Chinesische Bitcoin-Trader verlieren Vertrauen in Preisindizes

Stock Diagram with Flag of China

Die Entscheidung chinesischer Bitcoin-Handelsplattformen Abhebungen einzufrieren haben Einfluss auf die Preisindizes im Over-the-Counter (OTC)-Handel (außerbörslicher Handel).

Wie schon letzte Woche berichtet, haben zwei der drei großen chinesischen Bitcoin-Handelsplattformen ihre Auszahlungen abrupt gestoppt. Verantwortlich für dieses restriktive Verhalten ist die People’s Bank of China, die in den letzten Wochen den Druck auf die Bitcoin-Handelsplattformen erhöht hat.

Zwar konnte der Bitcoin-Kurs den negativen Auswirkungen relativ gut trotzen, allerdings sind die Bitcoin-Trader dazu gezwungen neue Strategien anzuwenden. Es sind Zweifel aufgekommen, dass die chinesischen Bitcoin-Handelsplattformen realistische bzw. korrekte Kurse indizieren.

Vertreter der großen OTC-Plattformen gaben an sich nun stärker am US-Dollar-Kurs der ausländischen Bitcoin-Handelsbörsen, wie beispielsweise Bitfinex, zu orientieren.

Der OTC-Trader Zhao Dong äußerte, dass Unternehmen nun den US-Dollar-Kurs zur Bestimmung des Bitcoin-Kurses nutzen, da die chinesischen Börsen nicht mehr den realen Bitcoin-Kurs abbilden.

So heißt es von Zhao Dong:

“Seitdem man nichts mehr abheben kann ist der Handelskurs unbrauchbar.” Dem fügt er hinzu, dass es sich bei den chinesischen Börsen nur noch um “Fake-Preise” handelt.

Trader gaben zudem an, dass sich die Handelsaktivität auf Peer-to-Peer-Plattformen wie Bitcoinworld oder Bitpie erhöht hat. Hierbei handeln die Trader den Preis selbst aus, da es keine vorgegebene Preisindizierung gibt, folglich auch keine Fake-Preise. Sollte die chinesische Zentralbank ihre Maßnahmen weiter ausweiten, so ist auch mit einer stärkeren Nutzung der Peer-to-Peer-Dienste zu rechnen.

Da es aber kaum abzuschätzen ist, was die chinesische Zentralbank als nächstes verkündet, heißt es für viele erstmal abwarten und Tee trinken, bis die Unsicherheit hoffentlich bald vorbei ist.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Pete Rizzo via CoinDesk

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Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann hat er Politik und Wirtschaft in Münster studiert und verschiedene berufliche Stationen, etwa in einer der führenden Unternehmensberatungen und im Bundeswirtschaftsministerium, absolviert. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Als Speaker, zuletzt etwa auf dem St. Petersburg International Economic Forum 2017, referiert er über das makroökonomische Potential der Blockchain.

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