Chinesischer Schiffsbaugigant CSIC setzt auf Blockchain-Lieferketten – Peking beansprucht Führungsrolle

Quelle: Shutterstock

Chinesischer Schiffsbaugigant CSIC setzt auf Blockchain-Lieferketten – Peking beansprucht Führungsrolle

Der chinesische Schiffsbaugigant CSIC will bei seinen Lieferketten künftig auf Blockchain-Technologie setzen. Gemeinsam mit der Shanghai Bank will der Konzern eine entsprechende Finanzplattform ins Leben rufen. Derweil untermauert die Regierung in Peking mit Blick auf das landesweite Blockchain-Ökosystem ihre globale Führungsrolle. Laut Staatsmedien befindet sich gleich ein Viertel der weltweiten Blockchain-Initiativen innerhalb der chinesischen Landesgrenzen. 

Mehr als 150.000 Angestellte, über 90 Firmenstandorte, eine jährliche Produktionsmasse von 15 Millionen Tonnen – die China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC) ist einer der beiden größten Schiffsbauer im Reich der Mitte und damit der Welt.

Seine Produktion will der Konzern künftig effizienter gestalten und setzt auf Blockchain-Technologie. Wie die chinesischen Staatsmedien People’s Daily am vergangen Mittwoch, dem 27.März, berichteten, ist der Schiffsriese nun eine strategische Partnerschaft mit der Shanghai Bank eingegangen. Gemeinsam will man nun eine blockchainbasierte Finanzplattform ins Leben rufen, die die Lieferketten des Konzerns verwaltet und absichert.

Künftig soll die Plattform Zulieferungen innerhalb der zehn Produktionsbereiche abdecken. Zu diesen gehören neben dem Schiffsbau auch die Konstruktion von Hafenanlagen, Motoren und Batteriesystemen.

Während dies für CSIC der erste Versuch ist, im Zuge des landesweiten Booms rund um Distributed-Ledger-Technologien Fuß zu fassen, kann die Shanghai Bank bereits auf erste Blockchain-Erfahrungen zurückgreifen. Im Oktober vergangenen Jahres hatte diese den Startschuss ihrer Lieferketten-Plattform Uplink e-Chain verkündet. Diese soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen in ihrem Management unterstützen. Nun kommt mit CSIC ein Industrieriese dazu.

Peking untermauert Führungsanspruch bei Blockchain-Projekten

Bereits seit mehreren Jahren erlebt die Blockchain-Industrie im Reich der Mitte eine wahre Explosion. Ob Handelsriese Alibaba, Google-Konkurrent Baidu, Social-Media-Anbieter Tencent oder auch die Staatsfirmen wie der Raumfahrtkonzern CASIC – sie alle wollen die Wachstumspotentiale der dezentralen Systeme für sich nutzen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2018 soll sich die Zahl der Unternehmen mit Blockchain im Namen in China versechsfacht haben.

Besonders die Regierung in Peking prescht mit Blick auf den Fortschritt der neuen Technologien dieser Tage entschieden voran. Nachdem die Blockchain-Entwicklung bereits 2016 ihren Weg in den sogenannten Fünfjahresplan der Xi-Regierung gefunden hat, widmet diese der Forschung und Entwicklung derzeit nicht nur Milliarden. Allen voran präsentiert sich Peking als globaler Vorreiter.

So untermauert die Regierung erst in dieser Woche ihren Führungsanspruch im Bereich der neuen Technologien: Wie die regierungsnahe Zeitung China Daily an diesen Dienstag, dem 2. April, berichtete, will China die weltweit meisten Blockchain-Projekte beherbergen. Laut Angaben des Dienstleisters Blockdata sollen sich ganze 263 Projekte und damit ein Viertel der weltweiten Initiativen innerhalb der chinesischen Landesgrenzen befinden. Wie es in dem Artikel zudem heißt, soll ein Großteil davon im Finanzsektor aktiv sein und anders als beim Hauptkonkurrenten USA bereits Anwendung finden.

Das entschlossene Vorgehen der chinesischen Regierung spiegelt sich zudem in der Zahl eingereichter Patentanträge. Wie die Financial Times berichtet, belief sich die Zahl der Patentanträge des großen Drachen im Jahr 2017 auf 225 Anträge. Der Konzern Alibaba allein soll 2018 nicht weniger als 57 Patentanträge gestellt haben.

Europa & Deutschland holen auf

Vor den eindrucksvoll erscheinenden Zahlen Chinas müssen sich Europa und Deutschland jedoch nicht verstecken. Daten der offiziellen Beobachtungsstelle der Europäischen Kommission zufolge, sind in den Mitgliedsstaaten derzeit 384 Blockchain-Projekte in der Entwicklung, in Pilotversuchen oder bereits in der Anwendung. Dabei bekleiden die Finanzhauptstädte Paris (40), Amsterdam (38) und London (36) die Spitzenplätze.

Aber auch Deutschland muss sich im europäischen Rennen nicht geschlagen geben. Für Berlin macht die EU-Beobachtungsstelle derzeit 17 aktive Blockchain-Projekte aus.

Aktuelle Studien sehen das deutsche Blockchain-Ökosystem jedoch weitaus lebendiger. Angaben des offiziellen Verbands der deutschen Blockchain-Industrie Bundesblock zufolge, sind derzeit 86 Unternehmen und Start-ups hierzulande aktiv. Eine Umfrage von BTC-ECHO aus dem vergangenen Jahr kommt sogar auf 180 aktive Unternehmen. Hiervon gibt die Hälfte der Studienteilnehmer Berlin als ihren Unternehmensstandort an.

Jetzt in Kryptowährungen investieren: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Sicherheit

Die Bitcoin-Börse QuickBit hat versehentlich große Datenmengen geleakt. Über Tage kursierten sensible Kundendaten ohne Firewall für jedermann einsehbar im Internet. QuickBit-Kunden wird geraten, ihr Passwort zu ändern.

Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Unternehmen

Für die Deutsche Bundesbank hat das Kursgebaren von Bitcoin & Co. in den letzten Jahren vor allem eines gezeigt: Dass Kryptowährungen weder als Zahlungsmittel noch als Wertspeicher taugen. Anders blickt die Zentralbank auf das Potenzial von Stable Coins. Gegenüber dem Facebook-Coin Libra nimmt die Bundesbank eine argwöhnisch-abwartende Haltung ein.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

IOTA veröffentlicht Roadmap für Coordicide
IOTA veröffentlicht Roadmap für Coordicide
Altcoins

Am 29. Mai dieses Jahres hat IOTA den Coordicide angekündet, dahinter verbirgt sich die Abschaltung des Koordinators, der IOTA-Transaktionen überwacht. Nun hat die IOTA Foundation eine Roadmap vorgestellt.

Steve Wozniak: Apple-Mitgründer will nach Malta
Steve Wozniak: Apple-Mitgründer will nach Malta
Tech

Der Apple-Mitgründer Steve Wozniak gab bei einer Podiumsdiskussion seine Zukunftspläne bekannt. Was ihn bewegt, nach Malta zu gehen und welche Unternehmensidee er unterstützen will.

Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Datenleak bei Bitcoin-Börse QuickBit enthüllt Kundendaten
Sicherheit

Die Bitcoin-Börse QuickBit hat versehentlich große Datenmengen geleakt. Über Tage kursierten sensible Kundendaten ohne Firewall für jedermann einsehbar im Internet. QuickBit-Kunden wird geraten, ihr Passwort zu ändern.

Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Deutsche Bundesbank sieht Bitcoin als „spekulatives Nischenprodukt“
Unternehmen

Für die Deutsche Bundesbank hat das Kursgebaren von Bitcoin & Co. in den letzten Jahren vor allem eines gezeigt: Dass Kryptowährungen weder als Zahlungsmittel noch als Wertspeicher taugen. Anders blickt die Zentralbank auf das Potenzial von Stable Coins. Gegenüber dem Facebook-Coin Libra nimmt die Bundesbank eine argwöhnisch-abwartende Haltung ein.

Angesagt

Trading-App Robinhood sammelt 323 Millionen US-Dollar ein
Invest

Die Trading-Plattform Robinhood sammelt in einer Series-E-Funding-Runde 323 Millionen US-Dollar ein. Damit ist das Unternehmen mit 7,6 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Geld soll auch in den Ausbau der Krypto-Sparte fließen, diese ist jetzt bereits in 30 US-Bundesstaaten verfügbar.

Bitcoin-Gerüchteküche: Justin Sun in China angeklagt
Szene

Neues aus der Bitcoin-Gerüchteküche. Gegen Justin Sun soll aktuell ermittelt werden. Die Gerüchte kamen auf, als der Gründer und Vorsitzende der Kryptowährung TRON sein Krypto-Dinner mit Warren Buffet und „Größen“ aus dem Bitcoin-Ökosystem abgesagt hat.

Bitcoin-Börse BitFinex und Tether ziehen sich aus der Verantwortung
Krypto

Der Gerichtsprozess rund um die in Verruf geratene Bitcoin-Börse BitFinex und den Stable-Coin-Anbieter Tether geht in eine neue Runde. Nun sagt einer der Anwälte der Firmen, dass weder BitFinex noch Tether Kunden in den USA betreuen würden.

BaFin genehmigt ersten Immobilien-Token
STO

Die BaFin genehmigt das erste deutsche Security Token Offering (STO) für blockchainbasiertes Immobilieninvestment und das zweite deutsche STO überhaupt. Damit gibt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Startschuss für digitale Wertpapiere im Real-Estate-Bereich. Ein neues Anlagevehikel?

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: