Boltz, Boltz: Bitcoins Lightning-Netzwerk wird benutzerfreundlich
Boltz, Boltz: Bitcoins Lightning-Netzwerk wird benutzerfreundlich

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Boltz: Bitcoins Lightning-Netzwerk wird benutzerfreundlich

Das Lightning Network muss größer werden. Damit möglichst viele Menschen dafür sorgen, muss das Netzwerk praktikabler werden. Boltz will dabei helfen. Das simple Wechsel-Tool sorgt für den bisher einfachsten Transfer von BTC ins Lightning Network und bewahrt gleichzeitig für den Enduser das Credo BYOB – Be your own bank.

Auf dem langen Weg zu einem alltagstauglichen Umgang mit Bitcoin steht vor allem ein Begriff immer wieder im Fokus: die Skalierung. Sinn und Zweck dieser seit Jahren anhaltenden Dialoge ist eine nahezu gebührenfreie und sofortige Bezahlvariante. Die am weitesten entwickelte Lösung dafür ist das Lightning Network. Als zweite Schicht angelegt, werden Zahlungen nicht auf der eigentlichen Bitcoin Blockchain verbucht (on-chain), sondern verbleiben für gewisse Zeit im Lightning Network (off-chain). So können dann Tausende oder Millionen von Transaktionen zu einer einzigen On-Chain-Transaktion zusammengefasst werden. Innerhalb des Lightning Networks gibt es wiederum einige Probleme zu lösen, wie zum Beispiel dieses hier: Wie bekommt man den gewünschten Betrag von der Blockchain (on-chain) in das Lightning Network (off-chain) und umgekehrt? Hierfür verspricht Boltz nach monatelanger Entwicklung eine praktikable Enduser-Lösung zu sein.

Problemstellung

Das Problem, welches das Team hinter Boltz ins Visier genommen hat, lässt sich in etwa so fassen. Bisher ist das Lightning Network nur schlecht geeignet für unregelmäßige Transaktionen, was an mehreren Schwachstellen liegt. Will man einen BTC von A nach C schicken, ohne einen Zahlungskanal mit C aufgesetzt zu haben, kann man den Zahlungskanal zu B nutzen, der wiederum eine Verbindung zu C hat. Dabei sind A, B und C jeweils sogenannte Nodes (= Knoten) im Lightning Network. Nun muss in diesem Fall sowohl im Zahlungskanal AB als auch im Zahlungskanal BC bereits ein BTC vorhanden sein. Man spricht im Lightning Network in diesem Fall von einer Zahlungsroute. Sind also nicht ausreichend BTC im Lightning Network, sind viele dieser Zahlungsrouten nicht praktikabel. Daraus folgt jedoch automatisch, dass Lightning umso besser funktioniert, je mehr BTC im Netzwerk eingespeist sind. Die zweite wichtige Größe sind demnach die aufgesetzten Knoten und Zahlungskanäle.

An dieser Stelle schaltet sich nun Boltz ein. Als Katalysator gedacht soll Boltz dazu beitragen, „den Punkt zu erreichen, an dem sich der [oben kurz skizzierte] Netzwerkeffekt bemerkbar macht“, heißt es in einem Beitrag auf der Publizistenplattform medium.com. Man denke hier an das Konzept der kritischen Masse. Ab einer bestimmten „Masse“ an Knoten und BTC im Lightning Network findet die Software mit großer Wahrscheinlichkeit eine praktikable Zahlungsroute. In dem Fall ohne dass der Nutzer neue Zahlungskanäle aufsetzen oder weitere BTC ins Netzwerk einspeisen muss.

Der interessierte Händler hat bisher nur begrenzte Möglichkeiten, um genug Liquidität im Lightning Network aufzubauen – entweder bittet man andere darum, einen Kanal mit dem eigenen Knoten aufzubauen oder man nutzt einen Service wie Loop oder Boltz. Boltz erlaubt das Swapping [= Tauschen] des [im Lightning Network] benötigten Betrags, ohne einer dritten Partei vertrauen zu müssen oder Zeit investieren zu müssen, um die Kapazität auf natürliche Weise wachsen zu lassen.

Was hinter den Kulissen passiert


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Auf Programmierebene baut Boltz auf den sogenannten Submarine Swaps auf, eine Form der Atomic Swaps, die vom Kryptographen Alex Bosworth entwickelt wurde.

Die Submarine Swaps sind wiederum Hashed Time Locked Contracts (HTLC), die gewährleisten, dass ein Betrag x von einer validen On-Chain-Adresse auf der gewünschten Adresse im Lightning Network ankommt. Eine Adresse im Lightning Network heißt Invoice und beinhaltet mehr Informationen als eine herkömmliche Bitcoin-Adresse. Um drei Unterschiede zu nennen: Den Invoices ist ein Ablaufdatum, eine herkömmliche Bitcoin-Adresse (im Falle eines Bugs wird der Betrag dorthin zurückgeschickt) und eine Zahlungsroute einbeschrieben. Von außen betrachtet sorgt diese Technik für einen treuhänderlosen Tausch von einer Adresse auf eine andere. Im Endeffekt spart man sich eine Kontrollinstanz bei gleichzeitigem Erhalt der Sicherheit. Kurz: Der Tausch wird günstiger.

Ausblick

Die nun online gegangene Testversion wird im Laufe der nächsten Monate gemeinsam mit der Community auf Schwachstellen untersucht. Die Bedienung von Boltz ist simpel gehalten. Der User braucht sich nicht, wie bei Loop, in der Command Line auszukennen. Man muss sich nicht anmelden. Der Tausch geht in Echtzeit vonstatten. Außerdem funktioniere der Tausch in beide Richtungen, und zwar für BTC und LTC gleichermaßen. Auf mögliche Risiken wird man bei Nutzung des Dienstes hingewiesen. Darüber hinaus auf Möglichkeiten, im Falle eines Bugs das entsprechende Guthaben zurückzubekommen. Neben der Ausmerzung von möglichen Schwachstellen will das Boltz-Team vor allem daran arbeiten, dass deren User nicht mehr vom Boltz-Knotenpunkt abhängig sind. Vielmehr sollen sie ihren eigenen Knotenpunkt im Netzwerk als Ausgangspunkt nutzen können.

Das Team hinter Boltz freut sich über so viel Feedback wie nur möglich – einfach deren Discord-Kanal beitreten und rückmelden, wo es Probleme gibt.

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