China: Krypto-Handelsplattformen bei WeChat blockiert

China: Krypto-Handelsplattformen bei WeChat blockiert

Nach Angaben des Medienhauses Caixin haben die Behörden beim Messengerdienst WeChat die Accounts mehrerer chinesischer Online-Handelsplattformen stillgelegt. Zudem kann man deren Internetadressen im Messenger wegen der Blockade nicht mehr aufrufen. Man will damit aktiv gegen den unerlaubten Handel mit Kryptowährungen und ICOs vorgehen.

Bei chinesischen Webseiten ist jegliche Werbung für ICOs oder Kryptowährungen schon seit längerer Zeit unzulässig. So wurde im Vormonat beim sozialen Netzwerk Sina Weibo die Auslieferung von Online-Werbung für alle möglichen Krypto-Produkte untersagt. Bei der chinesischen Suchmaschine Baidu sind derartige Banner schon seit dem Jahr 2016 verboten.

Neuestes Ziel der Blockadepolitik ist der Messengerdienst WeChat, der heute vermeldete, die magische Marke von einer Milliarde Nutzer geknackt zu haben. Sehr viele Anwender von WeChat leben in China. Pekings Regulierungsbehörden haben kürzlich einige öffentliche Kanäle von einheimischen Online-Handelsplätzen geschlossen. Dies betraf auch den Anbieter OKEx, deren Internet-Adressen nunmehr zu einer Webseite mit einer Nachricht über die Blockade der Inhalte weiterleiten. OKEx hat umgestellt und wirbt jetzt für einen Chat beim Konkurrenten Telegram, wo die Zensur technisch gesehen deutlich schwieriger ausfallen dürfte.

okex telegramLaut Caixin haben sich die Regulatoren zunächst einen Überblick über die noch aktiven chinesischen Handelsplätze verschafft, um effektiver dagegen vorgehen zu können. Der WeChat-Betreiber Tencent hat nach Medienangaben alle staatlichen Zensurmaßnahmen verneint. In den letzten Monaten sind bereits mehrere Unternehmen aus China abgewandert, um der staatlichen Zensur zu entgehen. Messenger wie WeChat sind für chinesische Handelsplattformen aber noch immer sehr wichtige Instrumente, um mit ihren Kunden zu kommunizieren. Wettbewerber Huobi.com soll von der technischen Blockade noch nicht betroffen sein, das dürfte sich aber in den nächsten Stunden oder Tagen ändern. Außerdem gibt es Bestrebungen, die URLs aller ausländischen Anbieter zu blockieren, damit die Webseiten nicht mehr von den Einheimischen benutzt werden können.

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Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen.

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