Brasilien: Kokainhandel mit Bitcoin – 15 Dealer wegen Geldwäsche verhaftet

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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In Brasilien wurde kürzlich die „Operation Antigoon“ nach 15 Monaten Ermittlungsarbeit abgeschlossen. Landesweit nahmen die Behörden 15 Personen fest und durchsuchten 21 Räumlichkeiten. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, nach dem Verkauf von Kokain und anderen illegalen Drogen Gelder mittels mehrerer Kryptowährungen gewaschen zu haben.

Der Drogenschmuggel lief von Peru, Kolumbien und Brasilien nach Europa, Asien und Afrika. Dazu kamen Transporte illegaler Arzneimittel. Die Kriminellen haben jeweils in den Hafenstädten für den Import Scheinfirmen gegründet, um dem Ganzen einen legalen Anstrich zu verleihen.

Etwa vier Tonnen Kokain beschlagnahmt

Die zweitgrößte Tageszeitung Brasiliens, Folha de S. Paulo, berichtet von 21 Durchsuchungsbeschlüssen in den Bundesstaaten Rio de Janeiro, São Paulo und Espírito Santo. Zwischenzeitlich wurden in mehreren ausländischen Häfen etwa vier Tonnen Kokain beschlagnahmt.

Bezahlt wurde teilweise in Bitcoin und mit anderen Kryptowährungen, um den Weg des Geldes zu verschleiern und die Kontrollorgane zu täuschen. Den Kriminellen ging es auch darum, atypische Geldbewegungen auf den eigenen Konten zu vermeiden, weswegen sie auf Kryptowährungen ausgewichen sind. Die Bundespolizei hat keine Angaben zum Wert der beschlagnahmten Wallets gemacht. Unter den Festgenommenen befinden sich alle Beteiligten der Transporte. So etwa Groß- und Außenhandelskaufleute, Mitarbeiter der Hafenterminals, Lastwagenfahrer und Abfertiger, die gegen Bezahlung bei ihrer Kontrolle ein Auge zudrückten.

Aufklärung lief über Testkäufe

Die Identifikation der Beteiligten zuzüglich zur Aufdeckung der Drogen- und Geldwege lief über Testkäufe der Bundespolizei und Bundessteuerbehörde mit Genehmigung des brasilianischen Justizministeriums. Die mehr als einjährige Gemeinschaftsaktion der brasilianischen Behörden taufte man in Anspielung auf die Stadt Antwerpen „Operation Antigoon”. Die belgische Hafenstadt gilt schon lange als einer der weltweit größten Umschlagplätze für Drogen. Nach volkstümlicher Überlieferung war Antigoon ein Riese, der in der Nähe von Anwerpen sein Unwesen getrieben haben soll.

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