Bitcoin: Investor Dan Morehead warnt vor Preisverfall

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

dan morehead

Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-illustration/3d-illustration-bitcoin-over-green-binary-711366049?src=zmXnPnaaJ81N4flfY5ee1g-1-77

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Investor Dan Morehead warnt vor einer drohenden Halbierung des Bitcoin-Preises bis zum Jahresende. Viele Spekulanten wollen momentan ihre Gewinne mitnehmen, glaubt er, weswegen sie mit ihren Verkäufen den Wert drücken. Der Markt sei extrem riskant, so der CEO von Pantera Capital bei einem Interview des Fernsehsenders CNBC.

Morehead glaubt an einen baldigen Preisverfall der Kryptowährung Bitcoin von bis zu 50 %. Nach dieser Bereinigung sei der Preis wieder auf dem alten Stand vom Vormonat. Auf lange Sicht habe diese Digitalwährung aber die Chance, wieder auf 18.200 US-Dollar zu steigen.

„Bei den Blockchains Bitcoin, Ethereum und Ripple befinden wir uns im ersten Durchgang mehrerer Dekaden. Wir befinden uns noch am Anfang der Entwicklung, es sind noch einige extreme Ups and Downs zu erwarten,“


sagte er kürzlich den CNBC-Moderatoren. Thema der Sendung war der derzeitige Run auf die Coin-Währungen. Auf den Wert angesprochen, sagte er bei CNBC, der Bitcoin sei für viele Personen vonnutzen, die damit erfolgreich das Bankwesen umgehen. Grundsätzlich sei dies ein sehr kompliziertes, extrem schnell wachsendes und hoch riskantes Geschäft. Früher habe sich der Wert innerhalb von sechs Wochen verdoppelt. Offenbar glauben manche Anleger, dass dieser Höhenflug ewig so weitergeht. Tatsächlich konnte die Emission neuer Futures letztes und vorletztes Wochenende bei zwei US-Börsenplätzen für einen weiteren Kursanstieg sorgen.

Doch wie man im Moment sieht, gehe der Kurs eben nicht immer nur nach oben, so der Analyst. Nächste Woche soll nach Ansicht von Morehead zunächst eine recht brutale Bereinigung erfolgen, in dessen Verlauf der Wert auf die Hälfte abfällt. Auf lange Sicht werde die Blockchain-Technologie in den Reihen der Industrie eine größere Akzeptanz erfahren, was auch das Vertrauen in den Bitcoin stärken wird. Dann gebe es gute Chancen, dass sich der Wert auf lange Sicht bei etwa 18.200 Dollar einpendeln könne. Grundsätzlich müsse man das Risiko streuen, indem man auf verschiedene Währungen setzt. Auch bei Aktien-Investments würde niemand nur auf Google oder ausschließlich auf den Wert der Apple-Aktie spekulieren, sondern stets ein Portfolio bestehend aus mehreren Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenstellen, um mögliche Verluste auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wer nur auf ein Pferd setzt, gehe folglich, egal ob bei Aktien oder Kryptowährungen, ungebremst das volle Risiko ein, so Morehead.

Natürlich könne jeder bei der eingesetzten Open-Source-Software seine eigene Kryptowährung erschaffen, das wäre aber nicht die Lösung des Problems. Die Herausforderung bestehe darin, der Masse der Anwender zu vermitteln, dass sie diese auch benutzen. Das könnte man durchaus auf das Internet übertragen. Sollte es jemandem gelingen, die Mehrheit der Surfer vom Besuch einer anderen Webseite zu überzeugen, so werde diese automatisch wertvoller als Facebook. Doch genau darin besteht bei neuen Portalen als auch bei neuen Kryptowährungen das Problem: Anfangs kennt sie niemand. Am drohenden Preisverfall bis Anfang Januar würde eine neue Kryptowährung so oder so nichts ändern.

Hintergrund: Dan Morehead war früher als Trader und Hedgefond-Manager unter anderem bei der Deutschen Bank, Bankers Trust und Goldman Sachs tätig. Dann gründete er die Handelsplattform Atriax, die im Jahr 2002 wieder geschlossen wurde. Später war er an der Gründung von Bitstamp beteiligt und gründete 2003 die auf Krypto-Produkte spezialisierte Investmentfirma Pantera Capital mit Sitz in San Francisco, der er bis heute als CEO vorsteht. Seinen ersten Bitcoin soll er gekauft haben, als dieser noch lächerliche 72 US-Dollar pro Stück wert war. Viel Erfahrung in dem Sektor hin oder her. Es bleibt kritisch abzuwarten, ob sich seine Prophezeiungen tatsächlich bewahrheiten werden.

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