Bitcoin, Futures & die Börse: Wie es weitergeht

Quelle: Financial District street signs via shutterstock

Bitcoin, Futures & die Börse: Wie es weitergeht

NASDAQ-CEO Adena Friedman hat in einem Interview Details zu Plänen für ein eigenes Futures-Programm geäußert. Währenddessen sieht die erste Futures-Runde von CME ihrem Ende entgegen. Ein Rückblick.

Im Prinzip könnten sie verschiedener nicht sein: Auf der einen Seite eine neue Kryptowährung, auf Dezentralität und Anonymität ausgelegt, auf der anderen Seite eine traditionelle zentralisierte Institution und ihre Instrumente. Wie bereits im Dezember CBOE und CME, will nun auch NASDAQ mit Terminkontrakten vom Bitcoin profitieren.

In einem Interview mit CNBC gab Adena Friedman Details zu den bereits im November angekündigten Terminkontrakten bekannt. Wie aus dem Interview hervorgeht, will man sich mit dem eigenen Futures-Programm von der Konkurrenz abgrenzen.

Während bei den Futures von CBOE und CME der Fokus auf dem Preis und dessen Entwicklung liegt, will Nasdaq diesen Fokus verschieben. Es handele sich dahingehend viel mehr um ein Investment, als um ein Tracking-System. Als Motivation führt sie vor allem den „Netzwerk“-Effekt auf und geht davon aus, dass nach und nach mehr Menschen in das Krypto-Geschäft einsteigen wollten, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Ein genaues Datum und eine definitive Entscheidung blieb jedoch aus. Während beim Launch der Futures im Dezember kritisiert wurde, dass diese nicht gut durchdacht seien, will sich NASDAQ offenbar absichern: „Wir schauen weiterhin genau auf das Risikomanagement und versichern uns, dass wir die richtigen Protokolle verwenden. Außerdem achten wir darauf, dass die Kontrakte anders sind, als die, die bereits auf dem Markt sind.“  Letztendlich wolle man aber noch abwarten, ob es genug Nachfrage für die Produkte gebe. Betrachtet man im Rückblick die bisherige Entwicklung der Futures, scheint dieser Bedarf – zumindest theoretisch – vorhanden zu sein.

Die bisher gelaunchten Futures

Der Launch der ersten Futures-Runde begann am 10. Dezember letzten Jahres, der Bitcoin-Kurs lag bei 15.000 Dollar. Als die Futures dann am 17. Januar ausliefen, lag der Kurs bei 11.000 US-Dollar, wie man am Kursverlauf erkennen kann.

Die zweite Futures-Runde von CME ist am 18. Dezember gestartet. Zu diesem Zeitpunkt lag der Kurs beim bisher ungeschlagenen Allzeithoch von 20.000 US-Dollar. Ihr Ende steht bis dato noch aus – um genau zu sein bis zum 26. Januar.

Um das Ganze in Verbindung mit der Kursentwicklung und möglichen Gewinnen zu bringen, sei hier nochmal kurz an die Funktionsweise der Terminkontrakte erinnert. Wer bei den Futures auf einen Kursverlust „wettet“, betreibt sogenanntes Shorting. Man einigt sich dabei, zu einem bestimmten Zeitpunkt, eine festgesetzte Menge einer Ware zu einem vereinbarten Preis zu kaufen.

Wenn man nun das richtige Händchen hat, kann man mit diesem System doppelt profitieren. Wer nämlich zu einem günstigen Preis einkauft, kann teuer verkaufen. Wer teuer verkauft, kann darauf wetten, dass der Preis wieder fällt. Nach Ablauf der Futures beginnt das Spiel von vorne: Wenn der Kurs dann wieder steigt, kann man das theoretisch ad absurdum führen. Man muss nur richtig wetten.

Wie es der Zufall nun so will, standen die Sterne für erfahrene Börsianer kurz vor, nach und während des Starts der Futures für die richtige Verwendung durchaus günstig.

Spielen wir also das günstigste Szenario für Anleger durch. Dieser hätte sich theoretisch also irgendwann vor dem Start der CBOE-Futures oder auch noch am Tag des Launchs einkaufen können. Dabei hätte er dann Shorten können und damit darauf gewettet, dass der Kurs bis zum 17. Januar wieder fällt (Stichwort: Blutbad). Gleichzeitig hätte jene Person kurz danach, am besten beim Allzeithoch, wieder verkauft und damit einen ersten Gewinn eingestrichen.

Wie es der Zufall außerdem will, fällt das bisher ungeschlagene Allzeithoch von knapp 20.000 US-Dollar mit dem Start der zweiten Futures-Runde am 18. Dezember zusammen. Hätte sich dann jene glückliche Person ihren Gewinn auszahlen lassen, wäre der erste Gewinn eingestrichen.

Hätte sie dann mit dem Launch der CME-Futures (eventuell vom Gewinn) wieder geshortet, würde diese Person vermutlich auch wieder mit Gewinnen aus der Geschichte gehen – vorausgesetzt, der Kurs steigt bis übermorgen nicht wieder auf 20.000 US-Dollar. Sollte die Kursentwicklung dieser Logik also folgen, würde der Kurs nach dem Auslaufen der CME Futures, also am 26. Januar, wieder ansteigen. Dann startet die zweite CME-Runde.

Sicherlich wird hier viel im Konjunktiv gesprochen, man muss hier vorsichtig sein, nicht bald den Aluhut auf dem Kopf zu tragen. Doch bei so viel Korrelation lohnt es sich jedenfalls, sie zumindest zu beschreiben. Aluhut hin oder her: Es bleibt spannend.

BTC-ECHO

JETZT NEU: DER BTC-NAVIGATOR

Das deutschsprachige Blockchain-Ökosystem an einem Platz vereint:

HANDELSPLÄTZEJOBSEVENTSUNTERNEHMENPRODUKTEAKZEPTANZSTELLENWEBSEITEN

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin

Kraken veröffentlicht seine Marktanalyse für den Monat Juni. Demnach erreicht die Bitcoin-Volatilität wieder neue Höhen. Im selben Zug sei ein Fortsetzen des Kurstrends, der seit April dieses Jahres besteht, zu beobachten.

Grayscale Bitcoin Trust weiterhin auf Erfolgskurs
Grayscale Bitcoin Trust weiterhin auf Erfolgskurs
Bitcoin

Der größte Krypto-Vermögensverwalter der Welt legte seinen Quartalsbericht vor. Grayscales erfolgreichstes Produkt bleibt der Grayscale Bitcoin Trust Fund. Eine kleine Besinnung auf die letzten drei Monate und eine Botschaft: Bitcoin ist gut.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Der Ritterschlag für Bitcoin und Libra: Die US-Politik bekommt es mit der Angst zu tun
Der Ritterschlag für Bitcoin und Libra: Die US-Politik bekommt es mit der Angst zu tun
Kommentar

In dieser Woche stand der Krypto-Markt ganz unter amerikanischer Flagge. Donald Trump tweetete sein Unbehagen über Bitcoin und Libra. Kurzerhand zog auch das US-Finanzministerium nach und bezeichnete Bitcoin als Gefahr für die nationale Sicherheit. Wenn auch weniger über Bitcoin, so doch über Facebooks Libra, verlor auch der US-Senat in einer Anhörung kein gutes Haar. Kurzum: Dank Zuckerberg schaffen es Kryptowährungen nun ganz nach oben auf die politische Agenda. Über die Vor- und Nachteile, wenn man ins Visier der größten Volkswirtschaft der Welt rückt.

Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen
Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen
Blockchain

Das Start-up EDNA will mithilfe der Blockchain-Technologie mehr Menschen Zugang zum weltweiten Markt für DNA verschaffen. Gemeinsam mit dem Singapurer Finanzdienstleister WORBLI entwickelt das Unternehmen eine App, welche menschliches Erbgut sicher auf EOSIO-Blockchains registrieren und Nutzern gleichzeitig über Smart Contracts eine faire Aufwandsentschädigung zukommen lassen soll. Im Zuge intensiver Genforschung boomt der Handel mit menschlichen Genen derzeit. Für ihr Erbgut erhalten DNA-Spender jedoch oft nur einen Bruchteil des Marktwertes.

Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin

Kraken veröffentlicht seine Marktanalyse für den Monat Juni. Demnach erreicht die Bitcoin-Volatilität wieder neue Höhen. Im selben Zug sei ein Fortsetzen des Kurstrends, der seit April dieses Jahres besteht, zu beobachten.

Gehackte Bitcoin-Börse BITPoint verspricht Entschädigungen für Kunden
Gehackte Bitcoin-Börse BITPoint verspricht Entschädigungen für Kunden
Sicherheit

Die gehackte Bitcoin-Börse BITPoints verspricht, ihre Kunden zu entschädigen. Das Ungewöhnliche daran: Die geprellten Kunden werden in Kryptowährungen ausgezahlt. Was ist von einer solchen Geschäftspraxis zu halten?

Angesagt

Bitcoin Suisse beantragt Schweizer Banklizenz
Regulierung

Bitcoin Suisse hat eine Schweizer Banklizenz und eine Effektenhändlerlizenz bei der Schweizer Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA beantragt. Damit will das Unternehmen ihr Produktporfolio weiter ausbauen.

Phēnix X1: Prototyp für Blockchain-Smartphone angekündigt
Mining

Mit Phēnix X1 gibt es offenbar einen ersten Prototypen für ein mining-fähiges Smartphone. Mit dem geplanten Modell soll es möglich sein, Kryptowährung zu schürfen. Außerdem wartet das Blockchain-Smartphone mit einer eigenen Krypto-Wallet auf.

Japan entwickelt offenbar „Swift“ für Bitcoin & Co.
Regulierung

Die Regierung Japans plant laut Medienberichten, ein SWIFT-ähnliches Netzwerk für den Zahlungsverkehr mit Bitcoin, Ripple, Ethereum und Konsorten zu entwickeln. Das Zahlungsnetzwerk soll unter anderem dazu dienen, Geldwäsche durch Kryptowährungen zu vermeiden.

„Bitcoin ist eine nicht aufzuhaltende Macht“ – Kongressdebatte stimmt bullish
Politik

Der Finanzausschuss des US-Kongresses tagte am gestrigen Mittwoch, dem 17. Juli, beinahe sechs Stunden. Auf der Tagesordnung standen Bitcoin, Libra & Co. Eines steht fest: Bitcoin ist auf der politischen Agenda angekommen.

Du bist Anfänger und möchtest einfach in Bitcoin & Krypto investieren? Wir empfehlen eToro!

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: