Visa Europe präsentiert Bitcoin Geldtransfer-App

Visa Europe präsentiert Bitcoin Geldtransfer-App
Kryptokompass

Während der UnBound Konferenz am 30. November in London präsentierte das Visa Europe Innovation-Lab erstmals die Proof-of-Concept Anwendung mit der Gelder über die Bitcoin-Blockchain transferiert wurden.

Innerhalb des 100-Tage Projektes arbeitete das Info-Lab Team eng mit dem Startup Epiphyte zusammen. Während der Konferenz erklärten Jon Downing von Visa Europe und Eden Yano von Epiphyte, warum sie gerade die Bitcoin-Blockchain für den Test genutzt haben und keine eigens entwickelte Blockchain in einem geschlossenen System. Zudem präsentierte der Visa Partner Nigel Clarke eine Hands On Demo, in der er den Geldtransfer-Vorgang genauer veranschaulichen konnte.

Die Bitcoin-Überweisung

Die Überweisung startet mit der Sender-Ansicht. Die Webseite ist sowohl über dem Desktop als auch in der mobilen Ansicht abrufbar und Idee hinter der Anwendung ist eine Verbindung zwischen Kreditkarte und der Visa Überweisungs-App. Nachdem die Anwendung mit der Kreditkarte verbunden wurde, zeigt die App das verfügbare Guthaben des Nutzers und weitere Kartendetails an.

In dem Prototypen greift Visa Europe auf den Bitcoin Zahlungsabwickler BitPesa zurück, wodurch der Empfänger aus einer Vielzahl von Währungen wählen kann, die er zu empfangen wünscht. Dafür muss sich der Nutzer jedoch zuvor bei BitPesa oder einem anderen Zahlungsabwickler, der den “Know your Customer” Prozess implementiert hat, anmelden.

Nach der Anmeldung kann der Nutzer anhand einer Vielzahl von Kontaktinformationen die gewünschten Empfänger hinterlegen. Das könnte beispielsweise eine kenianische Telefonnummer sein:

“Wenn ich Geld an meine Großmutter in Kenia senden will, trage ich einfach ihre kenianische Telefonnummer ein,” so Clarke.

Visa Bitcoin App

Sobald der Empfänger angelegt wurde, generiert BitPesa automatisch eine dazugehörige Bitcoin-Adresse und der Empfänger muss sich nicht einmal eine eigene Adresse besorgen. Zudem kann der Überweisung ein ein kurzer Betreff hinzugefügt werden.

Um das Geld zu empfangen, benötigt der Empfänger keinen BitPesa Account. Das Geld wird somit vom Zahlungsabwickler direkt in kenianischen Schilling über den Provider an die Mobilfunknummer gesendet. In diesem Fall sendet John 25 Britische Pfund direkt an die Mobilfunknummer der Oma in Kenia. Sie erhält das Geld in nur sechs Schritten direkt von Johns Kreditkarte.

In der Zwischenzeit wird das Geld von der Kreditkarte abgebucht, in Bitcoin umgetauscht und an die BitPesa Bitcoin-Adresse versandt. Danach tauscht BitPesa die erhaltenen BTC in kenianische Schilling und leitet diese an den Empfänger weiter.

Das Backend

Der Überweisungs-Prozess im Hintergrund wurde während der Demo ebenfalls dank eines übersichtlichen Backends gut veranschaulicht.

Im oberen Teil des Backends sieht man in welchem Status sich die Überweisung befindet: Generiert –> Zugestimmt –> Akzeptiert –> Gesendet –> Abgeschlossen

Zu Testzwecken des Prototypen hat Visa keine Verbindung zu einer realen Bank hergestellt. Hier sind die Entwickler einfach davon ausgegangen, dass es ein bestätigtes Guthaben gibt und das die Bank die Überweisung genehmigt.

Sobald das Guthaben von der Bank bestätigt wird, tauscht BitPesa den Betrag automatisch in Bitcoins, die zunächst in einem Wallet des Anbieters zwischengelagert werden um dann an den endgültigen Empfänger weitergeleitet zu werden.

Backend Visa 1

Backend Visa 2
Die Transaktionshistorie kann am Ende der Anwendung eingesehen werden
Backend Visa Bitcoin App
Die Transferbestätigung im Visa Bitcoin Testnet

Die nächsten Schritte

Im nächsten Schritt wird Visa Europa die Anwendung diversen Benutzergruppen vorstellen und herauszufinden, welche Verbesserungen in die Anwendung implementiert werden können. Zudem werden die Nutzer zum Umgang mit Bitcoin und ihrer Meinung zum alltäglichen Gebrauch der App befragt.

Downing sagt die bisherigen Testnutzer haben sich erstaunlich interessiert an Bitcoin und der zugrunde liegenden Technologie gezeigt. Ersten Befragungen zufolge sehen viele Nutzer zwar ein großes Potential in Bitcoin, stehen der digitalen Währung aber aufgrund der Unerfahrenheit auch noch skeptisch gegenüber.

In Zukunft soll die Anwendung auch mit anderen Drittanbietern kompatibel gestaltet werden um vor allem den Empfang der Geldmittel zu vereinfachen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Banken, so Downing.

Jetzt wartet das Entwicklerteam zunächst das Feedback der Testnutzer ab und will dann entscheiden, wie eine kommerzielle Anwendung unter Berücksichtigung eines Gebührensystems und einer Auswahl von Drittanbietern in Zukunft aussehen kann.

Downing merkte zum Schluss jedoch auch an, dass er derzeit noch keine Garantie für ein kommerzielles Produkt geben kann.

“Wir wollen die Fähigkeiten der Technologie testen… aber wir haben noch keine finale Entscheidung getroffen,” so Downing.

BTC-Echo
Image Source: CoinDesk
Englische Originalfassung von John Ian Wong via CoinDesk

Über Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO.
Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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