Chinesischer Bericht: Heimische Blockchain-Parks wachsen – doch nur dank Subventionen

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Das chinesische Forschungsinstitut CCID hat die heimischen Industrieparks untersucht, die die Entwicklung von Blockchain-Technologien im Land vorantreiben sollen. Einerseits spiegelt dessen Bericht das rasante Wachstum der Industrie. Anderseits zeigen die Forscher, dass sich ein Großteil der Parks noch in der Entwicklung befinden. Mehr als 70 Prozent der Unternehmen seien nach wie vor von staatlichen Zuschüssen und Subventionen abhängig. Aufgrund der enormen regionalen Konzentration warnt der Bericht zudem vor einem drohenden Tunnelblick der Entwickler, der künftige Innovationen verhindere.

China gilt als Vorreiter im Bereich von Distributed-Ledger-Technologien (DLT). Jedes Jahr pumpt die Zentralregierung im Reich der Mitte Millionen in deren Entwicklung, um die Wachstumspotentiale der Blockchain für ihren wirtschaftlichen Aufstieg zu nutzen und das Land bis 2049 zum weltweiten Industriemarktführer zu machen.

Eine Studie des staatlichen Forschungsinstituts China Electronic Information Industry Development (CCID) gibt nun Aufschluss über das Ausmaß des chinesischen Engagements. Für ihren „2019 China Blockchain Industrial Park Development Report“ hat die Regierungsagentur dabei gemeinsam mit der Medienplattform Interchain Pulse die Standortwahl, die Wettbewerbsfähigkeit und damit zusammenhängende Zukunftsaussichten der landesweiten Industrieparks für DLT-Entwicklung untersucht. Die Ergebnisse des Berichts präsentieren beide seit diesem Dienstag, dem 30. Juli, auf ihrer Website.

Diese spiegeln das rasante Wachstum der chinesischen Blockchain-Industrie wider. Laut dem Bericht soll es im Land derzeit ganze 22 solcher Industrieparks geben. Davon sollen nicht weniger als 80 Prozent in den vergangenen zwei Jahren aus dem Boden geschossen sein.


Dabei konzentriert sich die regionale Entwicklung vor allem auf die Küstengebiete und Sonderwirtschaftszonen im Süden und Osten des Landes. Mehr als die Hälfte der Blockchain-Hubs werden von den Industriemetropolen Hangzhou, Guangzhou und Shanghai beherbergt. 60 Prozent aller Investitionsgelder fließen hierhin.

Was für die Region vielversprechend klingt, sehen die Forscher jedoch kritisch. So mahnt der Bericht einerseits, der Rest des Landes könnte vom konzentrierten Wachstum abgehängt werden. Denn ohnehin sei ein Großteil bereits errichteter Infrastruktur nach wie vor ungenutzt.

Andererseits drohten den Blockchain-Hubs der Küstenstädte dabei statt Synergien Effekte der Gleichschaltung, Homogenisierung und eines Tunnelblicks der Unternehmen. Während sich viele dieser Parks schon heute auf einzelne Anwendungsgebiete der Blockchain beschränkten, laufe man Gefahr, dass künftige Innovationen unter den Tisch fallen.

Subventionen halten Großteil der Blockchain-Unternehmen am Leben

Gleichzeitig spiegelt der Bericht, dass sich entgegen jeden öffentlichen Hypes ein Großteil des chinesischen Blockchain-Engagements derzeit noch im Entwicklungsstatus befindet. So seien mehr als 70 Prozent der Industrieparks von staatlichen Subventionen abhängig und könnten ohne die Finanzspritzen der Regierung keinen Profit erwirtschaften.

In Anbetracht weiterer für die Zukunft geplanter Blockchain-Parks mahnt der Bericht hinsichtlich aller Bedenken zu Weitsicht.

Nach dem heutigen Entwicklungsstand sind die meisten der derzeitigen Unternehmen in den Blockchain-Parks nicht ideal aufgestellt. Die Leerstandsquote ist relativ hoch.

Mit zunehmender Planung drohe ein Überschuss ungenutzter Infrastruktur. Diese Gefahr verlange Wachsamkeit von den zuständigen Entscheidungsträgern.


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