C3 Crypto Conference in Berlin: Was fehlt dem deutschen Bitcoin-Ökosystem?

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: C3 Conference

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Während der Bitcoin-Kurs nach wie vor tapfer damit kämpft, über den 4.000 US-Dollar zu bleiben, erscheint die  Frage nach der Entwicklung des Ökosystems drängender denn je. Die C3 Crypto Conference in Berlin nimmt sich ihrer an: Was fehlt dem deutschen Krypto-Ökosystem?

Am 27. und 28. März findet die C3 Crypto Conference in Berlin statt. Allgegenwärtig war dabei die Frage nach einer sinnvollen Krypto-Regulierung.

Bitcoin ATM in Deutschland

Es stehen zwei Bitcoin Automaten auf der Konferenz. Dabei gibt es jedoch ein Problem: Am Bitcoin ATM kann man keine Kryptowährungen kaufen. Das liegt jedoch nicht an den Automaten, sondern an der BaFin. Diese gab bisher keine entsprechende Lizenz heraus. Dabei gilt noch nicht einmal als sicher, ob sie dazu überhaupt befugt ist. Dennoch: Die deutsche Krypto-Community sucht nach Möglichkeiten, sich in einem regulatorisch gesicherten Umfeld auszubreiten:

Wir dürfen ihn einschalten, wir dürfen ihn aufstellen, wir müssen nur aufpassen, dass niemand Geld hinein wirft. Weil er hier in Deutschland nicht betrieben werden darf. […] Wenn eine Bank sagt, dass sie Bitcoin Automaten in Deutschland aufstellen, dann dürfen die das. Es gibt oft das Missverständnis, dass Krypto-Geldautomaten verboten wären, das stimmt aber nicht. Das ist den Banken mit einer BaFin-Zulassung vorbehalten,

sagt dazu Andy M. Uliczka von Coin Talk. Die Frage der Bitcoin-Automaten ist symptomatisch für den Grundtenor der Konferenz: Es gibt sie zwar, die Use Cases, allein: Das regulatorische Umfeld muss noch abgesteckt werden. Man stehe bereits in Verhandlung mit der BaFin, die Unterlagen seien eingereicht – so der Status Quo.


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Mykola Demchuck, Rechtsberater und -Anwalt aus Estland, fasst die Situation folgendermaßen zusammen:

Es gibt derzeit im Prinzip keine Regulierung in Deutschland, es werden nur existierende Gesetze angewendet. […] In Estland gibt es hingegen eine klare Definition, wie man auch an Lizenzen kommt.

Und auf diese gilt es, noch etwas zu warten. Hier einige Eindrücke von der Konferenz:

BTC-ECHO Chefredakteur Sven Wagenknecht im Panel
Immer wieder ging es um die Frage: Wohin geht der Weg des Bitcoin-Ökosystems?
V.l.n.r: Holger Klein, Jan Heinrich Meyer, Riccardo Lamanna diskutieren die Rückkehr der DAOs

Ein Gefühl zieht sich durch die gesamte Veranstaltung: Etwas fehlt noch, bis es „losgeht“ – eine Initialzündung. Nachdem der ICO-Zug abgefahren zu sein scheint, gibt es nun eine neue Aufgabe für die BaFin: STO.

Die Relevanz von regulatorischen Fragen kommt nicht zuletzt durch den Aufstieg von STOs wieder auf. Langfristig muss es ein Zusammenspiel von Regulatoren und Innovatoren geben. Also weder eine komplette Dezentralisierung, noch eine Regulierung, wie wir sie in der heutigen Form kennen. Ich hoffe auf eine gesunde Mischung aus Innovationstreibern und Regulatoren, die aktive bzw. reaktive Rollen einnehmen,

so Max Kops, unabhängiger STO Advisor.

50 Speaker, viele Fragen

Und doch kommen sie zusammen, die 50 Speaker und diskutieren die Zukunft der Blockchain-Technologie. Das Schlagwort „STO“ kommt dabei immer wieder auf. Als eine regulierte Alternative zu den in Verruf geratenen ICOs. Auch der erwartete Einstieg institutioneller Investoren wird immer wieder diskutiert.

In der Konferenz konnte man insgesamt ein gutes Abbild des aktuellen Krypto-Marktes sehen: Es hat sich beruhigt. Insgesamt weniger Bewegung, weniger Teilnehmer, jedoch – zumindest gefühlt – mehr Substanz. Diesen Eindruck bestätigt Jan Heinrich Meyer, CEO & Gründer der Dash Embassy D-A-C-H:

Ich denke die „Konferenz-Blase“ ist geplatzt. Das hat den Nachteil, dass Veranstaltungen wie die C3 geringere Besucherzahlen aufweisen als noch in 2018. Der Vorteil ist allerdings, dass die Teilnehmer und auch die Organisatoren nicht einem irgendwie gearteten Hype hinterher laufen, sondern ein tatsächliches Interesse an der Technologie und dem sozialen Impact haben.

Insgesamt lässt das Hoffnung aufkommen: Die oft zitierte Spreu scheint sich vom Weizen zu trennen, übrig bleiben Projekte mit Substanz.


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