BTC-Kursanalyse KW11 – Bitcoin schwächelt, nur ’ne Flag oder mehr?

Nach einer leichten Preiserholung ist der Kurs seit gut zwei Tagen am Fallen und steht aktuell bei 1.001,66 EUR (1.077,14 USD).



Zusammenfassung

  • Der Kurs konnte sich nach dem ETF-Denial über die Woche leicht fangen, stieg jedoch nicht auf den alten Wert zurück.
  • Am 16. März begann der Kurs in einen starken Downtrend zu verfallen.
  • Aktuell steht der Kurs bei  1.001,66 EUR (1.077,14 USD).

Meine Bedenken der letzten Woche haben sich bestätigt. Zwar konnte der Kurs sich erstmal fangen, aber wie wir auch am Ende noch einmal betrachten werden, reichte das nicht aus, um aus einem aktuellen Downtrend zu entkommen. Schlimmer noch: Debatten um eine Bitcoin Hard Fork machen die Investoren unsicher, sodass der Kurs seit dem 16. März dramatisch eingebrochen ist. So fiel der Kurs unter EMA100 und EMA200 und führte auch zu einem bearish crossing dieser beiden gleitenden Mittelwerte.

Aktuell testet der Kurs gerade den seit Oktober letzten Jahres verfolgten Trend – von dem steilen Aufwärtstrend seit Januar 2017 sind wir aktuell meilenweit entfernt – scheint aber daran zu bouncen.

Der MACD (zweites Panel von oben) ist negativ, jedoch ist die MACD-Linie (blau) leicht über dem Signal (orange), was zumindest kurzfristig eine Besserung verspricht. Ob dies ausreicht, um den MACD wieder in positive Gefilde zu bringen wird sich zeigen.

Mit 39 bestätigt der RSI (drittes Panel von oben) dieses bearishe Bild. Jedoch ist auch hier seit gestern eine leichte Erholung zu erkennen.

Der Chaikin Oszillator (unteres Panel) ist negativ und rundet dieses insgesamt eher bearishe Bild ab.

Der 60min-Chart sieht also von der Kursentwicklung her bearish aus. Die Frage, die sich jetzt für die Zukunft stellt: Wird der Kurs an dem Langzeittrend bouncen oder ihn negativ durchbrechen? Da die Signale zwar bearish sind, jedoch Grund zur Hoffnung lassen bin ich, zumindest bezüglich der kurzfristigen Entwicklung, eher optimistisch. Ob dies für die mittel- und langfristige Entwicklung auch zutrifft betrachten wir jetzt.

Die langfristige Kursentwicklung

Betrachten wir als erstes den 240min-Chart:

Autsch! Der Kurs in der Darstellung ist noch deutlich negativer als im 60min-Chart. EMA100 und EMA200, welche nun seit Anfang Januar stabile Supports waren, wurden durchbrochen. Wir sehen, dass der Kurs gestern versucht hat, wenigstens wieder den EMA200 zu durchbrechen, dieser hat sich jedoch leider als eine starke Resistance erwiesen.

In der 240min-Darstellung sind die Indikatoren alle eindeutig bearish:

Der MACD liegt deutlich unter der Null, und MACD-Linie liegt ebenso deutlich unter dem Signal. Der RSI ist nicht nur bearish, sondern auch leicht überverkauft. Zwar könnte es sein, dass er aktuell ansteigt, aber wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht bin ich hier noch nicht zu enthusiastisch. Schließlich ist der Chaikin-Oszillator negativ und rundet dieses bearishe Bild ab.

Betrachten wir zum Abschluss den ebenfalls bearishen 1D-Chart:

Der MACD ist hier zwar positiv, jedoch ist die MACD-Linie weiterhin unter dem Signal. Was einen besorgt, ist, dass die MACD-Linie auch kurz davor ist, unter die Null zu fallen, was das bearishe Signal weiter festigen würde. Der RSI steht bei 40 und ist ebenfalls bearish. Der Chaikin-Oszillator ist schließlich negativ, sodass auch in dieser Darstellung alle Signale bearish sind.

Insgesamt haben wir also ein ziemlich bearishes Bild. Wie sich dieses Verhalten weiterentwickelt wird sich an dem aktuellen Kampf um den seit Oktober verfolgten Trend zeigen. Solle dieser durchbrochen werden könnte der Kurs auf bis zu 700 EUR fallen – was dem Support des seit Oktober 2015 verfolgten Langzeit-Trend entsprechen würde.

Doch komplett negativ möchte ich nicht enden: Der aktuelle Downtrend kann auch als Flag verstanden werden. Eine solche hatten wir Anfang 2017 schon einmal. Ich habe diese beiden Flags rot eingezeichnet. Sollte der Kurs aus dieser nach oben hin ausbrechen würde das für einen weiteren Bullen-Run sprechen.

Man sieht also, dass sehr viel am aktuellen Kampf um den durch den (hier blau eingezeichneten) Support hängt. Man sollte diesen also im Auge behalten!

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Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

BTC-ECHO

Bild auf Basis von Daten von coinbase.com

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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