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Big Bitcoin Business: Bitcoin-Mining als Familienunternehmen

Quelle: Youtube

Big Bitcoin Business: Bitcoin-Mining als Familienunternehmen

In Raleigh (North Carolina) stemmen sich ein Vater und sein Sohn gegen den Trend des industriellen Bitcoin-Minings.

Bitcoin-Mining ist ein sehr Ressourcen intensiver Prozess bei dem unzählige Teilnehmer in einem Netzwerk mit ihrer Rechenkapazität um den nächsten Block auf der Blockchain konkurrieren. Die Belohnung für einen Block liegt derzeit bei 12,5 Bitcoin, also rund 7.000 Euro bei einem Bitcoin-Kurs von 565 Euro.

Das Verlangen nach frischen Bitcoins ist es, was Jason Gantt und seinen Vater Vernon (75) dazu motiviert eine eigene Bitcoin-Mine zu betreiben. Insgesamt haben der Vater und der Sohn zwei Bitcoin-Minen. Eine Dritte befindet sich im Bau.

In gewisser Weise erinnern die Minen des Zweigespanns an die alten Tage, in denen jene Hobbyminer zu Hause ein eigenes Bitcoin-Mining-Rig aufsetzten konnte um damit ein paar Bitcoins zu schürfen.

Die Zeiten haben sich aber geändert. Aufgrund des hohen Wettbewerbs, der steigenden Mining-Schwierigkeit und steigender Energiekosten haben sich die privaten Hobby-Minen auf  gigantische Rechenzentren mit Hunderten von Mining-Chips verlagert. Wer heute noch ein privates Mining-Rig betreibt, tut dies meist angebunden an einem großen Mining-Pool. Nur so hat man überhaupt noch eine Chance auf ein paar Satoshies. Aufgrund der hohen Energiekosten hat sich das Minen von digitalen Währungen zudem auf Regionen mit günstigere Klimabedingeungen und niedrigeren Engergiekosten verlagert – wie z.B. dem Tibet.

Nicht so bei den Gantts. Sie haben ihre Minen in einem Vorort von North Carolina in Betrieb genommen. All ihre Arbeit und Herzblut was sie in die Minen stecken haben sie fein säuberlich auf YouTube dokumentiert. Hier sehen wir nur einen Ausschnitt von dem, was es bedeutet eine Bitcoin-Mine zu betreiben.

Jason zufolge begann alles mit einem Hobby was sich zu einem Investment mauserte und letztendlich in einem Full-Time Job endete.

In einem Interview mit CoinDesk sagte er:

„Damals, als ich mit meinen ersten AntMiner S7 Miner meinen ersten Block gefunden hatte, erzählte ich meinem Vater davon. Er war sofort interessiert und löcherte mich mit allen möglichen Fragen. Bis er sich letztendlich mit der Idee anfreunden konnte, das ganze Ding groß aufzuziehen. So hat alles angefangen.“

Erste Bitcoin-Berührungspunkte

Jason zufolge reicht das Familienunternehmen auf das Jahr 2010 zurück. Hier liegen Jasons ersten Berührungspunkten mit der digitalen Währung Bitcoin. Damals kaufte er sich ein paar Bitcoins um damit zu experimentieren. Größere Anteile legte er sich  jedoch nicht zu. Zum Glück auch, denn schon bald ereignete sich eine technische Tragödie. Jason verlor durch einen Computeraustausch alle seine privaten Keys und damit seine frühen Bitcoins:

„Zu diesem Zeitpunkt hatte ich also alle Bitcoins verloren. Ich hatte gar nichts mehr und so sollte es auch vorerst bleiben bis zum Jahr 2014: Es kamen die ersten ASICs auf den Markt und mein Interesse wurde erneut geweckt,“ so Jason.

Zuerst konfigurierte Jason eine Bitcoin-Mine und kurz darauf folgte eine Mine von Vernon. Beide Minen werden größtenteils von AntMiner aus dem Hause Bitmain (China) betrieben.

Jason zufolge generiert das Familienunternehmen mit den beiden Minen derzeit insgesamt 600 Terahashes pro Sekunde. Da bleiben den beiden nach Abzug der Strom- und Betriebskosten noch am Monatsende noch satte 9,000 US-Dollar. Aktuell zahlen sie 6,5 Cent pro kWh.

Die ersten Mining-Versuche

Es war jedoch ein weiter Weg den die beiden in Kauf nehmen mussten.

Diejenigen unter uns, die selbst eine kleine Bitcoin-Mine von zu Hause aus betreiben wissen, dass Bitcoin-Mining mehr ist als nur ein Mining-Rig in die Steckdose zu stecken und abzuwarten bis sie anfängt das magische Geld zu drucken.

Das Betreiben einer Bitcoin-Mine ähnelt ein wenig dem Job eines Babysitters. Miner müssen ihre Maschinen genauestens beobachten und stetig die Performance verbessern. Zudem ist es wichtig die Temperaturen zu beobachten, sofort auf technische Probleme reagieren zu können und alle Einflüsse, die das Mining zum Erliegen bringen können zu eliminieren.

In einem Video auf YouTube zeigen die beiden mit welchen Problemen sie tagtäglich konfrontiert werden. Gerade im Sommer machen ihnen z.B. überhitzte Transformatoren zu schaffen.

Und wenn es nicht die Hitze ist, dann sind es die Überschwemmungen. Im vergangenen Monat als der tropische Sturm Hermine ihr Unwesen trieb, verwandelte sich die Mining Farm in einen echten Pool.

Ein Blick in die Zukunft

Wie zu erwarten hängt die Zukunft der Gantz Familien-Mine von den zukünftigen Investments ab.

Leistungsstärkere Mining-Rigs und Klimaanlagen stehen hier ganz oben auf der Agenda. Aber auch ein Shift auf alternative Kryptowährungen wird hier nicht außer Acht gelassen. Derzeit werden in einer Miner mit Hilfe von unzähligen Grafikkarten u.a. auch Ether geschürft.

Um die Minen noch schneller noch größer zu machen erwägen die sich eventuell Investoren mit ins Boot zu holen. Dadurch könnten sie noch schneller und effizienter wachsen. Einen genauen Plan gibt es dazu aber noch nicht. Jason denkt hier an 1-2 Investoren oder einem Crowdfunding.

Ziel ist eine Rechenkapazität von 15 Petahashes pro Sekunde bis Ende 2016. Ein ambitioniertes Ziel, was vor allem von dem Erfolg und dem Output der dritten Mine abhängt.

Die beiden stehen jedoch nicht alleine dar. Sie haben eine ganze Bitcoin-Community hinter sich stehen die gerne aushilft und mit rat und Tat zur Seite steht, sollte es einmal zu Problemen kommen.

„Die Bitcoin-Community ist einfach genial, freundlich und sehr hilfsbereit. Immer wenn es zu einem Problem kommt fragen wir die Community und erhalten prompt eine Antwort,“ so Jason.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Stan Higgins via CoinDesk

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