Bloody Monday hat zugeschlagen – wie geht es weiter?

Am vergangenen Montag ist das gesamte Marktkapital der Kryptowährungen um über 10% gefallen. Eine Bestandsaufnahme. 

Auch wenn eine hohe Volatilität zum Alltag der Kryptowährungen gehört, kann ein Blick nach Feierabend auf das eigene Portfolio einem manchmal die Sprache verschlagen. So gestern geschehen, als der Wert um ungefähr 10% gefallen ist. Eine Erholung ist auch heute, am 11. Juli, nicht in Sicht.

Der Blick auf Coinmarketcap tat sein übriges, um die Stimmung zu prägen, waren doch so gut wie alle Kryptowährungen im freien Fall:

Neben dem potentiellen Kandidaten für unsere Reihe “new coins on the block”, welcher aktuell den Platz 10 einnimmt, fällt auf, dass nicht nur alle Kryptowährungen an Wert verloren haben, sondern fast alle dramatischer als Bitcoin. Das führte entsprechend zu einem Erstarken des Marktanteils von Bitcoin, sodass “The Flippening” aktuell in weiter Ferne scheint:

Bitcoins Marktanteil ist aktuell bei ungefähr 47%; der von Ethereum  ist innerhalb eines Monats um ungefähr 10% gefallen und liegt bei 23%.

Mögliche Hintergründe vom Bloody Monday

Wie lässt sich dieser Kurssturz, insbesondere von Ethereum erklären? Am Sonntag wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Ethereum den Upward Channel verlassen hat und dass die durch ICOs geförderten Projekte nun anscheinend beginnen, das erworbene Geld in Fiat umzutauschen. Zwar werden weitere ICOs beworben, jedoch steht aktuell kein neuer Basic Attention Token am Horizont. Das mag sich durch Mark Cubans geplante Beteiligung an einem ICO ändern; auch wenn es hier durchaus kritische Stimmen gibt, werden viele, die den Worten des Investors folgen, ganz im Sinne des Akronyms FOMO (Fear of Missing Out) auch in diesen ICO investieren.

Jedem Freund von Ethereum muss jedoch auch hier klar sein: Ethereum wird nur als Investment-Vehikel genutzt. Ein der mächtigen Smart Contract-Plafform gerecht werdender Anwendungsfall ist das nicht.

Neben Ethereum haben auch die meisten anderen Kryptowährungen Kursverluste verzeichnen müssen. Selbst Bitcoin ist hier gefallen. Anleger haben anscheinend ihre Gewinne umgewandelt und sind aktuell dabei, von Bitcoin in Fiat umzutauschen. Die kommenden Protokollupdates von Bitcoin, die Sorge um UASF und ob SegWeit 2X funktionieren wird sorgt für Unruhe auf dem Markt.

Was sollte man tun?

Besonnenheit ist das Gebot der Stunde. Natürlich steht es jedem frei, seine Profite in Fiat umzuwandeln, wenn er dies tun will. Dennoch kann ein solcher Kurssturz auch immer eine Möglichkeit zum Nachkaufen bieten. Entsprechend sollte jeder genau seine fundamentale Investmenteinschätzung überdenken, bevor aus blindem Reaktionsmus Kauf- oder Verkaufsorder getätigt werden. Gegebenenfalls kann es auch helfen nicht ständig auf sein Portfolio zu schauen.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Zudem engagiert er sich aktiv für die Krypto-Community – sowohl online als zentraler Ansprechpartner im Slack-Channel von BTC-ECHO als auch offline als Speaker und Interviewer pflegt er stets den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären. Der promovierte Physiker kann auf jahrelange Berufserfahrung als Projektleiter und technologischer Berater zurückgreifen. Philipp begeistert sich dabei seit vielen Jahren nicht nur für die technologische Dimension von Kryptowährungen, sondern auch für die dahinterliegende sozioökonomische Vision.

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