Bitcoin, China und die US-Drogenkrise

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Bitcoin, China und die US-Drogenkrise

US-amerikanische Behörden gehen verstärkt gegen chinesische Drogen-Hersteller vor. Diese nutzen Kryptowährungen wie Bitcoin, um ihr Geld zu transportieren. Die gehandelten Waren bestehen unter anderem aus synthetischen Opioiden. Ein Kampf gegen Windmühlen, die ihr Fundament auf US-amerikanischem Boden haben.

Dass sich Bitcoin nicht besonders gut eignet, um Geld zu waschen, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Die Eigenschaft der Blockchain-Technologie, transparent, zensurresistent und pseudonym zu sein, macht Geldflüsse nachvollziehbar und lässt Bitcoin nicht als das geeignete Mittel der Wahl erscheinen.

Bitcoin und der Opioid-Handel

Dennoch scheinen Hersteller, Trafikanten und Vertriebler illegaler Substanzen Bitcoin immer wieder zu nutzen, um ihr erwirtschaftetes Kapital zu transportieren. So teilt das Office of Foreign Assets Control (OFAC) mit, dass chinesische Drogentrafikanten Bitcoin und andere Kryptowährungen nutzten, um Geld auf Bankkonten in Hongkong und China zu überweisen.

Dagegen will die Kontrollbehörde des Finanzministeriums gemeinsam mit dem Treasaury’s Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) vorgehen. Die Kontrollbehörde OFAC will also mit der Ermittlungsbehörde FinCEN, dass Geldwäsche mit Bitcoin durch chinesische Trafikanten bald der Vergangenheit angehören. Sie identifizierte zwei sogenannte Kingpins, Oberhäupter von Drogenringen, Fujing Zheng und Xiaobing Yan. Gemeinsam sollen sie unter anderem das synthetische Opioid Fentanyl sowie Derivate desselben hergestellt haben.

Dazu Sigal Mandelker, Untersekretär der Terrorismus und Finanzeinheit der Behörde:

Die chinesischen Kingpins, die von der OFAC heute benannt wurden, betreiben eine internationale Drogenhandelsoperation, die tödliche Betäubungsmittel herstellt und verkauft. Damit tragen sie direkt zur Krise der Opioidabhängigkeit, -überdosen und Tod in den Vereinigten Staaten bei. Zheng und Yan haben Hunderte von Paketen synthetischer Opioide in die USA verschickt, um Kunden durch Online-Werbung und -Verkauf anzusprechen und kommerzielle Postbetreiber zu benutzen, um ihre Drogen in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Das koordinierte Vorgehen von OFAC und FinCEN mit der US-Polizei nutzt die Behörden des Finanzministeriums, um der tödlichen Krise der synthetischen Opioide zu begegnen, die Amerika heimsucht.


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Um dahingehend ihre „Disruption von Finanztransaktionen zu maximieren“ hätten die beiden Kingpins unter anderem die Kryptowährung Bitcoin verwendet.

Der Kingpin Act und Bitcoin-Drogentrafikanten

Bei den Verstrickungen rund um die beiden Opioid-Trafikanten, die ihre Erlöse mit Bitcoin transportieren, handeln die beiden US-Behörden gemäß dem Foreign Narcotics Kingpin Designation Act:

Sein Zweck ist es, bedeutenden ausländischen Drogenhändlern, ihren verbundenen Unternehmen und ihren Mitarbeitern den Zugang zum US-Finanzsystem zu verweigern und jeglichen Handel und Transaktionen zwischen den Händlern und US-Unternehmen und Einzelpersonen zu verbieten. Das Kingpin-Gesetz ermächtigt den Präsidenten, diese Maßnahmen zu ergreifen, wenn er feststellt, dass eine ausländische Person eine bedeutende Rolle im internationalen Drogenhandel spielt.

Dabei kämpfen die US-Behörden allerdings gegen ein Problem, für das die lokale Pharmaindustrie maßgeblich mitverantwortlich ist.

Die US-Opioid-Krise

Im Jahr 1996 warf das US-amerikanische Pharma-Unternehmen Purdue Pharma das Schmerzmittel Oxycontin auf den Markt, ein starkes Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Oxycodon, welches ein hohes Suchtpotential besitzt. Letzteres verschwieg Purdue Pharma jedoch großzügig und vermarktete ihr Produkt aggressiv. In der Folge zählte das Mittel bald zu den umsatzstärksten Arzneimitteln der Welt.

Nachdem die Gefahr durch das Schmermittel jedoch erkannt worden war, wurde das Medikament bald nicht mehr so freigiebig verschrieben. Dies und die Tatsache des vergleichsweise hohen Preises führte letztlich dazu, dass vom legalen Medikament Süchtige nach und nach dazu übergingen, sich auf dem Schwarzmarkt zu versorgen – das Mittel der Wahl ist hier Heroin.


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Dieses wird zunehmend mit dem (ebenso legalen) synthetischen Opioid Fentanyl versetzt. Das führt letzten Endes zu den von Sigal Mandelker angesprochenen Problemen der „Sucht, Überdosen und Tod“.

Ein tiefgreifendes Problem

Diese Chemikalie war es letztlich auch, die die beiden chinesischen Kingpins vertrieben und sich dafür offenbar in Bitcoin bezahlen ließen. Der Fall zeigt wiederum: Die USA hat deutlich größere Probleme als Bitcoin. Auch wenn die Behörden es schaffen sollten, den Einfluss ausländischer Drogenhändler einzudämmen, bleibt die Krise innerhalb des Landes bestehen. Denn die Behörden kämpfen hier gegen ein Problem, das auf US-amerikanischem Boden entstand und dort auch ausgetragen wird.

Der Kingpin Act und der damit einhergehende Kampf gegen ausländische Drogentrafikanten erscheint hier als Symptombekämpfung. Ähnlich dem erfolglosen War on Drugs verschwendet man hier Milliarden an US-Dollar, anstatt die Wurzeln der Probleme zu suchen und Präventionsmaßnahmen zu fördern.

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