Blockchain-Ökosystem Singapur: Was nach der Blockshow Asia bleibt

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Wir sind für euch nach Singapur zur Konferenz Blockshow Asia gereist, um mehr über die Blockchain-Adaption im asiatischen Raum zu erfahren und zu prüfen, worum es wirklich auf der groß angelegten Blockchain-Konferenz geht.

Von Cointelegraph wurden wir eingeladen, am 29. und 30. November von der Blockshow Asia als Medienpartner zu berichten, was uns im Folgenden dennoch nicht davon abhalten soll, auch Kritikpunkte anzusprechen. Der Austragungsort, das Resort World Convention Center, stellte beeindruckende Räumlichkeiten zur Verfügung, die von Cointelegraph nicht weniger beeindruckend in Szene gesetzt worden sind – eine Dimension, die man aus Europa nicht gewohnt ist.

ICOs stellten alles in den Schatten

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Schnell fiel auf, dass die Veranstaltung von einem Thema dominiert wurde: ICOs. So betraten wir nach kurzer Zeit die Ausstellerhalle, wo sich unzählige Stände von Blockchain-Start-ups befanden, die genau ein Ziel hatten: Investoren für ihr bevorstehendes ICO zu gewinnen.

In der Hoffnung auf anregende Gespräche über spannende Blockchain-Lösungen wurden wir enttäuscht, da die anwesenden Teilnehmer eher einen Marketing- anstatt einen IT-Background vorzuweisen hatten. Eine Ausnahme bildete hier Victor Bonhomme, Full Stack Engineer bei iExec, einem französischen Blockchain-Start-up, das eine Plattform zur Monetarisierung von freien Rechnerkapazitäten gebaut hat. Entscheidender Unterschied zu den meisten anderen Ausstellern war allerdings, dass iExec bereits einen ICO durchgeführt hat und mit einer bereits funktionierenden Blockchain-Lösung einen Mehrwert anbieten kann.

Auch die Vorträge waren stark von CEOs dominiert, die mit einem Werbestand auf der Messe vertreten waren. Ein Grund, warum wir nur wenige Vorträge besucht und stattdessen versucht haben, interessante Persönlichkeiten zu treffen. Ein solch anregendes Gespräch hatten wir beispielsweise mit Allen Day von Google, der zum Thema künstliche Intelligenz forscht und sich nun über Schnittmengen zum Thema Blockchain erkundigen wollte. Gemeinsam mit Dr. Michael Raumann, Founder/CSO der CryptoTec AG, haben wir so über Blockchain-Anwendungsfälle in der Realwirtschaft gesprochen und darüber, wie hier zukünftig künstliche Intelligenz integriert werden kann.

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Die Blockshow war eine freiwillige Pflichtveranstaltung für ICOs und Personen mit internationalen Networking-Ambitionen. Wer hingegen auf der Suche nach einer technisch anspruchsvollen Auseinandersetzung mit der Blockchain-Technologie war, hätte sich das Geld sparen können.

Blockchain-Hotspot Singapur

Abseits der Konferenz haben wir uns mit dem Wissenschaftler Simon Trimborn getroffen, der an der National University of Singapore zur Blockchain-Technologie forscht und unter anderem Indizies für Kryptowährungen entwickelt. Im Gespräch stellte sich schnell heraus, dass sich Singapur in Sachen Blockchain-Forschung nicht vor Stanford oder dem MIT aus den USA verstecken muss.

Dies liegt unter anderem daran, dass der flächenmäßig kleinste Staat Südostasiens vieles bietet, was ein Blockchain-Ökosystem befeuert. Als zweitwichtigster Finanzplatz Asiens nach Hongkong ist für ausreichend Kapital gesorgt, dass dank einer deregulierten und investment- respektive steuerfreundlichen Regulierung schnell investiert werden kann. Dieses Umfeld zieht wiederum die chinesische Elite an, die mit Wissen und Kapital nach Singapur drängt und sich ihren Platz an den Universitäten und Finanzunternehmen bahnt. Unterstützt von dem ICO-Verbot in China ist Singapur auch hier Zufluchtsort für Blockchain-Innovationen aus China.

Des Weiteren ist Singapur das wahrscheinlich westlichste Land in Asien. Nicht umsonst gelten die Lebenshaltungskosten in Singapur als eine der höchsten auf der ganzen Welt. Ein hoher Lebensstandard und Englisch als eine offizielle Amtssprache machen es einem jeden Expat aus den USA oder Europa leicht, hier Fuß zu fassen.

Diese Gründe sind es, die unter anderem bekannte Blockchain-Unternehmen wie TenX nach Singapur ziehen. Es empfiehlt sich mit wachem Auge auf Singapur zu schauen, denn Singapur ist der Blockchain-Hotspot Asiens und daran wird sich sicherlich auch so schnell nichts ändern.

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