Bitcoin und traditionelle Märkte – Ein Markt im Krebsgang

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Bitcoin bewegt sich wie der klassische Markt seitwärts
BTC9,215.23 $ -0.16%

Ein wenig verlorenes Gebiet konnte der Bitcoin-Kurs wieder zurück erobern. Jedoch beträgt seine mittlere monatliche Performance aktuell Null Prozent – ein Krebsgang, den auch die Vergleichsassets mitmachen.

Seit über einem halben Jahr verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017. Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten:

  • die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und den traditionellen Märkten
  • die Volatilität und
  • die Performance des Bitcoin-Kurses

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf diese drei Größen. Sie werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage berechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und Dax sowie Öl und Gold.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

Wie man es im Krypto-Sektor kennt: Die Kryptowährungen marschieren alle in Reih und Glied und folgen dem Bitcoin-Kurs. Die einzige wirklich nennenswerte Ausnahme ist erwartungsgemäß der Kurs von Tether-USD. Ansonsten liegen die Korrelationen untereinander bei deutlich über 50 Prozent:


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Kommen wir zum Vergleich zwischen Bitcoin und den traditionellen Märkten. Wie in der letzten Woche fällt die extreme Anti-Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und dem Nikkei-Index auf. Doch auch der DAX und Öl können signifikante Anti-Korrelationen zum Bitcoin-Kurs vorweisen, während zu Gold und dem S&P 500 leichte positive Korrelationen bestehen:

Seit Mitte Juli bewegen sich die Korrelationen zwischen dem Bitcoin-Kurs auf der einen und DAX beziehungsweise Öl auf der anderen Seite im Gleichmarsch und sinken weiter in den negativen Bereich. Ähnliches kann man bezüglich den Korrelationen Bitcoins zum S&P 500 und zu Gold sagen: Seit letzter Woche fallen beide auf die Nulllinie zurück:

Insgesamt liegt die absolute mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten mit 16 Prozent genauso hoch wie die vom DAX und vom Nikkei-Index. Die absolute mittlere Korrelationen von Gold zu den übrigen Märkten sind mit 14 Prozent etwas geringer. Unter Berücksichtigung von Kompensationseffekten bestätigt sich das Bild der letzten Wochen: Mit einer negativen Korrelation von 12 Prozent ist Bitcoin deutlich antikorrelierter als der DAX (-2 Prozent) und der Nikkei-Index (-4 Prozent). Alle übrigen Assets sind im Mittel mit dem übrigen Markt positiv korreliert.

Performance von Bitcoin auf Höhe der Vergleichsassets

Die Volatilität vom Bitcoin-Kurs konnte sich etwas beruhigen und liegt wieder unter sechs Prozent. Natürlich liegt sie damit immer noch deutlich höher als die Volatilitäten der Assets von den traditionellen Märkten:

Inzwischen ist die Volatilität vom Bitcoin-Kurs wieder auf ein erträgliches Niveau zurückgefallen:

Die sinkende Volatilität wird von einer steigenden monatlichen mittleren Performance begleitet. Der Bitcoin-Kurs hat keine negative Performance mehr, sondern schließt sich dem Krebsgang der traditionellen Assets an, deren Performances alle bei ungefähr 0 Prozent pro Tag liegen:

Wenn man betrachtet, wie sich die kumulative Performance seit März 2018 entwickelt hat, sehen wir, dass Bitcoin versucht, verlorenes Gebiet zurückzuerobern. Er bildet nicht mehr das Schlusslicht der Assets. Vor dem Wiedererobern der Pole-Position muss jedoch noch ein weiter Weg zurückgelegt werden:

Insgesamt ist Bitcoin wieder ein attraktiveres Investment als in den letzten Wochen. Investoren sollten weiterhin beobachten, in welche Richtung der Kurs aus seiner aktuellen Seitwärtsphase ausbricht. Immerhin ist der Kurs (und damit die monatliche Performance) nicht mehr am Sinken. Ebenso scheint sich die Volatilität zu beruhigen. Gemeinsam mit einer hohen Antikorrelation zu den klassischen Märkten kann Bitcoin wieder als ein Asset in einem ausbalancierten Portfolio interessant werden.

Daten, außer anders angegeben, am 02. August von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.


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