CFS-Umfrage: Deutsche Finanzbranche will stärkere Regulierung von Kryptowährungen

Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) will ein Großteil der deutschen Finanzbranche den Markt für Kryptowährungen stärker reguliert sehen. Die Kursentwicklung des Bitcoin gibt den meisten Befragten Rätsel auf.



„Nicht nachvollziehbar“ ist für 81 % der Befragten die Kursentwicklung des Bitcoin in den letzten zwölf Monaten, 78 % sind der Meinung, dass der Markt für Kryptowährungen stärker reguliert werden sollte. Diese Ergebnisse brachte eine vierteljährlich vom CFS durchgeführte Managementbefragung unter rund 400 Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland. Das CFS ist ein an die Frankfurter Goethe-Universität angegliedertes Forschungsinstitut.

Ob die Krypto-Rally zu Risiken für das Finanzsystem führen kann, darüber sind die Umfrageteilnehmer geteilter Meinung. Eine knappe Mehrheit (54 %) der Befragten schätzt die Entwicklung kritisch ein, für 41 % sind die Risiken eher zu vernachlässigen.

„Die Umfrage verdeutlicht, dass die Sorgen der Finanzmarktteilnehmer angesichts der Intransparenz und der unberechenbaren Kursentwicklungen des Bitcoin zunehmen“,

kommentiert Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies.

Einig ist sich die Finanzbranche darin, dass der Bitcoin auf lange Sicht das klassische Geldsystem nicht ersetzen kann – 93 % der Befragten sind dieser Ansicht. Immerhin 79 % sehen den Bitcoin auch nicht als interessantes Anlageinstrument.

„In der jetzigen Form stellt der Bitcoin ein fragwürdiges Konstrukt dar, das keinen erkennbaren Mehrwert bietet. Daher sollten klare regulatorische Rahmenbedingungen und eine konsequente Aufsicht dafür sorgen, dass der Anlegerschutz auch bei Kryptowährungen greift und zudem mögliche Systemrisiken im Keim erstickt werden“,

sagt CFS-Geschäftsführer Brühl.

BTC-ECHO

Über Gregor Hallmann

Gregor HallmannGregor Hallmann ist seit 20 Jahren Wirtschaftsjournalist. Als Redakteur einer Nachrichtenagentur verfolgte der studierte Politologe um die Jahrtausendwende hautnah den Internet-Boom und das folgende Platzen der Dotcom-Blase. Seitdem schreibt er als freier Journalist kritisch über Wirtschaft, Finanzen und Geldanlage – und hat dabei auch Kryptowährungen und Blockchain im Blick.

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