Report vermutet: Chinesische Behörden untersuchen Zusammenhang zwischen Bitcoin und Kapitalflucht

Max Kops

von Max Kops

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Kops

White conceptual keyboard - China (key with flag)

Quelle: © ArtemSam - Fotolia.com

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China ist immer ein treibender Faktor, wenn es um das Thema Bitcoin geht. Oft wird die volkswirtschaftliche Republik für extreme Kursanstiege verantwortlich gemacht, nicht zuletzt, weil Bürger Kapitalflucht betreiben. Genau diesem Verdacht gehen chinesische Behörden nun aber nach.
China: Gründe, warum die Bevölkerung Bitcoin kauft

China: Gründe, warum die Bevölkerung Bitcoin kauft

Sicher lässt sich von außen nur spekulieren, welche Beweggründe letztlich ausschlaggebend für das steigende Interesse der chinesischen Bevölkerung am Bitcoin waren.


Zum einen wird der Bitcoin als Spekulationsobjekt gesehen und von Tradern gemocht. Im Prinzip so wie in vielen anderen Regionen der Welt. Nur sind chinesische Regularien oft strenger als bspw. in Deutschland, sodass die Volkswirtschaft durch ihre hohe Bevölkerungsgröße einen erheblichen Einfluss auf den Bitcoin (-Kurs) hat.

Zum anderen ist der Bitcoin ein Mittel zur Kapitalflucht. Gründe, um Kapitalflucht zu betreiben – also sich dem staatlich regulierten Geldsystem zu entziehen – können bspw. zu stark einschränkende Regularien oder hohe Inflationsraten sein. Wer weiß, dass seine Landeswährung von extremer Inflation geprägt ist und sich daher morgen nur noch halb so viel Brot wie heute leisten kann, der versucht, sein Vermögen in Rettung zu bringen. Man kauft dann andere Währungen, die eine geringere Inflationsrate besitzen, mit der Hoffnung, dass der Realwert annähernd erhalten bleibt.

Wie funktioniert die Kapitalflucht mit Bitcoin?

Chinesische Bürger haben zwei Möglichkeiten, ihre Yuan über Bitcoin in eine andere Währung zu tauschen: Entweder sehen sie den Bitcoin selbst als eine attraktive Währung, um ihr Vermögen in diesem System zu parken. Oder – wie in den letzten Tagen oft im Netz spekuliert wurde – nutzen sie Bitcoin nur als Zwischenhandelsgut. In China sei der Kauf von Fremdwährungen stark eingeschänkt, sodass die Bevölkerung zunächst Bitcoin kaufe und diese anschließend in andere Fiatwährungen wie US-Dollar umtausche.

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Aktueller Report: SAFE Behörde prüft Bitcoin-Nutzung zur Kapitalflucht

Nach Informationen von Tencent Finance  untersucht die SAFE-Behörde (State Administration of Foreign Exchange) derzeit, wie man den Bitcoin nutzen kann, um Kapitalflucht zu betreiben. Bei dem Indiz, dass chinesische Behörden auf die oben geschilderten Praktiken der Kapitalflucht aufmerksam geworden seien, beruft sich Tencent auf Aussagen von namentlich nicht genannten Personen, die Beziehungen zur Regierung haben.

Der Report von Tencent wurde mittlerweile sogar von Bloomberg zitiert, was ihm eine weitere Brisanz verleihen dürfte.

Der Report tauchte nur kurze Zeit später auf, nachdem bekannt wurde, dass die chinesische Zentralbank Kontakt zu bekannten Bitcoin-Marktplätzen aufgenommen und diese zur Einhaltung der staatlichen Vorschriften aufgerufen hatte. BTCC, einer der Marktplätze, die sich mit den Beamten der Zentralbank zusammengefunden hatten, bestätigten die Kommunikation öffentlicht. Gleichzeitig wurde im vergangenen Monat durch die South China Morning Post veröffentlicht, dass man aufgrund der steigenden Kapitalflucht von der Regierungsseite über noch strengere Vorschriften nachdenke.

Vor wenigen Tagen war zu lesen, dass Startups von Behörden aufgefordert worden seien, Bitcoins nicht mit einer Abwertung des Yuan zu propagieren.

Meinung des Autors (Max):

Die Untersuchungen der Behörden sind ein erstes Indiz dafür, dass man den Bitcoin von staatlicher Seite als mögliche Konkurrenz – um nicht von einer Bedrohung zu sprechen – versteht, die es zu verstehen gilt. Ob es dabei bleibt, die Anwendungsgebiete von Bitcoin als Kapitalfluchtmethode zu verstehen oder ob darauf weitere regulatorische Sanktionen folgen werden, wird sich zeigen. Die aktuellen Bewegungen in China deuten jedoch stark darauf hin, dass man baldige Änderungen der Vorschriften und stärkere Regulierungen des Bitcoin plant. Ebenso wie bei technischen Verboten (z.B. Facebook), dürfte es sehr schwer werden, ein Bitcoin-Verbot durchzusetzen. Wie wir im Beitrag Horrorszenario Bitcoin-Verbot untersucht haben, besitzen die Behörden durch den Einfluss auf große Marktplätze allerdings ein entscheidendes Potenzial, um die Verbreitung extrem einzudämmen.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung  von Stan Higgins via CoinDesk

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