ConsenSys Accelerator Tachyon mit MdB Alexander Kulitz: „Wirtschaft emanzipiert sich von Politik“

David Scheider

von David Scheider

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David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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BTC-ECHO war zu Gast bei Tachyon, einem Accelerator-Programm aus dem Hause ConsenSys. Gastgeber war neben Tachyon auch FDP-Bundestagsabgeordneter Alexander Kulitz. Über Start-up-Pitches und die Schwierigkeiten der Politik, Schritt zu halten.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Wie man weiß, ist das New Yorker Tech-Unternehmen ConsenSys ganz der Aufgabe verschrieben, Ethereum zum Durchbruch zu verhelfen. Das im Oktober 2014 von Ethereum-Entwickler Joseph Lubin gegründete Unternehmen gehört wohl zu den wichtigsten Organisationen im Krypto-Ökosystem überhaupt.

So überrascht es nicht, dass ConsenSys ein Accelerator-Programm ins Leben gerufen hat, mithilfe dessen man junge Start-ups fördern möchte. Vorausgesetzt, diese haben im Vorfeld Ethereum als Basis-Blockchain auserkoren. Ein solches Accelerator-Programm fand am 1. April erstmals in der Bundeshauptstadt statt – mit Gründern aus der ganzen Welt und unter Schirmherrschaft von MdB Alexander Kulitz. Wir waren vor Ort.

Kulitz: Politik muss Schritt halten

Als Gesetzgeber haben Parlamentarier freilich die Wahrung des Rechtsstaats zum Ziel. Aber was, wenn dezentrale Systeme wie Ethereum & Co. die Politik vor vollendete Tatsachen stellen? Bereits heute sei der durchschnittliche Bundesbürger täglich mit bis zu acht Gesetzen nicht im Einklang – und sei es nur ein Rotlichtverstoß als Fußgänger. Diese Zahl dürfte sich in der mittelfristigen Zukunft indes deutlich erhöhen. Denn Unternehmen schaffen durch dezentrale Strukturen Tatsachen, denen die aktuellen Regularien kaum mehr gerecht werden und könnten so unbewusst gegen Gesetze verstoßen. Der Gesetzgeber versucht, Schritt zu halten mit neuen Investmentvehikeln wie etwa ICOs, muss dazu aber erst einmal „die Blockchain verstanden haben“, so Kulitz. Und eben da hakt es noch.

Aus diesem Grund seien derlei Zusammenkünfte aus Politik und Wirtschaft wichtig. Denn wegschauen ist zwecklos: Die Blockchain-Technologie ist gekommen, um zu bleiben, und ohne vernünftige regulatorische Rahmenbedingungen, droht die Gefahr der Abwanderung von Innovationspotenzial ins Ausland.

Dabei soll der Gesetzgeber aber auf keinen Fall überregulieren:

Die beste Unterstützung, die eine Regierung innovativen Unternehmern und Start-ups gewähren kann, ist die Vermeidung von überflüssigen Vorschriften. […] Es liegt nicht in der Verantwortung der Politiker, zu entscheiden, ob ein Produkt oder eine unternehmerische Idee erfolgreich sein soll oder nicht. Die Entscheidung muss durch die Menschen auf freien Wirtschaftsmärkten getroffen werden. Politiker sind dafür da, gleiche Wettbewerbsbedingungen auf freien und fairen Märkten zu gewährleisten.

MdB Alexander Kulitz, FDP

Als möglichen Einsatzzweck der Blockchain nannte Kulitz indes den Zoll. Schließlich nehme die Überprüfung von Frachtern aus Übersee an den großen Häfen des Kontinents mitunter Wochen in Anspruch. Mithilfe der Blockchain, so der FDP-Bundestagsabgeordnete, könnten Zollbehörden diesen Prozess merklich verkürzen.

Gnosis: Gibraltar wider Willen

Welche Rolle regulatorische Rahmenbedingungen bei der Wahl des Unternehmenssitzes spielen, versuchte Stefan George, seines Zeichens CTO beim Prediction-Markets-Unternehmen Gnosis, anhand der eigenen Unternehmenshistorie zu demonstrieren. Nach Gibraltar sei man nämlich ausschließlich deshalb abgewandert, weil das südeuropäische Land seinerzeit der einzige europäische Standort gewesen sei, in dem man ein ICO legal hatte durchführen können.

So beschäftigten viele Unternehmen aus dem Dunstkreis von ConsenSys zwar Entwicklerteams in der deutschen Blockchain-Hauptstadt Berlin. Die Unternehmenssitze lägen aber in aller Regel im Ausland.

Damit dürfe man sich indes nicht zufrieden geben. Und um der stetig wachsenden Blockchain-Branche auch hierzulande eine Stimme zu geben, habe man 2017 den Blockchain Bundesverband gegründet. Ein Zusammenschluss aus über 60 Unternehmen mit Blockchain-Fokus aus Deutschland.

Start-up-Pitches geben Hoffnung auf dezentrale Zukunft

Insgesamt elf Blockchain-Unternehmen aus aller Welt begrüßte Tachyon im historischen Matthias-Erzberger-Haus. Dabei durfte man sich Pitches zu allen erdenklichen Blockchain-Anwendungsfällen zu Gemüte führen. So will Blok-Z ein Peer-to-Peer-Energiesystem in der Türkei ins Leben rufen, bei dem sowohl Anbieter und Nachfrager Kosten sparen können. Daneben war der Landwirtschaftsversicherer Ibisa mit von der Partie. Schließlich gilt auch die Versicherungsbranche als vielversprechender Blockchain-Use-Case.

Tachyon vergibt Seed-Investitionen in Höhe von bis zu zwei Millionen US-Dollar. Für die meisten Start-ups dürfte sich die Bewerbung beim Accelerator demzufolge gelohnt haben.

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