“Blockchain Nirvana” – Rückblick auf einen Workshop von Vodafone

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Quelle: Shutterstock.com - DOGAN

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In Frankfurt haben sich Vertreter verschiedener Unternehmen beim Vodafone Enterprise Plenum zum Thema Blockchain getroffen. Wir von BTC-ECHO waren dabei.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Sven Wagenknecht

Frankfurt – Stadt der Banken. Eigentlich wundert es nicht, dass ein Workshop zur Blockchain in Frankfurt stattgefunden hat. Der Workshop ist vom Vodafone Enterprise Plenum organisiert worden. Dieses Plenum, ein Netzwerk der Geschäftskunden Vodafones, veranstaltet regelmäßig Workshops zu technologisch aktuellen Themen.

Blockchain-Einführung für Unternehmen

Diesmal ging es um die Blockchain-Technologie. Unter dem Namen Blockchain Nirvana versammelten sich viele Interessierte, um von uns Referenten einen Einblick in die Möglichkeiten und Herausforderungen der Blockchain-Technologie zu erhalten. BTC-ECHO hatte dabei die Ehre, einen Einführungsvortrag zu halten.

Im Anschluss hat Validity Labs die Einführung vertieft. Anhand von Excel-Sheets wurde das Konzept der Blockchain gut dargestellt sowie diese und vor allem Smart Contracts durch eine Glücksspiel-Dapp live vorgeführt.


Alexander Schindler vom Pharma- und Chemiehersteller Merck referierte über Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain im Supply Chain Management und zur Möglichkeit fälschungssichere Archivierung vorzunehmen. Schindler betrachtete das disruptive Potential der Blockchain, stellte in diesem Zusammenhang aber auch Indizien für falsche Use-Cases dar: sollte man einen Use-Case ebenso gut ohne Blockchain realisieren können, braucht es diese nicht.

Xtech wurden erst vor kurzem in einem Interview hier vorgestellt. Auf dem Plenum stellte Christian Gorgas ihr Konzept der Machine Economy vor. In dem Zusammenhang äußerte er die gewagte These, dass wir Menschen, trotz aller Nachteile der bestehenden Systeme, Kryptowährungen nicht zwangsläufig zum Geldtransfer brauchen. Natürlich kann man einwerfen, dass Verschiedenes mit Kryptowährungen besser gehen würde, aber das bedinge keine zwingende Notwendigkeit.

Im krassen Gegensatz dazu stehen Devices im Internet of Things: eine Lampe will exakt nur das an Strom bezahlen, was auch verbraucht wurde – und das möglichst schnell. In diesem Kontext wurde schließlich über Share and Charge (eine dezentrale Methode der Monetarisierung von Stromzapfsäulen), Conjure (ein Peer to Peer Energiehandel) und Genesis of Things (ein 3d-Drucker-Netzwerk, welches zur Fälschungsprävention eingesetzt wird) gesprochen.

Dr. André Kudra von esatus ag hat im Anschluss die relevanten Dimensionen der Berechtigungsarchitektur von Blockchain-basierten bzw. DLT-basierten Lösungen, das heißt von public vs. private und permissioned vs. permissionless, dargestellt. Letztlich kann man auf dieser Basis Blockchains in vier Sparten einteilen:

  • Public permissionless sind Blockchains wie Bitcoin, die von überall einsehbar sind und wo prinzipiell jeder an der Validierung von Blöcken teilnehmen kann. Bitcoin und viele andere Kryptowährungen dienen hier als Beispiele.
  • Private permissionless sind Blockchains, die eben nicht einsehbar sind, wo jedoch jeder am Mining teilnehmen kann. Das würde einen seltsamen Use-Case voller Widersprüche ergeben, wodurch es derartige Architekturen nicht gibt.
  • Public permissioned Blockchains sind einsehbare Ledger, wo jedoch die Validierung in den Händen einer privaten Gruppe liegt.
  • Private permissioned Blockchains sind oft Gegenstand, wenn große Unternehmen oder Banken von Distributed Ledger Technology reden. Jedoch sollte hier immer wieder überlegt werden, ob es sich tatsächlich lohnt, eine Blockchain statt einer üblichen Datenbank zu nutzen.

Bei diesen Use Cases wurden Vor- und Nachteile sowie Aspekte, die bezüglich Sicherheit beachtet werden müssen, genannt. Ein sinnvoller Vortrag, der auch die Einordnung von Ideen für Blockchain-Anwendungen, die Alexander Schindler zuvor präsentierte, weiter vertiefte.

Brainbot und Slockit: Herausforderungen und Zukunft der Blockchain

Nach einer kurzen Kaffeepause war Zeit für Startups: mit Brainbot und Slock.it konnten zwei Startups, die im Bereich Blockchain-Technologien unterwegs sind, ihre Einschätzungen zum Themenkomplex darstellen.

Brainbot hat mal als Suchmaschinenbetreiber begonnen, ist aber jetzt in vielen Ethereum-basierten Projekten wie Hydrachain, Raiden, Trustliness oder dem Python-Client von Ethereum dabei. Kristoffer Nærland hat als Auftakt über aktuelle Herausforderungen (Privatsphäre, Skalierbarkeit, Zugänglichkeit) und mögliche Lösungswege (Zero Knowledge-Proofs und State Channels, Raiden, Bilateral Trust) gesprochen. Das Konzept Bilateral Trust, welches die Zugänglichkeit erleichtern soll, ist im Rahmen des Trustlines Network realisiert, welches als ein Ripple ohne Banken verstanden werden kann. Wichtig im Zusammenhang mit Brainbot zu erwähnen ist noch, dass sie ein Kick off Meeting der Ethereum Enterprise Alliance in Deutschland planen.

Den Abschluss bildete Christoph Jentzsch von Slock.it. Er hat in einer Werkschau sein persönliches Engagement in Ethereum dargestellt, in dem Zusammenhang auch viel über den Beginn und das Ende der DAO gesprochen, natürlich über Slock.it geredet und generell die Hörer an seiner Vision von Dezentralität teilhaben lassen.

In dem Kontext fand ich seinen Kommentar bezüglich des Unterschiedes zwischen der DAO und aktuellen ICOs wichtig: in der DAO wurde das Geld an eine dezentrale Organisation geschickt, nicht an ein konkretes Developer-Team. In der Hinsicht existieren zwar Ähnlichkeiten zwischen der DAO und den aktuellen ICOs, aber das Konzept erstgenannter ist letztlich doch dezentraler.

Insgesamt war es ein spannender, intensiver Tag, für den ich den Organisatorinnen und Organisatoren des Vodafone Enterprise Plenums nur danke sagen kann!

BTC-ECHO


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