Bitcoin Regulierung: Lektionen aus der Skype Ära

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 9 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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Skype Bitcoin
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Ein US Kongressmann sagte einmal: Was so aussieht wie eine Ente, so quakt wie eine Ente, soll auch behandelt werden wie eine Ente. Hätte Skype also so ausgesehen wie eine Telko Unternehmen, sich so angehört wie ein Telko Unternhemen, dann hätte man es auch wie ein Telko Unternehmen behandeln müssen. Skype jedoch ist kein Telko Unternehmen und wird es auch nie sein. Es gibt viele Gründe dafür, warum Skype kein Telko Unternehmen ist, aber der ausschlaggebende Grund ist: Skype ist ein einfaches Stück Software. Es ist ein Stück Software was von einem Unternehmen entwickelt und dem Nutzer direkt zur Verfügung gestellt wird.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Mark Preuss

Auch wenn der Bitcoin und Skype verschiedener nicht sein könnten gibt es einige Gemeinsamkeiten. Beide Produkte besitzen fundamentale Änderungen der bereits bestehenden Technologie und beide ändern die gefestigten Hierarchien in der jeweiligen Industrie. Aus diesem Grund können einige Parallelen gezogen und Lektionen aus der frühen Skype Ära gelernt werden.  Die Bitcoin Industrie scheint fest darauf zu beharren, dass der Bitcoin eine Währung ist und involvierte Bitcoin Unternehmen als Finanzinstitutionen angesehen werden sollen. Diese Aussage steht auch im auch im Einklang mit den Aussagen von Bitcoin Größen bei der Bitcoin2014, bei der viele Redner über den Fortschritt der Bitcoin Regulierung berichteten. Aber ist das notwendig?

In der Gründungsphase von Skype hätten wir sagen können es ist ein Telekommunikationsunternehmen. Skype hätte sich dann für Telefonlizenzen rund um den Globus bewerben und das Produkt so anpassen müssen, dass es den Richtlinien und den jeweiligen Gesetzten eines Landes entspricht. Dies wäre eine logische Schlussfolgerung gewesen und genau diesen Weg gehen auch einige aufstrebende Bitcoin Unternehmen. Hätte Skype damals den gleichen Weg eingeschlagen, wäre dies der wohl möglich schwerwiegendste strategische Fehler des Unternehmens gewesen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Welt im Wandel von großen, staatlichen Telekommunikationsunternehmen  zu neuen Paradigmen. Hätte sich Skype also als Telko Unternehmen etabliert, wären Regeln und “Perversitäten” in Kraft getreten, die ihre Wurzeln in gefährliche Unwissenheit, gute Absichten und politisches Machtgehabe finden. Hätte Skype den gleichen Weg eingeschlagen wie derzeit viele Bitcoin Enthusiasten, dann wäre das Unternehmen in einer Welt gelandet, in der Ideale ohne jegliche Kontrolle von unkontrollierbaren Kräften erdrückt werden.

Was können wir also aus der Skype Erfolgsgeschichte lernen? Betrachten wir mal die regulatorische Situation und die Erfahrungen und Techniken die Skype bereits erfolgreich anwenden konnte – Techniken die Einschränkungen und regulatorische Einflüsse auf den Bitcoin mindern können.

Es gibt keine Regulierung

Ein US Kongressmann sagte einmal: Was so aussieht wie eine Ente, so quakt wie eine Ente, soll auch behandelt werden wie eine Ente. Hätte Skype also so ausgesehen wie eine Telko Unternehmen, sich so angehört wie ein Telko Unternhemen, dann hätte man es auch wie ein Telko Unternehmen behandeln müssen. Skype jedoch ist kein Telko Unternehmen und wird es auch nie sein. Es gibt viele Gründe dafür, warum Skype kein Telko Unternehmen ist, aber der ausschlaggebende Grund ist: Skype ist ein einfaches Stück Software. Es ist ein Stück Software was von einem Unternehmen entwickelt und dem Nutzer direkt zur Verfügung gestellt wird.

Im Endeffekt bauen die Nutzer das Netzwerk auf, was losgelöst von Skype als Unternehmen existiert. Skype ist lediglich  nur ein Teil des Netzwerks. Sollte jemand etwas anderes behaupten, dann wären Unternehmen die Kabel, Headsets, Relais und Batterien produzieren, ebenfalls Telko Unternehmen. Das wäre einfach nur absurd. Selbst wenn Skype als Unternehmen nicht mehr existieren würde, könnten die Nutzer die Software weiter nutzen und das Netzwerk würde bestehen bleiben.

Das hört sich bekannt an?

Wir als Bitcoin Community müssen diese Argumente weiter ausbauen. Die Ausgangsposition der Produkte und Dienstleistungen muss sein, dass sie nicht reguliert werden müssen. Sie müssen es nicht und existierende Regeln müssen angewandt werden. Wenn sie angewendet werden gibt es wahrscheinlich oftmals eine nicht passende oder schlechte Wortwahl und somit kann die Regel als irrelevant angefochten werden. Um es einmal klar auszudrücken sollte jeder Bitcoin Akteur die gesetzliche Regelung genau lesen und er wird gewiss Schlupflöcher finden. Man sollte sich also auch mal mit dieser sehr wichtigen Angelegenheit auseinandersetzen. Ist der Bitcoin z.B. wirklich eine sich bewegende Währung oder nur der Austausch einer Art Token?

Die letzte Variante würde dem Bitcoin das Leben jedenfalls viel einfacher machen, da es kein Gesetz gibt, was den Austausch von Schlüsseln verbietet. Auch gibt es keine Regeln die besagen, dass das Aufbewahren (cold Storage) von Datensätzen mit einer Bank gleichzusetzen ist.

Bis jetzt haben viele Befürworter des Bitcoins jedenfalls einen völlig falschen Ansatzpunkt gewählt, der nur unerwünschte Regeln und Regulierungen mit sich zieht.

Von der Regulierung unberührt?

Die Anonymität des Internets ist ein schöner Ort für neue Existenzen. Dennoch wird alles, was im Internet existiert eines Tages mit der realen Welt in Berührung kommen. Skype war auch da keine Ausnahme. Skype entschied sich eine Verbindung zum bereits existierenden Telefonnetzwerk aufzubauen. Ähnlich muss sich auch der Bitcoin, zumindest für einen Augenblick, mit bereits bestehenden Finanzsystemen verbinden. In dem Augenblick in dem diese Verbindung besteht, treten alle Regeln in Kraft die auch bereits für bestehende Finanzsystem greifen und es werden Partner benötigt. Diese Partner sind natürlich auch besorgt. Die ersten Unternehmen die Skype mit den bestehenden Telefonnetzwerk verbunden haben, haben Risiken auf sich genommen. Diese Unternehmen brauchen deshalb Sicherheiten und klare Argumente warum der Service im Einklang mit den Regeln und Gesetzen ist. Die Argumente sollten auf Fakten und klaren Gesetzen basieren. Rethorik ist hier unangemessen. Bankinstitutionen die bereits von der Finanzkrise gebeutelt sind und mit Geldwäsche zu kämpfen haben, brauchen solide Fakten und keine hochfliegenden Vermutungen.

Skype z.B. soll keinen Telefondienstleister ersetzen und diese Positionierung wird dem Kunden deutlich gemacht. Diese Positionierung ist wichtig. Sie sagt dem Nutzer, dass er also auch nicht einen identischen Service erwarten und aus diesem Grund wird das Produkt von manchen Nutzern auch nicht installiert. Skype hätte sich natürlich gewünscht die die Eingangsnummern der ganzen Welt anzeigen zu können, oder dem Nutzer ein 911 Interface basierend auf Textnachrichten und Videostreaming bereitzustellen, aber das haben die existierenden Regeln nicht erlaubt. Also verzichtete Skype auf solche Servicedienstleistungen – immer. Zum Wohl aller Beteiligten.

Wie kann das einfacher gestaltet werden?

Zunächst einmal sollten die Bitcoin Unternehmen sicherstellen, dass alle regulierten Aktivitäten von einer zentralen Stelle (Headquarter) gesteuert werden, somit ist sichergestellt, dass sich nur eine Stelle mit den Regeln und Gesetzten rumschlagen muss. Die Geschäftsführer können bereits bestehende Gesetzte des Internationalen Handels und des Steuergesetzes auch zu ihren Nutzen auslegen. Gut aufgestellte Unternehmen existieren um der breiten Masse einen besseren Service bieten zu können und das große Potential der digitalen Währungen für jedermann zugänglich zu machen.

Die teilweise schlechte Presse ist nicht der größte Feind des Bitcoins. Der größte Feind ist die Bürokratie die Lizenzen, Datenvolumen und in die Jahre gekommene Papierarbeit sehen will.  Bürokraten versuchen gerade eine ganz neue Technologie zu verstehen und sie haben leider sehr viel Zeit dazu. Der Fein ist die Zeit. Das Produkt muss so schnell wie möglich auf den Markt.

Unternehmen sollten natürlich einer Interaktion mir Regulatoren offen gegenüberstehen, einfach nur um die Debatte auf der richtigen Seite zu halten. Es sollte aber auch nicht mehr sein und es sollte schon gar nicht zur zentralen Aufgabe der externen Kommunikation werden.

Keine Ausnahmen

Die Argumente müssen innerhalb des Unternehmens einheitlich sein: Wenn ein Unternehmen der Auffassung ist, das Produkt unterliegt keiner Regulierung sollte es auch einheitlich daran festhalten. Unternehmen sollten keine Ausnahmen machen und immer daran denken, dass es immer Menschen geben wird die versuchen ein Unternehmen vom rechten Weg abzubringen.

In manchen Ländern sollen Unternehmen die simpelsten Schriftstücke ausfüllen, aber auch diese simplen Schriftstücke beinhalten Ausnahmen die von anderen wiederum zum Vorteil genutzt werden können. Die größte Herausforderung wird Einheitlichkeit sein. Von der kompletten Community muss die Nachricht gesendet werden, dass die meisten Aktivitäten nicht reguliert werden. Manche Bitcoin Unternehmen werden Dienstleistungen anbieten, die sich mit bereits bestehenden Dienstleistungen und deren Regeln überschneiden. Kein Problem, sollte das Unternehmen der Meinung sein dass diese Regeln nicht zutreffen, sollte es versuchen diese Regel zu ändern – Es ist gar nicht so schwer.

Jeff Pulver hat z.B. aus einer staatlichen VOIP (Voice over IP) Regulierung eine Regulierung auf Bundesebene durchgesetzt. Michael Jackson (der Verfasser dieses Textes) hat ganz ohne Anwälte die mobilen Zugriffsrechte in Europa geändert. Natürlich braucht das Zeit und Geduld und man muss sich vielleicht einen Anzug kaufen. Aber es ist möglich.

Frage nicht nach Erlaubnis

Unternehmen sollen so weitermachen wie sie es bisher gemacht haben und wenn sie der Meinung sind, dass ihr Produkt oder ihr Service keiner Regulierung unterliegt, sollen sie sich damit auch nicht weiter beschäftigen.

Menschen machen das was ihnen am Besten gefällt: Regulatoren lieben Regulierung und Regeln und sie wollen sie auch anwenden. Würden sie es nicht liebe, hätten sie gewiss einen anderen Job. Also, wer nach Erlaubnis fragt weckt nur schlafende Hunde. Nochmal, Unternehmen sollten die Gesetzte genau lesen und kennen und klare Argumente bringen können, wenn sie der Meinung sind, dass diese Gesetzte nicht für ihr Unternehmen zutreffen. Sie sollten jedoch nach Erlaubnis fragen, wenn sie sich sicher sind das es notwendig ist.

Darüber hinaus sollten Unternehmen keine Anwälte fragen. Zu erwarten, dass ein Anwalt ein Schlupfloch in einem Gesetzt findet und dieses zu Papier bringt, wird einfach nicht passieren. Unternehmer müssen die Gesetzestexte selbst lesen und verstehen. Natürlich können sie ihre Argumente bei einem Anwalt testen, aber sie können nicht erwarten das ihnen die Arbeit von anderen abgenommen wird.

Diese Prinzipien haben es Michael Jackson und Skype erlaubt, weltweit mit einem minimalen Rechtskostenaufwand zu agieren. Und das Unternehmen erfüllt alle Verantwortlichkeiten die ein jedes Unternehmen zu erfüllen hat, wenn es Mitarbeiter hat die dem Unternehmen vertrauen. Denn am Ende müssen wir alle unsere Familien versorgen.

Mit diesen Prinzipien wurde Skype eine der weltweit führenden Kommunikationsplattformen und genau diese Prinzipien ebneten den Weg des anfänglichen Traums. Ein Traum der Wirklichkeit wurde.

Heute kann natürlich die ganze Welt frei telefonieren. Bitcoin Unternehmen haben ganz gewiss das gleiche Potenzial solche Wellen in der Finanzwelt zu schlagen.

 

Englische Originalfassung von Michael Jackson (ehemaliger COO Skype) via Coindesk.com

Image Source: Photobucket.com

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