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Blockchain Durchbruch? Investorenausblick auf 2017

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Blockchain Durchbruch? Investorenausblick auf 2017

Michael Terpin ist Mitgründer von BitAngels. Einer dezentralen Unternehmer- und Investoren-Gruppe. Außerdem führt er Transform Group, eine PR und Marketingberatungsfirma mit Fokus auf Blockchain.

In diesem CoinDesk-Rückblick unterteilt Terpin die Blockchain-Industrie in drei Sektoren und gibt ihnen eine Aussicht für das Jahr 2017.

Schaut man auf das Jahr 2016 zurück, so kann man sicherlich sagen, dass der Blockchain-Sektor einen gerechten Anteil an Siegen, Niederlagen und Debatten eingefahren hat.

Für das Jahr 2017 geht der Sektor aber mit Selbstsicherheit voran. Natürlich besteht immer noch die Chance katastrophaler Ereignisse (welche im kurzen Leben dieser Industrie bereits mehrfach aufgetreten sind), aber genauso wahrscheinlich ist ein parabolisches Wachstum.

Wie können Investoren also Muster in einer wachsenden Industrie erkennen?

Erstens, ein Verständnis der Grundlagen. Ich teile die Industrie in drei Kategorien (Bitcoin, andere Public Blockchains und Konsortien, und Private Ledgers).

Auf diesen Kategorien aufbauend, gebe ich meine Prognose für diese Bereiche im kommenden Jahr.

Bitcoin

Als David Johnston und ich BitAngels vor mehr als dreieinhalb Jahren mitbegründet haben, war Bitcoin noch eine Neuheit unter traditionellen Investoren. Er ging gerade durch eine seiner stärksten Schikanen. Anfang 2013 stand er bei 13 US-Dollar, stieg auf 233 US-Dollar und fiel danach schnell wieder auf 50 US-Dollar ab.

Als wir begonnen haben, hat sich der Preis bis auf 120 US-Dollar erholt. Alle waren gespannt, ob sich der Preis bis zum Jahresende ganz erholen würde. Ein Investor unseres ersten Meetings, Vinny Lingham (nun CEO des Blockchain-Startup Civic), machte die außergewöhnliche Aussage, dass Bitcoin bis Dezember den Preis von 1.000 US-Dollar erreichen wird. Er hatte recht.

Vorgespult zum Dezember 2016 und die Vorgeschichte erinnert stark an Ereignisse aus dem Jahr 2013.

Langzeit-Investoren haben das bereits für Bitcoin erkannt. Von meiner Seite aus aber, hat sich das Ökosystem stark verbessert.

Zwar beruht der ganze Wahnsinn des Marktes immer noch auf Angebot und Nachfrage, doch die Abhängigkeit von nur einer einzigen Börse, Mt. Gox, ist nicht mehr vorhanden. Übertriebenes Pricing ist heutzutage nichtmehr wahrscheinlich. Es gibt dutzende unabhängige Börsen die durch VCs unterstützt und konform durch Regulatoren sind.

Die großen Trends für Bitcoin in 2017 werden aus meiner Sicht die folgenden sein.

1. Die 1% werden nun aufmerksam

Bekannte Family Offices haben bereits im Jahr 2013 investiert, als Barry Silbert seinen Bitcoin Investment Trust für akkreditierte Investoren anbot (der Preis lag dabei bei knapp über 100 US-Dollar pro Bitcoin).

Die Anlage wurde als GBTC öffentlich, welcher technisch gesehen aber eigentlich kein ETF ist. Aber es fundiert auf das Halten von Bitcoin und tatsächlich wurde der Handel gedeckt (eine Aktie wurde durch 0,1 BTC gedeckt).

SeekingAlpha nannte es im März das “dumme Investment der Woche”. Die Preise von Bitcoin und GBTC haben sich seitdem verdoppelt.

2. Der erste Bitcoin ETF kommt auf den Markt

Eine Sache die ich in einer Besprechung im Januar 2014 vorausgesagt habe, war dass Bitcoin durch einen ETF an den Mainstream kommen müsse. Sei es auf NASDAQ oder der New Yorker Börse (NYSE), so dass jeder Investor so einfach davon profitieren kann, wie von einem Kauf eines Gold oder Silber ETFs. (Die anderen beiden Dinge, die Bitcoin zum Erfolg benötigen würde, sind Bitcoin Debit-Karten und eine Bitcoin-Börse, die in allen 50 US-Bundesstaaten erreichbar sein müssen. Beide Dinge traten noch im selben Jahr ein)

Es scheint nun sehr wahrscheinlich, dass der Winklevoss Bitcoin Trust (COIN) dieses Jahr auf NASDAQ gelistet werden wird.

3. Der Preis wird höher in direkter Korrelation zum Krieg gegen das Bargeld

Indien, Venezuela und nun Pakistan – während jede neue Regierung versucht die Banknoten noch größer zu machen (im Falle von Indien ist “groß” gerade mal 7 US-Dollar und in Venezuela ist es sogar noch weniger), versucht das Volk Wege zu finden, um ihr Bargeld in harte Anlagen zu wandeln: Gold, Silber und Bitcoin (die einzige harte Anlage die auch digital ist).

Zwar ist dies nicht so heftig wie das Verbot von Bargeld, aber Kapitalkontrollen (China) und Hyperinflation (Venezuela und ein großer Teil Afrikas) führen bei vielen Menschen dazu, dass nicht jeder die Möglichkeit hat Euros oder USD zu kaufen, in der Hoffnung man findet eine Währung die langsamer ihren Wert verliert.

Eine Zeit lang haben Argentinier Stereo-Anlagen als Mittel gekauft, um irgendwo ihren Wert zu speichern.

Bitcoin erfasst den Wert besser als gebrauchte Waren und ist am Ende sogar liquider als ein DVD-Player.

4. Bitcoin wird weiter wachsen

Meine persönliche Einschätzung ist, dass Bitcoin die Marke von 2.200 US-Dollar bis Ende 2017 erreichen wird. Es könnte aber durchaus höher ausfallen, sollten bestimmte Währungen zerbrechen und sollte dadurch eine große Zuwanderung zu Bitcoin entstehen. Natürlich fällt die Prognose geringer aus, sollten sich die Märkte stabilisieren.

Ich sehe nur wenige Szenarien, in denen der Preis in 12 Monaten geringer sein soll als heute.

Public Blockchains

Es gab bereits einige Missverständnisse unter Investoren und Geschäftsleuten über die Unterschiede von Public und Private Blockchains.

Ethereum wurde beispielsweise als Blockchain-Lösung bezeichnet, die nicht die Last und die Regulation von Bitcoin mit sich zieht – doch als Public Blockchain (eine die nicht durch ein privates Unternehmen reguliert wird und von daher meist auf öffentlichen Börsen gehandelt wird), sieht sich ETH den gleichen Regulationen für virtuelle Währungen gegenüber wie Bitcoin (KYC, AML, MTL usw.).

Nur private Software, die nicht als Commodity gehandelt wird, ist ausgeschlossen. Diese Kategorie sieht sich aber anderen Problemen gegenüber, wie Sicherheit und Vertrauen.

Diese Trends sehe ich dieses Jahr für Public Blockchains:

1. ICOs werden bestehen, zunehmen und sich diversifizieren

Token Crowdsales (von allen anderen, außer Anwälten, auch als “initial coin offering” oder ICO bezeichnet) nahmen ihren Anfang ungefähr zwei Jahre nachdem die ersten “Altcoins” auftauchten. (BitAngels war der größte Investor des ersten ICO in Mastercoin (jetzt OMNI), welcher im August 2013 bis zu 600.000 US-Dollar erhielt).

Ethereum war im Juni 2014 der erste große Gewinner des ICO Marktplatzes. In der Höhe der Finanzierung (18 Mio. US-Dollar, während Bitcoin bei 600 US-Dollar stand) und der Wertschätzung (Höchststand bei rund dem 70-fachen des ursprünglichen ICO-Preises von 0.0005 BTC).

Maidsafe, Factom und Storj hatten ebenfalls einen erfolgreichen ICO in 2014. Augur war einer er wenigen Gewinner eines ICO in 2015 (ein schwaches Jahr für Bitcoin und ICOs).

Im Jahr 2016 wurden immense Summen für The DAO gesammelt (mehr dazu im nächsten Punk), Waves, Lisk, FirstBlood, Golem Network und Iconomi. Einige von ihnen, aber nicht alle, sahen ein paar gute Umsätze beim ICO (Lisk und Augur wurden am besten angenommen, als man begann sie in 2016 zu handeln).

Diese Bewegung bleibt erhalten und beschleunigt sich, so lange:

  1. Der durchschnittliche “ernste” ICO knapp das Minimum erreicht, was er sammeln will (was sich bei der Anzahl der ICOs als kompliziert erweist)
  2. ICOs bleiben ein schnellerer Finanzierungsweg als traditionelle Angel Investoren
  3. Regulatoren, besonders in den USA, behalten ihre Haltung des “aufmerksamen Beobachtens” bei

Während wir die ersten Tage von 2017 zählen, gibt es mindestens 35 wartende oder bereits laufende Projekt auf ICO-list.com. Ich kann mir vorstellen, dass es mindestens 200 ICOs für 2017 geben wird – mit einer Gesamtsumme im 9-stelligen Bereich, wovon die Top 10 den größten Teil der Finanzierungen bekommen werden.

2. Innovation wird durch Vorsicht ausgeglichen

Angst und Gier sind die zwei Triebfedern jedes Marktes. Durch den bekannten The DAO ICO wurden unglaubliche 160 Mio. US-Dollar gesammelt (fast das 9-fache der Ethereum Finanzierung). Die Angst den nächsten großen Zug à la Bitcoin zu verpassen und die Möglichkeit sein Geld wieder hinausziehen zu können, fachten das ganze noch heftig an.

Und dann kam der Hack und der Split. Und nicht nur die DAO starb bevor sie in Aktion treten konnte, auch Ethereum selbst hat sich seitdem nicht mehr vollständig erholt.

Im Jahr 2017 wird es eine Menge interessanter Anwendungsfälle für Public Blockchains geben, die einen ICO nutzen werden, um Aufmerksamkeit und Finanzierung zu bekommen.

Einige werden damit erfolgreich sein, doch die Messlatte wird höher gesetzt werden. Es werden diejenigen mit einer passenden Vorgeschichte vorgezogen (keine anonymen Entwickler mehr).

3. Nicht jede Blockchain wird durch einen ICO finanziert werden

Zcash war das umstrittenste Listing des letzten Jahres, und doch wurde es voll durch private Quellen finanziert und Mining ist immer noch der größere Teil seiner Verteilungsstrategie. Andere führende Privatcoins, wie Dash und Monero, haben zu Beginn ebenso gehandelt.

Steem, eine digitale Währung die an ein Social Media-Netzwerk geknüpft ist, erreichte die Top 10 der gehandelten Tokens in 2016, ohne einen ICO.

Private Blockchains

Private Blockchains werden sich in diesem Jahr ebenfalls weiter entwickeln. Konsortien wie das Linux Foundation HyperLedger Konsortium, oder VC-gestützte private Unternehmen, werden Industriebereiche wie Banking, Medizin, Versicherungen und Immobilien ins Visier nehmen.

Die große Frage die man sich im Jahr 2017 stellen wird ist aber, inwiefern die privaten Blockchains Erfolg haben können, da die Industrie kaum Talente aufweist. Public Blockchains haben bereits kleine Armeen von Entwicklern rekrutiert, die bereits bekannten Code neu erfinden.

Meiner Meinung nach, bleiben Angel Investoren aus diesem Grund von Private Blockchains fern.

Disclaimer: Dieser Artikel erschien im Original auf CoinDesk. CoinDesk sponsort den Bitcoin Investment Trust. Michael Terpin ist ein Investor in digitale Währungen und Anlagen, darunter Augur, bitcoin, dash, ether, Factom, Lisk, MaidSafe, monero, Omni, Storj und Waves. Dies ist kein Investitionstipp und steht nicht repräsentativ für BTC-Echo als Ganzes oder In Teilen. Vor Investitionen sollten eigene Nachforschungen angestellt werden.

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Michael Terpin via coindesk

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