Dank Ocean zur Data Ownership –  BigChainDB-Interview Teil 1

Quelle: AI (Artificial Intelligence) concept

Dank Ocean zur Data Ownership – BigChainDB-Interview Teil 1

BigchainDB ist ein Unternehmen, welches im Bereich der permissioned Blockchains häufig als Partner auftritt. Nun hat das Unternehmen als weiteres Projekt mit dem Ocean Protocol begonnen, in dem es stark um Vernetzung von Datenquellen und intelligente Datenverarbeitung geht. Wir sprachen mit Bruce Pon, einem der Co-Founder von BigChainDB über das neue Projekt. 

Berlin ist wahrscheinlich die Hauptstadt der Blockchain-Unternehmen: Mit IOTA, Lisk und Gnosis existieren verschiedene bekannte, zum Teil gemäß Marktkapital milliardenbewertete Unternehmen, die Blockchain-Projekte entwickeln. Ferner sitzt ein Teil der Ethereum Core Developer in Berlin und auch große Unternehmen wie SAP profitieren von deren Nähe bei der Entwicklung der eigenen Blockchain-basierten Lösungen. Seit einiger Zeit hat BTC-ECHO deshalb immer wieder Leute aus dem Berliner Mikrokosmos vorgestellt. Höchste Zeit also, BigchainDB vorzustellen.

Dem Krypto-Investor mag BigchainDB nicht viel sagen, schließlich existiert keine mit diesem Unternehmen zusammenhängende Kryptowährung. Ebenso wurde bisher kein ICO veranstaltet. BigchainDB hat jedoch 25 Mitarbeiter und Kooperationen mit Capgemini, Daimler, Innogy oder Microsoft. Gerade im Bereich der permissioned Blockchains ist das Unternehmen eine häufig genutzte Plattform. BigchainDB möchte dabei das Beste aus zwei Welten sein und die Vorteile einer Blockchain mit den Vorzügen einer dezentralen Datenablage verbinden. Die Dezentralität, Immutabilität und Resilienz sollen mit der Prozessiergeschwindigkeit und der Möglichkeit komplexer Datenabfragen kombiniert werden.

Auch wenn BigchainDB selbst einen eigenen Artikel wert ist, war der Grund für das Interview ein neues Projekt des Unternehmens: Das Ocean Protocol soll einen Marktplatz der Daten schaffen und so Unternehmen, denen die Kompetenzen zur Analyse der eigenen Daten fehlen, mit Firmen, die für ihre Analysemodelle Daten brauchen, zusammenbringen. Das würde gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen weiterhelfen, die nicht über die Kapazitäten verfügen, Kompetenzen im Bereich Datenanalyse aufzubauen.

So soll langfristig das aktuell bestehende Monopol von Unternehmen wie Google oder Facebook hinsichtlich der Nutzung künstlicher Intelligenz zur Datenanalyse gebrochen werden und der Einzelne wieder im Besitz seiner Daten sein. Mit Ocean wird ein seit dem Beginn der Cypherpunk-Bewegung wichtiges Thema berührt: Wie realisiert man, dass personenbezogene Daten im Eigentum des Einzelnen bleiben? Diese und andere Fragen sollen nun besprochen werden.

Hi Bruce. Bevor wir zum Ocean Protocol kommen, sollten wir dort beginnen, wo alles anfing. Kannst du dich deshalb kurz vorstellen und erzählen, wie du zu BigchainDB gekommen bist?

Alles startete 2012 bei einem Singularity-Meetup in Berlin, einem Treffen von Techies, die sich über die technologische Singularität austauschen. Diese Treffen wurden vom Co-Founder von BigchainDB Trent McConaghy organisiert.

2013 hatte Trent mit seiner Frau die Idee, geistiges Eigentum auf der Blockchain zu speichern und stellte sie mir vor. Das passte gut zu den Dingen, den ich am MIT lernte: Wenn man weltweit digitales Eigentum zuordnen kann, werden Urheberrechte sofort zu etwas Globalem.

2014 starteten wir unsere Firma – übrigens ohne Token Sale oder ähnliches, sondern mit eigenem Geld.
Als wir später im Februar 2015 das Projekt der Öffentlichkeit zugänglich machten, haben sich sofort viele Künstler für unsere Lösung interessiert: An einem einzigen Tag gab es 600 Submissions! Das legte damals, lange vor den großen Skalierungsdebatten, die Bitcoin-Blockchain lahm. Ein voller Mempool war damals für niemanden ein Grund zur Sorge, da das einer der Tiefpunkte für Bitcoin war.

Für uns war es aber sehr frustrierend, auf eine Registrierung 2-3 Tage warten zu müssen. Außerdem konnten die Daten, die wir speichern mussten, nicht oder nur suboptimal auf der Bitcoin-Blockchain gespeichert werden.
Wir merkten, dass es nicht praktikabel war, eine bestehende Blockchain entgegen ihrem eigentlichen Use-Case zu verwenden. So haben wir mit BigchainDB angefangen: einem System, das skalierbar ist und deutlich komplexere Daten verwalten kann. Im Februar 2016 haben wir diese neue Blockchain gelauncht.

Ende 2016 haben wir beschrieben, was wir mit BigchainDB machen und dabei gemerkt, dass wir uns stark von unserem ursprünglichen Use-Case entfernt haben. Wir merkten, dass man deutlich mehr als Intellectual Property mithilfe von BigchainDB realisieren konnten und fokussierten uns auf das Speichern von komplexen Daten, wie sie beispielsweise im Automotive-Bereich angesammelt werden.

Wenn wir die Komplexität der Supply Chain im Fall von Fahrzeugen ansehen, merken wir, wie wichtig mannigfaltige, teilweise unstrukturierte Daten sind. Mithilfe der die einzelnen Komponenten beschreibenden Daten möchte man beispielsweise – auch für Rückrufaktionen – genau festhalten, welche Teile wo im Auto verbaut wurden.
Wir haben also mit BigchainDB eine Plattform für das sortierte Speichern einer Unmenge an Daten geschaffen.

Das brachte uns auf eine weitere Idee. Mein Co-Founder und ich haben einen Background in künstlicher Intelligenz. Diese braucht zum Trainieren der Algorithmen eine Unmenge an Daten. Aktuell wird künstliche Intelligenz deshalb primär von Google, Facebook, Amazon, Baidu und Alibaba genutzt. Neben wenigen Ausnahmen sind das die einzigen Firmen, die sowohl die Daten als auch die Expertise zur Nutzung derselben besitzen.

Es existieren jedoch eine Menge Firmen, die an sich interessante Daten besitzen – jedoch niemanden mit genügend Kenntnissen in Big Data und künstlicher Intelligenz eingestellt haben. Umgekehrt gibt es Tausende von Start-ups, die sich mit KI und Machine Learning befassen, aber keine Daten zur Verifizierung ihrer Modelle besitzen.
Was wäre also, wenn diese Start-ups Daten aus bekannten, vertrauenswürdigen Quellen haben würden? BigchainDB könnte hierfür ein Substrat sein, auf dem diese Daten liegen können – eine Brücke zwischen den Unternehmen mit Daten und den Start-ups mit Expertise.

Diese Idee war der Beginn des Ocean Protocols: Wenn wir alle Datenquellen der Erde über eine Blockchain miteinander verbinden könnten, würde das eine Trustless Environment schaffen, in der sich die unterschiedlichen Parteien treffen könnten. Ocean ist das Protokoll, das das ermöglicht.

Um das zu realisieren, haben wir das Unternehmen nun in zwei Divisionen aufgeteilt: BigchainDB und Ocean Protocol. Für Letzteres planen wir einen ICO und hoffen, mit diesem Erfolge in der Höhe von Filecoin oder Blockstack zu erzielen. Der Gedanke ist dabei, dass Ocean Token im Token Sale erworben werden können, welche die interne Währung zum Zahlen von Dienstleistungen oder für Datenzugriff darstellen wird.

Ocean soll nicht einfach als eine Erweiterung von BigchainDB gesehen werden: Das Ocean-Protocol ist ein Protokoll zum Datenaustausch, welches auf verschiedenste Datenbankformen, unter anderem BigchainDB, zurückgreifen kann. Daten aus anderen Plattformen wie Oracle, AWS oder SAP können jedoch darüber auch transferiert werden.

Was künstliche Intelligenz mit Daten zu tun hat und Details zum Ocean Token Sale erfahrt ihr morgen im zweiten Teil.

Die Antworten wurden aus dem Englischen übertragen.

BTC-ECHO

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