Blockchain meetup Berlin – Ein Abend für die Blockchain

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Quelle: Blockchain Meetup Berlin

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Die Berliner Bitcoinszene ist groß – wie regelmäßige Veranstaltungen wie das Blockchain meetup Berlin zeigen, bei dem BTC-ECHO zugegen war.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

er, als es gerade um die Frage “Grexit oder Bailout” heiß her ging. Man kann sich da vorstellen, wie verzweifelt Leute waren, Banken hatten geschlossen, man fragte sich, wie man an sein Geld überhaupt herankommt etc. In einer solchen Situation ist Bitcoin natürlich nicht auf taube Ohren gestoßen, so hat ein Paar, dass außer Landes gehen wollte, Bitcoin dazu genutzt, um auch das Geld sicher außer Landes zu bekommen.

Als zweites stellte er die Yap-Inseln vor. Hier ging es letztlich weniger um Bitcoin, als um die recht eigene ursprüngliche Währung auf Yap: Der Rai ist eine ziemlich eigene Währung, da sie aus riesigen Steinscheiben besteht. So sieht man an Wegen und Häusern überall auf den Yap-Inseln diese riesigen Steinscheiben.

Letztlich war mit diesen Steinen ein gewisser, in der Community festgehaltener Wert verbunden. Wenn also Leute was gekauft haben, hat der Stein den Besitzer gewechselt. Da die Steinscheiben recht schwer waren, blieben sie an Ort und Stelle und ebenso wie den Wert hat die Community sich daran erinnert, wer welchen Stein besitzt.

Die Steine selbst kamen von einer ca 400km entfernten Inseln namens Palau – neue Steine zu beschaffen war also für eine Kultur, die primär mit Flößen auf das Meer fuhr, äußerst gefährlich, so dass sehr selten neue Steine geholt wurden.


Insgesamt mag dem einen oder anderen eine Menge von Parallelen auffallen: Die Währung war letztlich durch ein Konsens-System getragen und ein Proof-of-work-mechanismus verhinderte eine Hyperinflation. Außerdem wurden nicht die Steine selbst, sondern nur die Besitzrechte an diesen Steinen weitergegeben. Bitcoin, ick hör Dir trapsen!

Man kann auf tragische Weise die Bitcoin-Analogie noch weiter spinnen: Als es einfacher wurde, nach Palau zu kommen, ist natürlich durch eine starke Inflation der Rai im Wert dramatisch gefallen – da des Menschen Terraforming-Fähigkeiten eher begrenzt sind war es unmöglich, die Difficulty an die Technologie anzupassen.

Ein drittes Ziel der Reise war im Mai diesen Jahres Venezuela. Dort wütet zur Zeit eine dramatische Inflation, Videos, in denen Felix ca zwei Minuten braucht, um die Scheine abzuzählen, mit denen er zwei Pizzen für sich und einige Einheimische kauft, erinnern an die Photos der Inflation in Deutschland, ein gespenstischer Eindruck, der von Photos von leeren Supermärkten, in denen der Strom ausgeschaltet ist, bestätigt wird.

Einige Leute in Venezuela versuchen verständlicherweise, sich mit Bitcoin über Wasser zu halten und nutzen Bitcoin als Absicherung gegen die Inflation. Da der Strom, auch wenn er nur für bestimmte Zeiten immer da ist (abhängig von der Stadt), im sozialistischen Venezuela kostenlos ist, gibt es einige Miner, die sich dadurch letztlich noch ein zweites Monatsgehalt dazuverdienen. Soll also nochmal jemand sagen, Mining würde sich nicht lohnen!

Insgesamt waren die Darstellungen von Felix interessant: Sicher, Bitcoin Adoption muss noch fortschreiten und es gibt noch (zu) viele Läden, in denen man nicht mit Bitcoin zahlen kann. Aber an Griechenland und Venezuela konnte man sehen, dass Leute Bitcoin durchaus nutzen – auch nicht-Geeks: Leute, die versuchen, das Geld vor pleitegehenden Banken zu retten, die es ins Ausland schaffen wollen – oder die einfach einem Verwandten Geld schicken wollen, ohne dabei auf Western Union angewiesen sein zu müssen. Man konnte sehen, dass Bitcoin zwar natürlich noch ein Nischenprodukt ist, aber längst nicht mehr ein obskures, unbekanntes Nischenprodukt.

Insgesamt hat mir die Veranstaltung gefallen, wird nicht das letzte Mal sein, dass ich auf ein Blockchain Meetup Berlin gehe! Vielen Dank an Brian Fabian für die Organisation!


BTC-Echo

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