Bitcoin-Kurs verliert 28 % in vier Tagen – Hintergründe und Einschätzung

Bitcoin-Kurs verliert 28 % in vier Tagen – Hintergründe und Einschätzung

Der Bitcoin-Kurs ist seit dem 5. März um 28 % gefallen. Hacks, regulatorische Eingriffe und die Schließung von Börsen führten zu einer allgemein negativen Stimmung auf den Märkten. Wie kann man die aktuelle Kursentwicklung deuten? 

Die Woche tat Bitcoin nicht gut, keine Frage: Der Bitcoin-Kurs ist zwischen dem 5. und dem 9. März um 2.600 Euro gefallen. Das entspricht einem Verlust von 28 % – innerhalb von vier Tagen! Auch der sonstige Krypto-Markt hat sich nicht gut entwickelt, wie ein Blick auf den Preisindex zeigt.

Zwar gab es seit Beginn des Jahres mehrfach ähnlich dramatische Kursstürze. Auch ein Blick auf die Charts zeigt, dass die Situation langfristig betrachtet keine komplette Katastrophe ist. Es ist frustrierend, dass der seit Anfang Februar eingeschlagene Aufwärtstrend wieder durchbrochen wurde. Jedoch liegen wir immer noch über einem Abwärtskanal, der den Kurs seit Ende Dezember im Griff hatte:

Sofern der Kurs über 6.191,23 Euro bleibt, ist der alte Abwärtskanal noch nicht wieder betreten. Und selbst wenn das passiert: Es besteht durchaus Hoffnung, dass das Monatsminimum vom Februar bei 4.680,00 Euro ein starker Support ist, konnte sich dieser im Dip von Anfang November beweisen. Erst wenn auch dieser Support bricht, ist wirklich Grund zur Sorge vorhanden.

Mögliche Gründe ändern nichts am fundamentalen Wert Bitcoins

Dennoch ist die Sorge um die Zukunft Bitcoins und des gesamten Altcoin-Marktes verständlich. Vor allem fragen sich viele, warum der gesamte Markt derart gestürzt ist. Wie schon in einem ähnlichen Artikel vor einem Monat, lassen sich verschiedene Gründe aufzählen:

  • Die SEC hat bezüglich Börsen im Krypto-Bereich die Anforderungen erhöht. Als amerikanische Krypto-Börse hat Bittrex dazu Stellung genommen und zeigt sich kooperativ.
  • In Japan wurden zwei Krypto-Börsen für einen Monat die Geschäftstätigkeit untersagt. Weitere Börsen dürfen ihre Tätigkeiten unter erhöhten Auflagen fortsetzen.
  • Mit einem Krypto-Verbot für südkoreanische Beamte und einer anvisierten Regulation der Kryptowährung in Russland gibt es Weiteres im Bereich Regulationen, was zu Sorgen bei den Investoren führt.
  • Der Phishing-Versuch auf Binance hat viele Investoren beunruhigt. Schon vor diesem Eklat gab es verschiedene andere Vorfälle um gehackte Exchanges, sodass Anleger sehr unsicher wurden.
  • Mt. Gox hat lange nach der Schließung der Börse weiterhin einen negativen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs: So hat der Insolvenzverwalter von Mt. Gox ungefähr 400 Millionen US-Dollar in Bitcoin und Bitcoin Cash veräußert – was einen indirekten Einfluss auf den Kurs hatte.

Wie Anfang Februar fällt bei dieser Auflistung etwas auf: Es existieren keine Gründe, die konkret Bitcoin betreffen. Es wurde keine Sicherheitslücke im Bitcoin-Protokoll enteckt, die Anzahl der Nodes hat sich kaum geändert und auch die Hashrate wurde nicht geringer. Aus Deutschland gab es bezüglich der Nutzung von Bitcoin als Zahlungmittel sogar positive Neuigkeiten.

Mehr noch: Segregated Witness ist nicht nur in der Software des Bitcoin Core Clients als Default aktiviert, auch Anycoin direct, Bitfinex und Coinbase unterstützen dieses wichtige Protokoll-Update. Durch dieses können nicht nur mehr Transaktionen pro Block verarbeitet werden, auch das Lightning Network wird durch Segregated Witness möglich. Insgesamt ist damit der Weg zu einer nachhaltigen Lösung des Skalierungsproblems geebnet.

Niedrige Transaktionsgebühren: Ein Anreiz zur Nutzung

Schließlich befinden sich die Transaktionsgebühren auf einem Niveau, das es seit fünf Monaten nicht mehr gab. Das kann auch am Rückgang der Transaktionen liegen. Dennoch wird die stark gefallene Transaktionsgebühr wieder einen Anreiz zur Nutzung von Bitcoin schaffen, sodass das Interesse an Kryptowährungen wieder ansteigen kann.

In dieser Hinsicht gilt ähnlich wie vor einem Monat: Ruhe bewahren, nicht in Panik oder Frustration verkaufen, sondern eher günstig Kryptowährungen kaufen. Vor einigen Tagen wurde das Thema Cost-Average-Investment angesprochen, sprich jeden Monat wird etwas Geld in Bitcoin angelegt. Dieser Ratschlag gilt weiterhin.

Vor allem sei zu einer wirklichen Nutzung von Bitcoin eingeladen! Nur so kann die allgemeine Bitcoin-Akzeptanz und Adaption vorangebracht werden.

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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