Bitcoin, Futures & die Börse: Wie es weitergeht

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

Quelle: Financial District street signs via shutterstock

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NASDAQ-CEO Adena Friedman hat in einem Interview Details zu Plänen für ein eigenes Futures-Programm geäußert. Währenddessen sieht die erste Futures-Runde von CME ihrem Ende entgegen. Ein Rückblick.

Im Prinzip könnten sie verschiedener nicht sein: Auf der einen Seite eine neue Kryptowährung, auf Dezentralität und Anonymität ausgelegt, auf der anderen Seite eine traditionelle zentralisierte Institution und ihre Instrumente. Wie bereits im Dezember CBOE und CME, will nun auch NASDAQ mit Terminkontrakten vom Bitcoin profitieren.


In einem Interview mit CNBC gab Adena Friedman Details zu den bereits im November angekündigten Terminkontrakten bekannt. Wie aus dem Interview hervorgeht, will man sich mit dem eigenen Futures-Programm von der Konkurrenz abgrenzen.

Während bei den Futures von CBOE und CME der Fokus auf dem Preis und dessen Entwicklung liegt, will Nasdaq diesen Fokus verschieben. Es handele sich dahingehend viel mehr um ein Investment, als um ein Tracking-System. Als Motivation führt sie vor allem den „Netzwerk“-Effekt auf und geht davon aus, dass nach und nach mehr Menschen in das Krypto-Geschäft einsteigen wollten, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Ein genaues Datum und eine definitive Entscheidung blieb jedoch aus. Während beim Launch der Futures im Dezember kritisiert wurde, dass diese nicht gut durchdacht seien, will sich NASDAQ offenbar absichern: „Wir schauen weiterhin genau auf das Risikomanagement und versichern uns, dass wir die richtigen Protokolle verwenden. Außerdem achten wir darauf, dass die Kontrakte anders sind, als die, die bereits auf dem Markt sind.“  Letztendlich wolle man aber noch abwarten, ob es genug Nachfrage für die Produkte gebe. Betrachtet man im Rückblick die bisherige Entwicklung der Futures, scheint dieser Bedarf – zumindest theoretisch – vorhanden zu sein.

Die bisher gelaunchten Futures

Der Launch der ersten Futures-Runde begann am 10. Dezember letzten Jahres, der Bitcoin-Kurs lag bei 15.000 Dollar. Als die Futures dann am 17. Januar ausliefen, lag der Kurs bei 11.000 US-Dollar, wie man am Kursverlauf erkennen kann.

Die zweite Futures-Runde von CME ist am 18. Dezember gestartet. Zu diesem Zeitpunkt lag der Kurs beim bisher ungeschlagenen Allzeithoch von 20.000 US-Dollar. Ihr Ende steht bis dato noch aus – um genau zu sein bis zum 26. Januar.

Um das Ganze in Verbindung mit der Kursentwicklung und möglichen Gewinnen zu bringen, sei hier nochmal kurz an die Funktionsweise der Terminkontrakte erinnert. Wer bei den Futures auf einen Kursverlust „wettet“, betreibt sogenanntes Shorting. Man einigt sich dabei, zu einem bestimmten Zeitpunkt, eine festgesetzte Menge einer Ware zu einem vereinbarten Preis zu kaufen.

Wenn man nun das richtige Händchen hat, kann man mit diesem System doppelt profitieren. Wer nämlich zu einem günstigen Preis einkauft, kann teuer verkaufen. Wer teuer verkauft, kann darauf wetten, dass der Preis wieder fällt. Nach Ablauf der Futures beginnt das Spiel von vorne: Wenn der Kurs dann wieder steigt, kann man das theoretisch ad absurdum führen. Man muss nur richtig wetten.

Wie es der Zufall nun so will, standen die Sterne für erfahrene Börsianer kurz vor, nach und während des Starts der Futures für die richtige Verwendung durchaus günstig.

Spielen wir also das günstigste Szenario für Anleger durch. Dieser hätte sich theoretisch also irgendwann vor dem Start der CBOE-Futures oder auch noch am Tag des Launchs einkaufen können. Dabei hätte er dann Shorten können und damit darauf gewettet, dass der Kurs bis zum 17. Januar wieder fällt (Stichwort: Blutbad). Gleichzeitig hätte jene Person kurz danach, am besten beim Allzeithoch, wieder verkauft und damit einen ersten Gewinn eingestrichen.

Wie es der Zufall außerdem will, fällt das bisher ungeschlagene Allzeithoch von knapp 20.000 US-Dollar mit dem Start der zweiten Futures-Runde am 18. Dezember zusammen. Hätte sich dann jene glückliche Person ihren Gewinn auszahlen lassen, wäre der erste Gewinn eingestrichen.

Hätte sie dann mit dem Launch der CME-Futures (eventuell vom Gewinn) wieder geshortet, würde diese Person vermutlich auch wieder mit Gewinnen aus der Geschichte gehen – vorausgesetzt, der Kurs steigt bis übermorgen nicht wieder auf 20.000 US-Dollar. Sollte die Kursentwicklung dieser Logik also folgen, würde der Kurs nach dem Auslaufen der CME Futures, also am 26. Januar, wieder ansteigen. Dann startet die zweite CME-Runde.

Sicherlich wird hier viel im Konjunktiv gesprochen, man muss hier vorsichtig sein, nicht bald den Aluhut auf dem Kopf zu tragen. Doch bei so viel Korrelation lohnt es sich jedenfalls, sie zumindest zu beschreiben. Aluhut hin oder her: Es bleibt spannend.

BTC-ECHO

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