Coinbase, Scalar und das 0x-Listing – ein abgekartetes Spiel?

Coinbase, Scalar und das 0x-Listing – ein abgekartetes Spiel?

Ging es beim Listing des ZRX-Token auf der Krypto-Börse Coinbase mit rechten Dingen zu? Eine Recherche von TheBlock hat personelle Verstrickungen zwischen den Teams von Coinbase, der Investvemnt-Firma Scalar Capital und der 0x-Plattform offengelegt

Als die Bitcoin-Börse Coinbase am 11. Oktober ZRX, den Token des 0x-Protokolls, in das Sortiment von Coinbase Pro aufnahm, reagierte der ZRX-Kurs mit einem respektablen Anstieg von 30 Prozent. Am 16. Oktober beförderte das Listing auf Coinbase den ZRX über die Marke von einem US-Dollar. Doch steckte hinter dem Listing ein abgekatertes Spiel? Bei Recherchen von TheBlock haben sich gewisse Verdachtsmomente ergeben, die auf eine mögliche Einflussnahme einer Investmentfirma namens Scalar Capital auf das ZRX-Listing hindeuten.

Mögliche Einflussnahme auf Listing-Regeln

Scalar Capital ist eine Investmentfirma, die sich auf den Krypto-Sektor spezialisiert hat. Mitbegründerin der Firma, Linda Xie, ist ehemalige Produktmanagerin bei Coinbase. Darüber hinaus gehört Xie dem Beraterstab des 0x-Projekts an. Auch als Scalar-Chefin war Xie offenbar auch bei der Krypto-Börse in beratender Funktion tätig. In den Richtlinen zur Listung von Assets auf Coinbase Pro dankt die Krypto-Börse den beiden Scalar-Gründern Xie und Jordan Clifford. Es ist jedoch unklar, wie groß Xies Einfluss auf die Entstehung des Regelwerks wirklich war.

Ebenfalls unklar ist die Verbindlichkeit der Richtlinien. So heißt es bereits auf der ersten Seite:

„Wir behalten uns das uneingeschränkte Ermessen vor, Assets für den Handel im GDAX [Coinbae Pro] aufzulisten, nicht aufzulisten oder abzusetzen, unabhängig davon, wie die Kriterien in diesem Rahmen auf das Asset zutreffen.“

Verbindlich oder nicht – Skalierbarkeit und Governance sind zwei Kernpunkte im Listing-Regelwerk von Coinbase. In einem Interview im September 2017 nannte Xie das 0x-Protokoll als Beispiel für ein Projekt, das die richtigen Lösungsansätze für Governance und Skalierbakeit verfolgt.

Coinbase-Programmierer berät Scalar

Die Verstrickungen zwischen Scalar, Coinbase und 0x gehen jedoch über die Personalie Xie hinaus. Maksim Stepanenko arbeitet als Programmierer bei der Krypto-Börse. Auch er war an der Entstehung der Listing-Regeln beteiligt. Stepanenko fungierte darüber hinaus ebenfalls als Berater von Scalar Capital – eine Referenz, die Stepanenko seit Erscheinen des TheBlock-Artikels von seinem Twitter-Profil entfernte. Allerdings findet sich die Angabe noch in der Google-Vorschau:

 

 

 

Charles Whitehead, Jura-Professor an der Eliteuniversität Cornell, zog auf TheBlock den Vergleich zum traditionellen Börsengeschäft:

„Wenn ich ein Mitarbeiter der New York Stock Exchange bin und Goldman Sachs beraten möchte, wird die NYSE aufgrund des Anscheins eines Konflikts Probleme damit haben.“

Indizien, keine Beweise

Die Scalar-Gründer Xie und Clifford haben definitiv vom Listing des 0x-Tokens profitiert – beide sind bereits seit dem Token Sale am 15. August 2017 in den XRZ investiert. Damaliger XRZ-Kurs: 0,048 US-Dollar. Dazu kommt, dass Xie mit dem 0x-Gründer und CEO Will Warren liiert ist.

Auch Stepanenkos Versuch, seine Beratertätigkeit bei Scalar rückwirkend zu verschleiern, verstärkt die Verdachtsmomente, dass es bei dem 0x-Listing Absprachen zzwsichen Coinbase und Scalar gegeben haben könnte. Schließlich versprach Scalar Investoren in einer Präsentation „asymmetrische Informationen“.

Dennoch: Indizien sind Indizien und keine Beweise. Coinbase täte jedoch gut daran, den Listing-Prozess in Zukunft transparenter zu gestalten und jeglichen Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden – und sei es nur für die Glaubwürdigkeit der Krypto-Branche.

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