Brave nimmt Kampf gegen Google auf

Quelle: shutterstock, PR (2)

Brave nimmt Kampf gegen Google auf

Die Macher von Brave, dem auf Privatsphäre spezialisierten Internet-Browser, haben in Irland und Großbritannien Klage gegen den Branchenriesen Google eingelegt. Inhalt ist die vermutete Verletzung von Privatsphäre-Rechten gemäß der neuen DSGVO-Richtlinien durch das Unternehmen. In Deutschland und Frankreich lässt Brave Google gleich komplett fallen und steigt auf die Suchmaschine Qwant um.

Brave, bekannt für seinen Browser, der einen hohen Wert auf Privatsphäre legt und automatisch Werbung blockiert, hat Google den Kampf erklärt. Ausgehend von der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union hat Brave in Dublin und London Klage gegen den amerikanischen Internetkonzern eingelegt. Dabei geht es in erster Linie um den Schutz der Privatsphäre der Nutzer. Jedoch wird auch die Marktmacht des Konzerns bei der Beschwerde eine Rolle spielen.

So richtet sich die Anklage offiziell gegen Google und andere „ad tech“-Unternehmen. Als Kläger treten Dr. Johnny Ryan von Brave, Jim Killock, Executive Director der Open Rights Group, und Michael Veale vom University College London auf. Sie wollen die europäischen Behörden auf “eine massive und andauernde Datenpanne“ aufmerksam machen, die „jeden Internet-Nutzer betreffe.“

Personalisierte Werbung als Zeichen für Datenmissbrauch

Diese Datenpanne wird durch personalisierte Werbung (sogenannte „behavioural“ ads) deutlich, die Nutzer beim Besuch verschiedener Websites präsentiert bekommen. Dies ist möglich, da sensible Daten an Unternehmen und Werbeträger weitergegeben werden. Diese Datenweitergabe verstößt laut der Klageschrift jedoch gegen die DSGVO-Richtlinien, da die Daten so nicht vor unautorisiertem Zugriff geschützt sind.

Dazu wird Artikel 5 Absatz 1 der DSGVO herangezogen. Dort heißt es in Punkt f: Personenbezogene Daten müssen „in einer Weise verarbeitet werden, die eine angemessene Sicherheit der personenbezogenen Daten gewährleistet, einschließlich Schutz vor unbefugter oder unrechtmäßiger Verarbeitung und vor unbeabsichtigtem Verlust, unbeabsichtigter Zerstörung oder unbeabsichtigter Schädigung durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen.“

Die Kläger räumen ein, dass Google und andere Unternehmen in der Online-Werbeindustrie die Sicherheit der weitergegebenen Daten eben nicht gewährleisten können. Gemäß DSGVO dürfte es diesen Unternehmen also gar nicht erst erlaubt sein, diese Daten überhaupt erst einzusammeln und zu erheben. Trotzdem habe Google bisher keine Schritte eingeleitet, auf die Gesetzgebung zu reagieren.

Von Google zu Qwant

In Deutschland und Frankreich geht Brave noch einen Schritt weiter. Künftig will man komplett ohne die Dienste des Suchmaschinen-Giganten Google auskommen. Dafür integriert das Unternehmen zukünftig die Alternative Qwant. Qwant ist eine Suchmaschine, die ähnlich wie Brave selbst den Schutz der Privatsphäre der Nutzer in den Mittelpunkt stellt. Man kann bei der Kooperation von Brave und Qwant also durchaus von einer Art Liebesheirat sprechen.

BTC-ECHO

Du bist ein Blockchain- oder Krypto-Investor?: Der digitale Kryptokompass ist der erste Börsenbrief für digitale Währungen und liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Jetzt kostenlos testen

Anzeige

Ähnliche Artikel

Coinbase: Bitcoin-Börse belohnt Entdeckung von Bug mit 30.000 US-Dollar
Coinbase: Bitcoin-Börse belohnt Entdeckung von Bug mit 30.000 US-Dollar
Sicherheit

Die Bitcoin-Börse Coinbase hat für die Entdeckung einer kritischen Sicherheitslücke eine Belohnung in Höhe von 30.000 US-Dollar spendiert.

Verbesserung klinischer Studien durch Blockchain: Boehringer Ingelheim und IBM kooperieren in Kanada für mehr Datensicherheit
Verbesserung klinischer Studien durch Blockchain: Boehringer Ingelheim und IBM kooperieren in Kanada für mehr Datensicherheit
Blockchain

Boehringer Ingelheim (Canada) und IBM Kanada wollen die Möglichkeiten der Blockchain in klinischen Studien testen.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Blockchain – das Hype-Wort des Jahres 2018?
    Blockchain – das Hype-Wort des Jahres 2018?
    Blockchain

    Laut einer Umfrage der amerikanischen Medien- und Marketingplattform Mediapost ist „Blockchain“ das am meisten überbewertete Wort des Jahres 2018.

    Die Idee der DAO – Von Missverständnissen und Potentialen
    Die Idee der DAO – Von Missverständnissen und Potentialen
    Wissen

    Was ist eine DAO? Was hat die Decentralized Autonomous Organization mit Bitcoin und der Blockchain-Technologie zu tun?

    5 Dinge, die jeder Bitcoin-Anfänger kennen sollte
    5 Dinge, die jeder Bitcoin-Anfänger kennen sollte
    Bitcoin

    Bitcoin-Tipps für Anfänger: Was man (nicht) machen sollte und was man (für den Anfang) wissen muss.

    Wie intelligente Stromnetze durch IOTA noch intelligenter werden
    Wie intelligente Stromnetze durch IOTA noch intelligenter werden
    Altcoins

    Die niederländische Firma ElaadNL veröffentlichte einen Proof of Concept für ein autonomes intelligentes Stromnetz.

    Angesagt

    Ripple lanciert XRP Ledger 1.2.0 für „größere Zensurresistenz“
    Ripple

    Das XRP Ledger aus dem FinTech-Hause Ripple erhielt am 13.

    Google-Konkurrent Baidu drückt aufs Gaspedal: Der Blockchain-Motor BBE
    Blockchain

    Der chinesische Google-Konkurrent Baidu hat eine Plattform namens Baidu Blockchain Engine lanciert.

    Bitcoin-Kurs: Kaufen, wenn die Kanonen donnern – laut Grayscale-Report bleiben Investoren bullish
    Bitcoin

    Der Bitcoin-Kurs und seine Zukunft: Das Investment-Unternehmen Grayscale hat seinen Abschlussbericht für das letzte Quartal 2018 veröffentlicht.

    Wie Börsen für Security Token dem Mittelstand zu mehr Liquidität verhelfen werden
    Kommentar

    Gegenwärtig bekommt man aus der Krypto- und Finanzszene öfter zu hören, dass 2019 das Jahr der Security Token wird.

    ×
    Anzeige