Blockchain-Investments von Konzernen auf Rekordkurs – Tokenisierung als Motor?

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Internationale Konzerne und Firmen treiben ihre Blockchain-Investments aktuellen Schätzungen zufolge derzeit in Rekordhöhen. Damit trotzen die Investoren der herrschenden öffentlichen Skepsis gegenüber dem Krypto-Sektor. Laut Beobachtern wetten die Konzerne derzeit auf den nächsten großen technologischen Durchbruch. Motor dieser Entwicklung könnte die fortschreitende Entwicklung der Tokenisierung, der Herausgabe digitaler Wertpapiere, sein.

Microsoft, PayPal oder Nasdaq – wer die aktuelle Berichterstattung verfolgt, dem scheint, dass immer mehr internationale Konzerne und Firmen der öffentlich herrschenden Skepsis trotzen und ihr Geld auf Blockchain-Entwickler setzen. Aktuelle Analysen der Marktforscher PitchBook bestätigen nun diese Vermutung.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters an diesem Donnerstag, dem 18. April berichtet, belaufen sich die Investitionen von Konzernen in den Krypto-Sektor seit Beginn des Jahres auf ganze 755 Millionen Euro. Dabei unterstützen sie derzeit 13 unterschiedliche Projekte und Partnerschaften. Zum Jahresdrittel befinden sich die Konzern-Investments damit auf Rekordkurs: Denn bis zum Ende des Jahres könnten sie dem aktuellen Trend nach die bisherige Bestmarke von 2018 mit 2,13 Milliarden Euro knacken.

Von Investments in Kryptowährungen selbst nehmen Firmen und Konzerne den Marktdaten zufolge dabei Abstand. Vielmehr suchen die Wirtschaftsriesen nach langfristigen Möglichkeiten, einen grundlegenden Wandel einzuläuten, erklärt Richard Hay, britischer Finanzchef der Anwaltskanzlei Linklaters gegenüber Reuters. Als mögliche Felder für einen solchen Wandel gelten derzeit die in Finanzindustrie und der weltweite Handel.

Tokenisierung feuert Investment-Motor an

Entscheidender Initialfunke hinter dem Blockchain-Engagement sei die Absicherung gegenüber der Konkurrenz, um sich bei einem solchen Wandel nicht abhängen zu lassen, vermuten Beobachter.

Als einen wichtigen Motor der zunehmenden Investitionen wird unter anderem die Tokenisierung traditioneller Anlageobjekte gesehen. Darunter versteht man die Herausgabe digitaler, blockchainbasierter Wertpapiere.

Die Menschen sind wirklich begeistert von der Tokenisierung […]. Das ist momentan der Bereich, in dem wir den meisten Wandel erleben. Für diesen technologischen Hedge investieren [Unternehmen] derzeit so viel wie nie,

beschreibt Anton Ruddenklau, Leiter der FinTech-Abteilung beim Schweizer Wirtschaftsprüfer KPMG, den derzeitigen Sog der Krypto-Branche.

Sogenannte Security Token ermöglichen eine quasi genossenschaftliche Finanzierung und damit die Teilhabe an einer ganzen Reihe von Anlageklassen. Diese reichen von Immobilien über Aktienfonds bis hin zu Kunstwerken und gelten als der neuste Trend im Blockchain-Universum.

Anders als Kryptowährungen wie dem Bitcoin verstehen sie sich explizit als Wertpapiere und sollen etwa nach Ansicht der US-Aufsicht SEC gegenüber den zuständigen Behörden auch als solche kenntlich gemacht werden. Vor allem dieser Aspekt gesetzlicher Sicherheit soll derzeit das Interesse von Herausgebern und Investoren an Krypto-Token und Blockchain-Technologien befeuern.


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