Bitwala: Entwicklungsländer holen in der Bitcoin-Nutzung stark auf

Bitwala: Entwicklungsländer holen in der Bitcoin-Nutzung stark auf

Der Bitcoin-Zahlungsdienstleister Bitwala bietet auch Menschen ohne Kenntnisse über Kryptowährungen eine einfache Möglichkeit Geld ins Ausland zu überweisen. Das Berliner Startup konnte dabei feststellen, dass die Nachfrage aus den Schwellenländern stark zunimmt.

Das Problem ist bekannt: Banküberweisungen ins Ausland sind oftmals teuer und dauern ziemlich lange. Dies gilt insbesondere für Menschen, die kein Bankkonto haben und auf so genannte Remittance-Services, wie Western Union oder Money Gram, angewiesen sind. Gerade Menschen aus wirtschaftlich schwachen Regionen, ohne Zugang zu Bankdienstleistungen, sind so gezwungen hohe Gebühren zu entrichten, um Überweisungen vorzunehmen.

Entsprechend drängt sich für die ärmeren Regionen Asiens und Afrikas der Gedanke auf, verstärkt auf Bitcoin umzusteigen, um schnelle und günstige Überweisungen zu ermöglichen. Eine Hürde ist, wie aber auch in allen anderen Ländern auf dieser Erde, das Wissen und die Nutzungsbereitschaft in der Bevölkerung. Die Unsicherheit gegenüber Bitcoin ist vielerorts noch recht hoch, sodass es Lösungen bzw. Dienstleistungen braucht, die Hürden senken.

An genau dieser Stelle kommt nun das Startup Bitwala ins Spiel. Möchte beispielsweise der mexikanische Gastarbeiter Mexikanische Pesos in sein Heimatland zu seiner Familie schicken, dann kann er das durch den automatisierten Wechselservice von Bitwala schnell (unter einem Tag) und kostengünstig (0,5% Gebühr) erledigen. Dazu kauft dieser von seinem Geld Bitcoins, die wiederum von Bitwala nach Mexiko gesendet und dort automatisch in Mexikanische Pesos umgetauscht werden. Der Empfänger bekommt davon praktisch gar nichts mit, da Bitcoin hier nur als eine Art effizientes Transportvehikel genutzt wird.

Die Schwellenländer holen auf

Über 30% aller neuen Signups stammen von Menschen aus Entwicklungsländern. Das Kuchendiagramm zeigt aus welchen Regionen, die neuen Nutzer aus den Entwicklungsländern kommen.

Vor allem aus Nordafrika kommen viele neue Kunden. So sind z.B. 4,4% der Webseitenbesucher aus Algerien. Zum Vergleich: Aus der Schweiz kommen nur 3,7% aller Visitors von Bitwala. Kein Wunder schließlich verschlingt der Geldtransfer in Afrika über 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr, entsprechend groß ist hier das Einsparungspotential durch Kryptowährungen. Nirgends wo sonst sind die Transaktionsgebühren mit oftmals weit über 10% so hoch wie in Afrika.

Aber nicht nur Remittance-Services nehmen hohe Gebühren für internationale Auslandsüberweisungen. So ist vor kurzem herausgekommen, dass die große spanische Bankengruppe Santander 585 Millionen US-Dollar Ertrag mit Hilfe von Auslandsüberweisungen erwirtschaftet hat. Konkret sind das über 10% der gesamten Erträge der Bankengruppe. Viel Geld, das man sich größtenteils hätte sparen können.

BTC-ECHO

Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Bildquellen

Ähnliche Artikel

Chinas Zensurbehörde CAC will Blockchain-Unternehmen regulieren

Wie am vergangenen Freitag, den 19.10.2018, bekannt wurde, plant die “Cyberspace Administration of China” (CAC) neue Regulierungsentwürfe für Blockchain-Unternehmen. Die Behörde erhofft sich so eine größere Kontrolle über den dezentralen Sektor. Chinas oberste Internetbehörde will Unternehmen im Blockchainbereich stärker regulieren. Am Freitag veröffentlichte die CAC die “Verordnung zur Verwaltung von Blockchain-Informationsdiensten” über ihren offiziellen Web-Auftritt. […]

Ethereum-Mining: Die umweltschonende Variante aus Island

Es ist so simpel wie genial: Eine Mathelehrerin aus Island nutzt überschüssige Energie von Farmern zum Ethereum-Mining. Die Isländerin Hannesdóttir kauft den Landwirten ihren überschüssigen Strom ab und betreibt damit Mining-Anlagen, meist sogar in den Räumen der Bauern selbst. Die Mining-Rigs wiederum heizen die Gebäude auf, wodurch die Landwirte Heizkosten sparen. Es ist eine Win-Win-Win-Situation. […]

Tether Limited: Macht sich das Unternehmen aus dem Staub?

Tether Limited, das Unternehmen hinter dem Stable Coin USDT scheint sich langsam aufzulösen – zumindest sprechen dafür einige Bewegungen auf ihrem Konto. Um zu verstehen, was da gerade passiert, muss man zwei Dinge verstehen: das Omni-Protokoll und Arbitrage. Über den (vermeintlichen) Stable Coin Tether wurde in letzter Zeit häufig debattiert. Die aktuellste Vermutung: Das Unternehmen […]

Trade.io: TIO im Wert von 7,8 Millionen US-Dollar aus Cold Storage entwendet

Die Plattform Trade.io registrierte am vergangenen Sonntag, dem 21. Oktober, ungewöhnliche Kontobewegungen auf ihrer Firmen-Wallet. Nach kurzer Zeit ist klar: Die Schweizer Firma ist Opfer eines Hacks geworden. Unbekannte entwendeten dabei 50 Millionen Einheiten des ERC-20-Token TIO. Das entspricht einem Fiatgegenwert von etwa 7,8 Millionen US-Dollar. Krypto-Börsen sind nicht vor Hacks gefeit. Diese Erkenntnis ist […]