beim Drogenhandel

Quelle: © animaflora - Fotolia.com

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Das Deep Web war einmal ein Ort, an dem Anonymität quasi garantiert war, so heißt es oft. Damit hebelte man gleichzeitig viele Gesetze aus, weil Straftäter schlicht nicht nachverfolgbar waren. Allerdings gilt das Deep Web heute nicht mehr als rechtsfreier Raum, wie auch der aktuelle Fall beweist: Drei Iren, die jahrelang unentdeckt blieben, wurden nun des Drogenhandels im großen Stil bezichtigt. Eine Geschichte, die das Darknet schrieb:

Anonymität, Drogen, Auftragskiller, Sex und Medien aller Art: Das Darknet reizt immer mehr Nutzer, die sich in den versteckten Bereich des Internets begeben möchten. Sei es der reine Adrenalinkitzel, oder aber die wirkliche Nutzung der schier unbegrenzten Angebote, die im realen Leben verborgen bleiben: Die Anonymität der Menschen, die im Deep Web unterwegs sind, wird oft überschätzt.


In der Tat sind Aktionen von Nutzern über derartige Verbindungen nicht leicht nachzuverfolgen, dennoch kann ein kleiner Fehler schnell dazu führen, die Spur bis zur Heimadresse des Surfers offenzulegen.

Nun aber zum aktuellen Vorfall:
Zwar konnte man den drei Iren noch nicht rechtskräftig nachweisen, mit den kriminellen Aktionen in Verbindung zu stehen, man wirft ihnen aber vor, massenhaft Drogen im Darknet vertrieben zu haben. Das Trio soll ein System errichtet haben, das mithilfe von Kurieren dafür sorgte, die bestellten Drogen in ganz Nordirland zuzustellen.

Nutzer des Deep Webs sind mit Bitcoin Zahlungen nicht anonym

Bei der Razzia der Polizei konnten einige Drogen sichergestellt werden. In Summe besaßen die beschlagnahmten Gegenstände einen Wert von mehr als 100.000 Pfund. Von Januar 2014 bis August 2015 haben die Beschuldigten den organisierten Drogenhandel im Deepweb betrieben, heißt es weiter.

Interessant ist ebenfalls, dass die Täter nach aktuellem Kenntnisstand selbst im Darknet auf Einkaufstour gegangen sind, um die Drogen später weiterzuverkaufen. Das alles selbstverständlich mit Bitcoin, schließlich erwartet man volle Anonymität bei der Benutzung der digitalen Währung. In der Realität hingegen mag eine Bitcoin Transaktion als solche durchaus “anonym” sein, vergessen wird allerdings, dass zwischen dem normalen Internet und dem Deep Web gewisse Anknüpfungspunkte bestehen, über die es möglich ist, die reale Person nachzuverfolgen. So nützt es dem Kunden relativ wenig, wenn er seine Bitcoin Transaktion anonym ausführt, gleichzeitig aber die eigene Hausanschrift an den Zusteller übermittelt. Passiert auf diesem Weg oder beim Zusteller selbst eine technische Panne, wäre die Identität offengelegt.

Im aktuellen Fall konnte die Polizei tatsächlich Kundenlisten, Emailadressen und Postadressen feststellen. Nutzer, die vorher bei diesem Anbieter eingekauft haben, können sich schließlich nicht sicher sein, auf welche Art und Weise er die Daten aufbewahrt und gespeichert hat. Zwar hieß es, dass alle Transaktionen und Geschäfte stets über das Darknet und Bitcoin abgewickelt wurden, auf die Spur kamen die Ermittler den Betreibern aber trotzdem.

Meinung des Autors (Max):
Die Anonymität von Bitcoins ist eine Falle, auf die tagtäglich viele Menschen hereinfallen. Rein technisch gesehen dürfte man Bitcoin Transaktionen sehr wohl als anonym bezeichnen. Problematisch wird es nur dann, wenn ein Kontakt zwischen “Realwelt” und Darknet stattfindet. Beispielsweise dann, wenn ein potenzieller Kunde seine Bitcoins per SEPA Überweisung bei einem seriösen Händler kauft. Sobald einer Sicherheitsinstitution bekannt ist, welche Bitcoin Adressen im Besitz eines Drogenhändlers sind, lässt sich auch nachvollziehen, von welchen anderen Adressen diese Bitcoins empfangen. Mit einem ungücklichen Zufall liegt so auch noch die Liste eines seriösen Bitcoin Marktplatzes vor, der den Bitcoin Adressen entsprechende Personen zuordnet. In wenigen Sekunden wäre damit geklärt, wer seine Bitcoins per Überweisung gekauft hat, um sie anschließend im Darknet für anderweitige Dienstleistungen oder Produkte auszugeben

 

Disclaimer: Sämtliche Inhalte dienen lediglich der Information und sind keinesfalls als Handlungsempfehlung zu verstehen. Vor der Nutzung des Darknets wird eindringlich gewarnt.

 

Originalbeitrag Bitcoin-Accepting Irish Deep Web Drug Vendors Await Their Trial via newsBTC

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