Die Blockchain-Gefahren der Zukunft

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Quelle: © stockphoto mania, Fotolia

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Martin Hagelstrom ist ein Bitcoin Enthusiast, Projektleiter und Berater für IT Projekte bei IBM. In diesem Meinungsbeitrag spricht Hagelstrom über die, wie er es nennt, Verbreitung [zu] futuristischen Denkens für die Blockchain Industrie und seiner Schlussfolgerung, dass wir zunächst eher praktische Lösungen in Zukunft brauchen werden.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Mark Preuss

Wir alle haben davon gehört, dass Bitcoin es uns ermöglichen wird den Tank von fahrerlosen UBER-Fahrzeugen zu füllen, Mechaniker zu engagieren und für den Service zu bezahlen, ohne das ein menschliches Eingreifen nötig wäre.

All das klingt möglich, aber lasst uns ehrlich sein, es fühlt sich nicht so an als wenn es in naher Zukunft passieren würde.


Um ehrlich zu sein, wir fahren heute auch keine fahrerlosen Autos im Silicon Valley, die Auto-zu-Tank Transaktion der Blockchain Community ist also nicht die größte Herausforderung, egal wie aufregend und schlagzeilenverdächtig es klingen mag.

Versteht mich nicht falsch, ich sage nicht, dass es nicht passieren wird, aber es das macht es nicht automatisch zu einem guten Anwendungsfall der heute schon implementiert werden soll, oder zu einem Thema, dass in den bekannten Diskussionen geführt werden soll.

Als Gemeinschaft müssen wir vorsichtig sein und dürfen uns nicht zu sehr mit Zukunftsmusik anfreunden. Bitcoin und Blockchain können heute schon Probleme lösen, aber statt die Öffentlichkeit an diese Beispiele zu erinnern, fallen wir häufig zu abstrakten Ideen zurück, um unser Beispiel vorzubringen und unsere Argumente zu unterstützen.

Und nochmal, ich sage nicht, dass wir aufhören sollten nach neuen Ideen Ausschau zu halten, oder dass ein solches Denken wichtig für neue Innovationen wäre. Aber andersherum müssen wir diese Technologie nutzen um intelligente Lösungen für die heutigen Probleme heutiger Nutzer zu finden.

Ich sage lediglich, dass es wahrscheinlich mehr als nur ein paar Große Erfindungen zwischen jetzt und dem Zeitpunkt geben wird, an dem dein Smart-Pet Gerät für dein Haustier sein eigenes Essen auf Amazon oder OpenBaazar bestellt.

Gebrauchstauglichkeit erhöhen

Aber was können wir heute erreichen?

Wahrscheinlich ein weniger extravagantes Szenario. Das derzeit brillanteste Gerät für das Internet der Dinge ist Amazons Dash, ein Gerät, dass mit dem WLAN verbunden ist und Produkte nachbestellt. Ist es so neuartig wie ein Smart Kühlschrank? Natürlich nicht, aber es funktioniert und bietet eine Lösung an.

Vielleicht können wir eine Lösung entwickeln, die es Anwendern ermöglicht Geld an seine Kinder zu schicken, welches nur fürs Tanken oder auf dem Schulgelände ausgegeben werden kann. Oder vielleicht könnten wir Automaten entwickeln, die 5% ihres Umsatzes an ein Smart-Energiezähler in Afrika schicken, um dort die Lichter in den Schulen angeschaltet zu lassen.

Wie wäre es damit, ein Unternehmen zu entwickeln, dass sein Geld für jeden produzierten Gegenstand bekommt? Es könnte sogar ein Finanzausgleichsmodell kombiniert mit der Multisignature-Technologie (Multisignature: mehr als ein Key ist für eine Transaktion notwendig) haben, wobei der Erlös erst gezahlt werden würde, wenn der Gegenstand hergestellt wurde.

Es mag sein, dass dies alles langweilige Ideen sind. Aber zumindest sind sie heutzutage mit dem richtigen Team und dem richtigen Produkt möglich.

Wer weiß? Vielleicht wird das jemand lesen und mit viel besseren Ideen kommen.

Das Pferd von hinten aufzäumen

Wenn man 30 Jahre alte Science-Fitcion Filme guckt, sollte man eine Sache dabei beachten – Menschen sind unheimlich schlecht darin die Zukunft vorherzusehen.

Der Grund dafür liegt darin, dass wir die Vorhersagen aufgrund des Kontexts von heute machen. Wenn wir versuchen für die nächsten 10 Jahre zu planen, nehmen wir an, dass wir Smartphones so benutzen werden wie wir sie kennen. Erinnern Sie sich wie Smartphones vor 10 Jahren aussahen? Die meisten Menschen haben sie noch “Mobiltelefone” genannt.

Deswegen ist es so schwierig einen Vorstand oder Verwaltungsrat davon zu überzeugen Geld in ein neues Produkt zu investieren, wenn sie nicht sofort sehen, ob sich ihr Investment auszahlt. Ihnen davon zu erzählen, wie man Smart Contracts mit dem Internet der Dinge verbinden will, wird Ihnen nicht mehr bringen, als ein weiteres Gespräch in zwei Jahren.

Mit der Blockchain Technologie kann ein verbundenes Gerät verschlüsselt Informationen aufnehmen oder auf Basis eines zustandsgesteuerten Smart Contracts agieren.

Dies ist eine sehr einfache und starke Grundlage, welche zu Produkten in vielen Industriezweigen, auch außerhalb der Finanzdienstleister, führen wird. Mit den Leuten in diesen Industrien zu arbeiten und ihre Probleme zu verstehen, wäre ein großer Anfang.

SpaceX ist großartig und wir brauchen Unternehmen, die Erfindungen entwickeln, die uns den Atem rauben. Aber so sehr wie wir günstige Weltraumreisen lieben, so sehr macht es Sinn die Probleme des heutigen Straßenverkehrs zu lösen.

Mit Smart Contracts die auf der Blockchain laufen, sollten wir einen stetigen Zuwachs an Innovationen haben. Aber zunächst sollten wir uns auf die Taxis konzentrieren und dann können wir über Weltraumreisen nachdenken.

Disclaimer:Dies sind die persönlichen Ansichten und Meinungen des ursprünglichen Autors Martin Hagelstrom. Seine Meinungen und Ansichten spiegeln nicht die von BTC-Echo oder des Teams von BTC-Echo, in Teilen oder im Ganzen, wieder.

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Martin Hagelstrom via CoinDesk


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