Burundi verbietet Bitcoin-Handel

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Bitcoin-Verbot in Burundi

Quelle: Shutterstock

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Der ostafrikanische Binnenstaat Burundi greift zu drastischen Maßnahmen im Bitcoin-Bereich. Die Zentralbank der Republik verbietet den Handel mit Krypto-Produkten auf dem Territorium des Staates. Tradern drohen bei Zuwiderhandlung „harte Maßnahmen“. Beobachter gehen von einem Versuch der politischen Kontrolle auf den Kapitalmarkt aus.

Burundi verbannt Bitcoin. Wie die „Banque de la République du Burundi“ diese Woche auf ihrer Webseite mitteilte, ist der Handel mit Kryptowährungen dort ab sofort verboten. Nutzern, die sich trotzdem an Krypto-Geschäften beteiligen, verweigert das Finanzinstitut Hilfe bei Problemen. Der Grund für das Verbot liegt der Zentralbank zufolge in der Volatilität von Kryptowährungen.

Burundi begründet die Entscheidung insbesondere mit dem Schutz seiner Einwohner vor finanziellen Verlusten. Einige Bürger des ostafrikanischen Landes verloren in der Vergangenheit ihre Anlagen im Rahmen des Handels mit Kryptowährungen. Anschließend baten sie die Regierung um Hilfe. Laut Alfred Nyobewumusi vom Micro-Finance-Department der Zentralbank sind Bitcoin & Co. deshalb illegal im Land. Auch alle weiteren Kryptowährungen, wie beispielsweise Ether und Litecoin, sind ab sofort verboten.

Da virtuelle Währungen oder Kryptowährungen nicht durch eine Zentralbank oder Regierung kontrolliert werden, haben die Währungen auch keine legale Grundlage auf dem Territorium von Burundi,

heißt es in der Mitteilung.

Burundi droht mit Konsequenzen für Bitcoin-Trader


Bürgern, die den neuen gesetzlichen Regelungen zuwiderhandeln, droht die Zentralbank von Burundi derweil mit harten Konsequenzen. „Wir werden strenge Maßnahmen gegen diejenigen ergreifen, die diese Entscheidung nicht respektieren“, so Nyobewumusi in einem Interview in der Hauptstadt Bujumbura.

Von dem Verbot ebenfalls betroffen sind die Rücküberweisungen von Migranten aus anderen Ländern. Diese machen 1,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Burundi aus. Da viele Bürger kaum oder keinen Zugang zu klassischen Finanzservices haben, stellen Rücküberweisungen von Verwandten, die im Ausland arbeiten, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.

Nicht selten tätigen diese die Zahlungen mangels Alternativen in Bitcoin & Co. Diese erfreuen sich im grenzüberschreitenden Finanztransfer wachsender Beliebtheit. Insbesondere ärmere Länder profitieren von den günstigen Überweisungsservices. Schließlich ist Burundi eines der ärmsten Länder der Erde. 2016 hatte das Land das drittniedrigste BIP/Kopf weltweit.

Will Burundi den Kapitalmarkt kontrollieren?

Beobachter vermuten unterdessen, dass die Regierung in Burundi in Wahrheit andere Gründe für das Verbot hat. Der kenianische User Kenya Coin glaubt beispielsweise, dass die Entscheidung dazu dient, die eigene Währung zu stabilisieren und Kontrolle auf den Kapitalmarkt auszuüben. Trotzdem, so spekuliert der Kommentator auf Twitter, werden die Freelancer in Burundi weiterhin Bitcoin-Handel betreiben. Im Übrigen ist das Land nicht nur eines der ärmsten, sondern auch der politisch unterdrücktesten Länder der Erde. Auf der Rangliste der Pressefreiheit landete es 2017 auf Platz 160 von 180.


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