Bitcoin-Kurs über 8.200 US-Dollar: Wie BTCs Anreizstruktur Großanleger auf den Plan ruft

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Das zyklische Wachstum der Kryptowährung Nr. 1 führte in der Vergangenheit immer wieder zu Mini-Rallyes wie die der letzten Tage. Diejenigen, die bereits länger dabei sind, wissen, dass es bei Bitcoin plötzlich ganz schnell gehen kann. Wie Bitcoins komplexe ökonomische Anreizstruktur die Kurse treibt.

Ein stagnierendes Zinsniveau, sinkende Aktienkurse und mit Staatsanleihen kann man ohnehin kaum noch Renditen erwirtschaften. Was bleibt Anlegern also noch, um Erspartes vor voranschreitender Geldentwertung zu retten?


Bitcoin hat mit 0 Prozent eine höhere Rendite als Staatsanleihen in 18 Ländern, deren Zentralbanken eine Abwertung ihrer Währungen und eine Inflation der Vermögenspreise anstreben. Bitcoin [hingegen ist] seit Jahresbeginn um 112 Prozent gestiegen.

Die Antwort heißt Bitcoin. Denn wie die Kryptowährung Nr. 1 in den letzten Tagen eindrucksvoll bewiesen hat, kann sie mutigen Anlegern einen echten Geldsegen bescheren: Allein in den letzten 14 Tagen legte BTC um sage und schreibe 53 Prozent zu. In der Nacht zum Dienstag, dem 14. Mai, knackte das digitale Gold erstmals seit Juli 2018 die 8.000-US-Dollar-Marke.

Gemessen zum Jahresbeginn ist das Wachstum noch eindrucksvoller: Seit Anfang Januar legte Bitcoin sage und schreibe 116 Prozent zu. Wer Anfang des Jahres einstieg, konnte die Investition innerhalb von fünf Monaten mehr als verdoppeln.

Bitcoin gilt als Absicherung gegen eine drohende Rezession.

Die Hintergründe

Die Hintergründe zu den Traumrenditen dürften vielfältig sein. Einerseits spielen Positivmeldungen wie die Ankündigung Bakkts, ab Juli dieses Jahres den Verkauf der Bitcoin Futures aufzunehmen, eine Rolle. Anderseits liegt es in einem Mix aus positiven Fundamentalwerten sowie der allgemein bullishen Marktstimmung begründet, dass derlei Meldungen überhaupt einen solchen Impact haben.

Die Bakkt-Ankündigung steht indes nur stellvertretend für einen Trend, der sich bereits seit geraumer Zeit ankündigt: Bitcoin gewinnt an Legitimität. Während das digitale Asset in der ersten Dekade seines Bestehens allen voran hartgesottene Cypherpunks und Early Adopters zu Reichtum verhalf, hält der Krypto-Markt seit geraumer Zeit nach und nach Einzug in die traditionelle Finanzwelt. Schließlich bleiben erwähnte Traumgewinne nicht lange unbemerkt.

Hier dürfte sich bald ein fundamentaler „Tipping Point“ auftun: Es kommt der Moment, an dem es für Fonds-Manager und Großanleger riskanter ist, keine BTC zu besitzen, als Bitcoin ins Portfolio aufzunehmen. Man könnte sagen, dieser Zeitpunkt ist bereits eingetroffen.

Denn zehn Jahre nach Veröffentlichung des White Paper steht BTC besser da denn je. Man beobachtete das wohl größte makroökonomische Experiment der Menschheitsgeschichte lange genug von der Seitenlinie. Mit jedem geminten Block steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin gekommen ist, um zu bleiben – das erkennen auch immer mehr institutionelle Investoren.

Bitcoin wächst in Zyklen

Wer bereits länger dabei ist, weiß, dass Mini-Rallyes bei Bitcoin keine Seltenheit sind. Den Weg von 8.000 US-Dollar bis knapp 20.000 US-Dollar legte BTC seinerzeit in etwas mehr als einem Monat zurück. Dass im Anschluss der „Krypto-Winter“, also eine Korrekturphase, folgte, dürfte den meisten auch bekannt sein.

Es ist allerdings immer dasselbe Spiel: Im Zuge des Halvings steigt der Bitcoin-Kurs an (alle vier Jahre halbiert sich die BTC-Inflationsrate). Schließlich verringert sich das Angebot bei gleichbleibender Nachfrage. Ab einem gewissen Punkt überhitzt der Markt und es folgt der Bärenmarkt.

Die mediale Aufmerksamkeit nimmt ab, man erklärt Bitcoin für tot und hakt das Thema ab. Bis es wieder von vorne losgeht.

Bitcoin befindet sich 148 Tage nach seinem Tiefpunkt im Dezember 2018 im Regenerationsprozess. [Bitcoin] liegt derzeit bei etwa 40 Prozent seines Allzeithochs. Die längste Regenerationsphase vom Boden bis zum vorherigen Höchststand dauerte 722 Tage (etwa zwei Jahre). Ich bezweifle, dass dieser [Zyklus] hier so lange dauern wird.

Das Credo: Bitcoin kommt zurück. Mit jedem Zyklus steigt die mediale Aufmerksamkeit. Neue Anleger kommen in den Markt und die Kurse wachsen abermals. So lange, bis niemand mehr das Phänomen Bitcoin ignorieren kann.

Der Nachfrage steht indes ein disinflationäres Wachstum des Angebots entgegen, da das Geldmengenwachstum algorithmisch festgelegt ist. Kein Miner der Welt kann mehr als 12,5 BTC je Block emittieren.

Deshalb ist die komplexe ökonomische Anreizstruktur des knappsten Assets der Welt so herausragend.

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