Bitcoin-Handel: EU-Behörden fordern besseren Schutz von Investoren

Quelle: Shutterstock

Bitcoin-Handel: EU-Behörden fordern besseren Schutz von Investoren

Bislang hat jeder EU-Mitgliedsstaat eigene Gesetze, um den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin zu regulieren. Ein potentielles Risiko, wie die Europäische Union findet. Zwei große Aufsichtsbehörden der EU fordern deshalb einheitliche Regeln, um Investoren besser zu schützen.

Sowohl die European Banking Authority (EBA) als auch die European Securities and Markets Authority (ESMA) sprachen sich kürzlich in separat veröffentlichen Berichten für eine EU-weite Regulierung von Kryptowährungen aus. Der derzeitige Flickenteppich aus Regeln berge ein erhebliches Risiko für Investoren und könne dazu führen, dass ein Ungleichgewicht zwischen den einzelnen EU-Staaten entstehe.

Bitcoin-Handel: EBA fürchtet Ungleichgewicht in Europa

In ihrem Bericht weist die EBA darauf hin, dass vor allem der Verbraucherschutz unter den fehlenden EU-Richtlinien zu Kryptowährungen leidet. Potentiellen Investoren könnten wichtige Informationen über mögliche Risiken entgehen. Deshalb müsse die Europäische Kommission analysieren, welche Schritte erforderlich seien, um Informationsgleichheit zu gewährleisten.

Problematisch sei außerdem, dass die einzelnen Mitgliedsstaaten unterschiedliche Maßnahmen im Umgang mit Kryptowährungen ergreifen würden. Belgien habe beispielsweise den Handel mit Derivaten, die auf Bitcoin basieren, verboten. Auch im Vereinigten Königreich werde dieser Schritt diskutiert. Dies könne dazu führen, dass Firmen ihre Geschäfte in weniger strikt regulierte Länder verlagern und dadurch ein wirtschaftliches Ungleichgewicht innerhalb der EU verursachen würden.

Europaweite Regeln für Kryptowährungen

Auch die ESMA plädiert für einen europäischen Rahmen, um den Handel mit Kryptowährungen zu regulieren. Steven Maijoor, der Vorsitzende der ESMA, sagte, dass einige Krypto-Assets bereits heute als Finanzprodukte entsprechend europäischer Finanzmarktrichtlinie (MiFID) gelten könnten. Krypto-Produkte, auf die das nicht zutreffe, würden aber ein erhebliches Risiko für potentielle Investoren darstellen. Lücken in der bisherigen Gesetzgebung sollten daher am besten auf europäischer Ebene behandelt werden.

Lies auch:  thinkBLOCKtank: Experten wollen Rechtssicherheit für europäische Blockchain-Projekte schaffen

Die Regulierung von virtuellen Währungen steckt in der EU noch in den Kinderschuhen. Die FinTech Task Force arbeitet zwar daran, die bestehenden nationalen Gesetze zu vereinheitlichen – derzeit verfolgen die Mitgliedsstaaten aber zumeist unterschiedliche Strategien.

Dazu kommt, dass die EU offensichtlich Probleme damit hat, eine gemeinsame Haltung zu Kryptowährungen zu finden. Auch wenn man sich von Seiten der EU-Kommission gerne tolerant gibt, gibt es immer wieder Stimmen, die das Bild trüben. Zuletzt beschrieb etwa Ardo Hansson, Entscheidungsträger bei der europäischen Zentralbank, Kryptowährungen als „völligen Blödsinn“ und warnte, dass „die Blase“ bereits geplatzt sei.

Anzeige

Ähnliche Artikel

BitMEX schließt Québec und die USA von Services aus
BitMEX schließt Québec und die USA von Services aus
Regulierung

Die Krypto-Optionsbörse BitMEX bedient keine Kunden mehr in den USA und Québec.

China zwingt Blockchain-Unternehmen zur Offenlegung von Nutzerdaten
China zwingt Blockchain-Unternehmen zur Offenlegung von Nutzerdaten
Blockchain

Die Cyberspace Administration of China (CAC) hat neue Regelungen für Blockchain-Unternehmen veröffentlicht.

EU will europaweite Bitcoin-Regelung: Regulierungs-ECHO KW2
EU will europaweite Bitcoin-Regelung: Regulierungs-ECHO KW2
Krypto

In Russland kann die neue Legislaturperiode für einige Bewegung in der Bitcoin-Regulierung sorgen.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Südkorea: Bezirksverwaltung in Seoul benutzt Blockchain für öffentliche Ausschreibungen
    Südkorea: Bezirksverwaltung in Seoul benutzt Blockchain für öffentliche Ausschreibungen
    Blockchain

    Südkorea hat ein weiteres vielversprechendes Blockchain-Projekt vorzuweisen. Die Verwaltung des Seouler Stadtteils Yeongdeungpo hat damit begonnen, öffentliche Aufträge mithilfe der Blockchain-Technologie auszuschreiben.

    IBM und Ford starten Pilotprojekt für Kobalt-Supply-Chain
    IBM und Ford starten Pilotprojekt für Kobalt-Supply-Chain
    Blockchain

    Die Adaption der Blockchain-Technologie schreitet unaufhörlich voran. Auch in der Autoindustrie scheint sie inzwischen angekommen zu sein.

    Dänische Steuerbehörde ermittelt gegen Krypto-Investoren
    Dänische Steuerbehörde ermittelt gegen Krypto-Investoren
    Politik

    Dänemark nimmt Krypto-Investoren unter die Lupe. Nachdem bekannt wurde, dass sich dänische Staatsbürger in Finnland an steuerlich relevanten Geschäften mit Kryptowährungen beteiligten, stehen nun mögliche Verstöße gegen das dänische Steuerrecht im Raum.

    Brave Ads: Werbung sehen, wann man will – und BAT verdienen
    Brave Ads: Werbung sehen, wann man will – und BAT verdienen
    Altcoins

    Brave, die Firma hinter dem gleichnamigen Browser mit Privacy-Fokus, hat ein neues Feature vorgestellt.

    Angesagt

    Wechselkurs von Petro zu Bolívar auf 1:36.000 angehoben – Inflation hat Venezuela fest im Griff
    Politik

    Nicolás Maduro hebt den Wechselkurs von Bolívar zu Petro auf ein Verhältnis von 1:36.000 an.

    Neues aus dem Hause BAKKT: Kauf von Vermögenswerten erfolgreich
    Bitcoin

    BAKKT-CEO Kelly Loeffler rückt auf Medium mit den neuesten Entwicklungen rund um die ersten physischen Bitcoin Futures heraus.

    USA: Vermont sucht Expertise für Blockchain-Pilotprojekt
    Blockchain

    Der US-Bundesstaat Vermont will ein Pilotprojekt starten, das den Nutzen der Blockchain-Technologie für Eigenversicherer ausloten soll.

    Ethereum: Constantinople Hard Fork wegen Sicherheitslücken abgesagt
    Altcoins

    Das Ethereum-Entwicklerteam hat die lang erwartete Hard Fork Constantinople abgesagt.