Der Bitcoin Stellvertreterkrieg: Classic vs Core

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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Quelle: © Andre Bonn - Fotolia.com

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In der folgenden Stellungnahme von Martin Hagelstrom, erklärt der Bitcoin-Enthusiast und Projektleiter bei IBM, warum innerhalb der gerade vorherrschenden Blocksize-Debatte ein ganz wichtiger Punkt verschwiegen wird.

. Proxy War ist um eine noch viel wichtigere Debatte zu verhindern?


Bevor wir aber zu dem Punkt kommen, müssen wir etwas weiter ausholen.

Classic vs Core

Auf der einen Seite haben wir die Bitcoin Core Entwickler, die das Projekt nach der Bitcoin-Geburtsstunde von dem pseudonymen Entwickler Satoshi Nakamoto übernommen haben und seither weiterentwickeln. Letztendlich entscheiden sie darüber, welche Veränderungen an der Bitcoin-Blockchain übernommen werden und welche eben nicht.

Zudem haben sie ein Verfahren entwickelt, wie die Community an Veränderungen im Code beitragen kann. Einige dieser Vorschläge sind oftmals schwer zu implementieren oder werden vom Core Team abgelehnt, da sie evtl. eine Gefahr für das gesamte Netzwerk darstellen.

Wir sollten an diesem Punkt jedoch nicht vergessen, dass es sich bei Bitcoin um ein Open-Source Projekt handelt bei dem andere Entwickler Teams den Code kopieren und nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln können.

Genau das macht gerade das Bitcoin Classic Team. Das Team besteht u.a. aus dem ehemaligen Core Entwickler Gavin Andersen und dem Bloq CEO Jeff Garzik. Sie wollen die Blockgröße von 1MB auf 2MB vergrößern und damit die Transaktionsdurchfluss pro Block verdoppeln.

Das Bitcoin Core Team hat eine ähnliche Lösung gefunden: Sie wollen die Kapazität dadurch vergrößern, indem sie den Speicherplatz den eine Signatur im Block benötigt reduzieren (Segregated Witness).

Das Interessante an Classic ist jedoch, dass sie ihren Vorschlag ganz offen an die Bitcoin-Community kommunizieren und ihr Vorschlag in nur zwei Monaten umsetzbar ist. Das wäre eine große Veränderung an Bitcoin.

Das Core Entwicklerteam wurde in der Vergangenheit zunehmend dazu gedrängt offener mit der Community zu kommunizieren und sie an den Veränderungen teilhaben zu lassen- Beispiele dafür sind die neue Webseite, ein neuer Slack Channel, die Teilnahme an Podcasts oder die Anwesenheit bei Bitcoin-Events. Hier sollen sie der Gemeinschaft mitteilen, warum sie glauben, dass Bitcoin Classic der falsche Ansatz sei.

Dies geschah natürlich nicht ganz ohne Reibereien, Beschimpfungen und Tadel, aber wir sollten dem Classic Team dankbar sein, dass sie diese “Evolution” ermöglicht haben.

Payment vs Settlement

Kommen wir einmal zurück zum eigentlichen Anlass des Artikels: Warum wird die Debatte dazu genutzt, einen noch viel größeren Diskussionspunkt zu verhindern?

Kurz gesagt haben wir zwei Gruppen. Eine Gruppe (Bitcoin Classic) sieht Bitcoin als ein Netzwerk für Zahlungen (Payment), also als ein ultimatives Netzwerk was die traditionellen Bezahlungsmethoden ablösen soll. Die andere Gruppe (Bitcoin Core) sieht Bitcoin als ein Settlement-Netzwerk bei dem die Enduser Gebrauch von Sidechains machen sollen, beispielsweise das Lightning Netzwerk oder andere Plattformen die in Zukunft als Zahlungsplattform agieren.

Somit haben wir auf der einen Seite die Verfechter für eine Bitcoin-Blockchain, die nach einer  Vergrößerung der Blocksize (von 1MB auf 2MB) mehr Transaktionen zu niedrigeren Kosten abwickeln kann und auf der anderen Seite die Verfechter für eine Blockchain die weniger, aber dafür größere Transaktionen zu einem höheren Preis abwickeln kann.

Deshalb bin ich der Meinung bei der Blocksize Debatte (Skalierung von Bitcoin) geht es um weit mehr als nur die Vergrößerung der Blockgröße. Ich sehe es als einen Stellvertreterkrieg bei dem es um weit mehr geht.

Disclaimer: Bei dem Artikel handelt es sich um die persönliche Meinung des ursprünglichen Autors (Martin Hagelstrom) und vertritt nicht zwingend die Meinung des Arbeitgebers bzw. die der der BTC-ECHO Redaktion.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Martin Hagelstrom via CoinDesk

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