Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren

Quelle: Container via Shutterstock

Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren

Jeder redet über das Ende der Banken. Bitcoin als neues Zahlungsmittel. In einem anderen Bereich haben die Banken bereits verloren: Trade Finance. Die wenigsten Verbraucher kennen die Handelsfinanzierung, dabei ist es ein gewaltiger Zweig der Finanzindustrie.  Das globale Marktvolumen liegt bei rund 3 Milliarden Dollar jährlich. Es könnte zehn Mal so groß sein. Einzig: Die Banken schaffen es nicht.

Trade Finance wird das Bindeglied zwischen der digitalen und analogen Welt. Wir verschiffen jedes Jahr mehr Güter rund um den Globus als je zuvor. Wir importieren und exportieren riesige Mengen an Waren. Dabei sind die Handelspartner, etwa in Fernost, oft nicht persönlich bekannt. Soll nun der Lieferant zuerst die Ware verschicken oder der Empfänger zahlen? Es herrscht Unsicherheit. Bislang fungieren Banken als vertrauenswürdiger Intermediär. Beide Handelspartner schalten ihre Bank ein, die garantieren die Zahlung. Alle sind glücklich! Fast. Der Service ist sehr teuer und langsam. Dokumente werden durch die Welt geschickt. Jeder Zettel wandert durch zahlreiche Hände. Schnell geht anders.

Die erste private Blockhain für Trade Finance

Das Unternehmen Brighann Cotton versicherte eine Lieferung aus Texas nach Qingdao (China) in 2016 erstmal über eine private Blockchain. Beide Parteien verfolgen die Lieferung in real-time. Niemand muss mehr Papiere überprüfen, ob der Container wirklich am Hafen angekommen ist. Kein Papierkram, weniger Unsicherheit.

Bei den Banken entfallen viele Einzelschritte, die bislang händisch von Angestellten umgesetzt wurden. Jeder Schritt ist extrem fehleranfällig. Der kleinste Fehler bedeutet im Zweifel, dass die Garantie der Bank hinfällig wird.


Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren
[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Cameron Austin, General Manager of Brighann Marketing Inc sagt dazu: „Die Vorteile von geringeren Kosten und erhöhte Sicherheit durch die Reduzierung von Fehlern, Risiko und Zeit, erlaubt es Unternehmen effizienter zu werden.“

Es gibt unterschiedliche Entwürfe für die Blockchain. IBM Research hat einen privaten Ansatz vorgestellt, in dem jeder Teilnehmer nur das Nötigste sieht. Die Kunden gehen noch immer den Weg über die traditionellen Banken. Einzig die bislang notwendigen Dokumente entfallen.

Einige Start-ups experimentieren mit einer völlig transparenten Blockchain, in der jeder alles einsehen kann. Auf kurz oder lang wären Banken an diesem Prozess nicht mehr beteiligt.

Die Vorteile sind eindeutig: Die Daten sind unveränderbar gesichert, eine nachträgliche Manipulation wird ausgeschlossen. Dokumente können nicht mehr verloren gehen oder auf unerklärbare Weise verschwinden. Bislang ein leidiges Problem. Das alles kostet Gebühren, eine Menge Nerven und insbesondere kostest es Zeit.

Regulierung verlangsamt Innovationen

Die immer striktere Regulierung erschwert Banken das Geschäft zunehmend. Die Abkommen Basel II und III der G10-Staaten fördern langfristige Risiken über kurzfristige Verbindlichkeiten. Trade Finance umfasst jedoch oft Finanzierungen von einigen Wochen bis Monaten. Die Handelsfinanzierung wird damit weniger profitabel. Naturgemäß verlieren somit zuerst kleinere Unternehmen den Zugang zum Markt. Dabei entscheidet eine Lieferung eines mittelständischen Unternehmens manchmal über ein erfolgreiches oder verlustreiches Jahr. Große Unternehmen besitzen mehr Marktmacht (verlangen Vorkasse) und verkraften Verluste besser.

Zusätzlich erschweren strenger werdende Know-Your-Customer (KYC) Regeln den internationalen Handel. Banken müssen ihre Kunden und deren Geschäftsmodell kennen und verstehen. Das betrifft Privatkunden, Firmen und Partnerbanken. KYC soll die Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche unterbinden. Der Aufwand dafür steigt zuletzt stark an. Die neue Anti-Geldwäsche-Richtline der Europäischen Union soll diese Regeln nun auch auf Kryptowährungen ausweiten.

Kritisch wird es in großen Ländern wie Iran und Russland, die von mehreren internationalen Sanktionen belegt sind. Der Handel ist nicht generell verboten, aber eingeschränkt. Was erlaubt, was verboten ist, gleicht einem Minenfeld. Niemand weiß, ob morgen noch gilt, was heute vereinbart wurde. Viele Banken winken aus Angst vor empfindlichen Geldstrafen ab. Das schadet Unternehmen, die gerne legale Produkte verschicken würden. Ihre Hausbank kann sie dabei nicht unterstützen.

Ein offenes System ist gut für den Handel

Ein unabhängiges Distributed-Ledger-System wäre neutral. Jeder bekommt Zugriff und kann die Bedingungen individuell mit seinem Vertragspartner aushandeln. Geringe Kosten ermöglichen so auch Kleinunternehmen ihre Waren zu versichern und exportieren. Niedrigere Einstiegsbarrieren (insbesondere geringe Kosten) ermöglichen es einer Vielzahl von Unternehmen ihren Export sicherer zu gestalten. So wächst das Marktvolumen von Trade Finance enorm an.

Die rasante Entwicklung des Internet-of-Things ermöglicht den weltweiten Versand besser zu verfolgen und die Qualität zu überwachen. Wenn die Entfernung zu weit ist und das Vertrauen zum Handeln nicht immer ausreicht, ist Transparenz die beste Alternative.

Derzeit gilt es noch viele Hürden zu überwinden. Die Banken fürchten ein milliardenschweres Geschäft zu verlieren. Junge Start-ups haben es schwer in den abgeschotteten Markt zu drängen. Die Regulierung erleichtert ihnen einen Einstieg bislang nicht. Zu viele offene Fragezeichen und Unsicherheiten stehen im Raum. Der erste Schritt ist aber bereits gemacht.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren
Plus Token gehört zu den Top 10 der reichsten Ethereum-Adressen
Blockchain

Der mutmaßliche Plus Token Scam nennt inzwischen eine der 10 reichsten Ethereum-Adressen sein eigen. Letzte Informationen geben Hinweise auf die Verschleierungstaktik des ehemaligen Initial Coin Offerings (ICO).

Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren
Nike patentiert Schuh-Token auf Ethereum Blockchain
Blockchain

Nike Sneaker in limitierter Sonderauflage werden in China bereits wie Aktien gehandelt und mit Preisaufschlag weiterverkauft. Damit tatsächlich nur die Originalmodelle im Sekundärmarkt gehandelt werden, hat Nike jetzt einen Schuh-Token patentiert, der Besitzrechte über die Blockchain verifiziert.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren
Plus Token gehört zu den Top 10 der reichsten Ethereum-Adressen
Blockchain

Der mutmaßliche Plus Token Scam nennt inzwischen eine der 10 reichsten Ethereum-Adressen sein eigen. Letzte Informationen geben Hinweise auf die Verschleierungstaktik des ehemaligen Initial Coin Offerings (ICO).

Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren
Bitcoin & Co.: US-Börsenaufsicht verklagt ICO-Betreiber
Sicherheit

Die Securities and Exchange Commission (SEC), hat am 11. Dezember gegen einen Betreiber eines Initial Coin Offering (ICO) Klage eingereicht. Sein Unternehmen soll Investoren betrogen und dabei 42 Millionen US-Dollar eingesammelt haben.

Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren
Wetten auf der Blockchain: Für jeden und auf alles – Ein Interview mit den Gründern von DigiOptions
Interview

Die Blockchain-Technologie kann nicht nur genutzt werden, um einen dezentralen Handel von Bitcoin & Co. zu ermöglichen. Mit DigiOptions sollen zukünftig neue Wettmärkte erschlossen werden, die weit über den Handel mit Kryptowährungen hinausgehen. Was bis vor ein paar Jahren an zu vielen technischen und regulatorischen Hürden gescheitert ist, kann nun auf der Ethereum Blockchain verwirklicht werden. Wie die digitalen Optionen funktionieren, warum auch das Wetter getradet werden kann und wie man es schafft, für genügend Liquidität in einem Wettmarkt zu sorgen, haben uns die Gründer von DigiOptions Holger und Ulf Bartel im Interview verraten.

Handel, Blockchain wird den internationalen Handel revolutionieren
Nike patentiert Schuh-Token auf Ethereum Blockchain
Blockchain

Nike Sneaker in limitierter Sonderauflage werden in China bereits wie Aktien gehandelt und mit Preisaufschlag weiterverkauft. Damit tatsächlich nur die Originalmodelle im Sekundärmarkt gehandelt werden, hat Nike jetzt einen Schuh-Token patentiert, der Besitzrechte über die Blockchain verifiziert.

Angesagt

BitClub Network soll 722 Millionen US-Dollar ergaunert haben
Bitcoin

Das weite Feld der Krypto-Investments ist nicht frei von schwarzen Schafen. Den jüngsten Beleg hierfür liefert ein Fall aus den USA. Die Betreiber des BitClub Network gaben an, mit ihrer Plattform Investitionen für Bitcoin Mining Pools zu sammeln. Die US-Staatsanwaltschaft beurteilt das Geschäftsmodell indessen ein wenig anders. Sie erhob Anklage wegen Betrugs.

Stable Coin mit IWF-Orientierung: Nobelpreisträger macht Libra Konkurrenz
Altcoins

Der geplante Facebook Coin Libra bekommt Konkurrenz. Das Saga-Projekt unter Nobelpreisträger Myron Scholes soll sich am Sonderzeihungsrecht des internationalen Währungsfonds orientieren.

Bitcoin-Dominanz braucht Impulse – Gesamtmarktbetrachtung
Kursanalyse

Auch diese Woche tendiert die Bitcoin-Dominanz trotz einer fallenden Marktkapitalisierung weiter seitlich. Spekulationen um große Bewegungen bei Bitcoin (BTC) sorgen für Nervosität bei den Anlegern. Viele Altcoins müssen wie Bitcoin ebenfalls Kursabschläge hinnehmen.

Tezos-Kurs: Höhenflug beim „Ethereum-Killer“
Altcoins

Der Tezos-Kurs konnte sich innerhalb der letzten Woche durch starke Aufwärtstendenzen vom restlichen Krypto-Markt absetzen. Während der Bitcoin-Kurs etwa in den vergangenen sieben Tagen zarte Verluste von 0,69 Prozent verkraften musste, legte der Tezos-Kurs um satte 16 Prozent zu.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: