Bitcoin Core Developer lehnen sich weiter gegen SegWit2x auf

Trotz der diese Woche stattgefundenen SegWit-Aktivierungsperiode, sind die Bitcoin Core Developer nach wie vor gegen die geplante Skalierung der Blöcke.   



Das Bitcoin Core Team kann sich nach wie vor nicht mit dem Kompromiss anfreunden, dass neben ihrer angestrebten SegWit-Umsetzung auch eine Blockvergrößerung von 1 MB auf 2 MB im November stattfinden soll. Eine Vergrößerung der Blockgröße wäre demnach einem Hard Fork der Bitcoin-Blockchain gleichzusetzen, so die Bitcoin Core Developer.

Problematisch ist hier die Ankündigung der Developer, dass der Bitcoin Core Client ab sofort keine Nodes mehr akzeptiert, die auf SegWit2x laufen. Ein Statement, das die Situation alles andere als entspannt.

Schließlich sorgen die Nodes dafür, die Bitcoin-Blockchain immer aktuell zu halten sowie Transaktionen schnell und sicher zu bestätigen. Zusätzlich verfügen die Nodes über eine Art Stimmrecht, das ihnen ermöglicht darüber abzustimmen, welche Eigenschaften das Netzwerk haben soll.

Wenn nun ein Teil der Nodes für SegWit2x-Blöcke ausfällt, dann bedeutet das eine Verlangsamung des Netzwerkes. Das liegt daran, dass dann weniger Nodes vorhanden sind, die den SegWit2x-Code akzeptieren. Ebenfalls wird dadurch der Grad an Dezentralität reduziert.

Auch wenn Bitcoin Core nun SegWit2x den Rücken zukehrt, sollte die Skalierung der Blockgröße im November erfolgreich vonstatten gehen, da immer noch ausreichend Hashingpower für SegWit2x vorhanden ist.

Das größere Problem liegt im Image bzw. der Außenwahrnehmung von Bitcoin. Ein großer Teil der Community setzt auf die Bitcoin Core Software, die auf den Gründer Satoshi Nakamoto zurückgeht. Ein Bruch mit dieser bzw. eine Entwurzelung, würde einen durchaus historischen Wendepunkt für Bitcoin bedeuten. Aus diesem Grund besteht die Gefahr, dass sich einige Marktteilnehmer nicht von dem “wahren” Bitoin Core Client trennen möchten, auch wenn die Mehrheit SegWit2x akzeptiert.

Entsprechend kann dieser Konflikt in den nächsten Wochen und Monaten noch für einige Spannungen an den Märkten und im Bitcoin-Ökosystem sorgen.

BTC-ECHO

Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann hat er Politik und Wirtschaft in Münster studiert und verschiedene berufliche Stationen, etwa in einer der führenden Unternehmensberatungen und im Bundeswirtschaftsministerium, absolviert. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Als Speaker, zuletzt etwa auf dem St. Petersburg International Economic Forum 2017, referiert er über das makroökonomische Potential der Blockchain.

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