Bitcoin: Die BitLicense meldet sich zurück und lässt noch einige Fragen offen

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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Quelle: © vege, Fotolia

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Das New York Department of Financial Services (NYDFS) hat diese Woche eine aktualisierte Fassung der New York BitLinces veröffentlicht und machte damit einen weiteren wichtigen Schritt Richtung eines eigens regulierten Rechtsrahmen für digitale Währungen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Mark Preuss

Die BitLicense ist ein Gesetzesentwurf der die rechtlichen Fragen für Unternehmen im Umgang mit digitalen Währungen klären soll. Nach der Veröffentlichung der ersten Fassung herrschte zunächst blankes Entsetzen in der BitCoin-Community und der Bundesstaat New York drohte die Abwanderung wichtiger Bitcoin-Unternehmen. Ben Lawsky, der Verfasser der BitLicense hat sich die “Panik” zu Herzen genommen und führte 30-tägige Diskussionsrunden ein, die es den Unternehmen erlauben ihre Kommentare zu den veröffentlichten Fassungen abzugeben.

Während es in den letzten Wochen sehr ruhig um die BitLicense geworden ist und sich die Bitcoin-Community bereits den Kopf darüber zerbrochen hat, welche Auswirkung die Bitlicense nun auf die Bitcoin-Branche haben wird, wurde jetzt am 04. Februar eine neue Fassung veröffentlicht.


Unterm Strich lobte die Community die NYDFS bisher für die Bereitschaft das Feedback aus der Industrie in die BitLicense mit einfließen zu lassen. Dennoch gibt es auch jetzt noch einige Lücken und Ungereimtheiten die bei einigen für Verunsicherung sorgen.

Das Non-Profit Forschungsunternehmen CoinCenter hat die bisher längste Reaktion auf die neuste Fassung veröffentlicht und die BitLicense genauer unter die Lupe genommen. Auch wenn Coin Center die Agentur generell lobte, kritisierte sie gleichzeitig den Ansatz, dass alle Unternehmen die eine digitale Währung ausgeben wollen, in den Geltungsbereich der Lizenz fallen sollen.

Die Autoren Jerry Brito und Peter Van Valkenburgh schrieben:

“Der NYDFS hat sich offen für Kritik und Feedback gezeigt und das sollte von der Community gelobt werden. Aus der neuen Fassung der BitLicense geht ganz klar hervor, dass die Kommentare zu der alten Fassung mit eingeflossen und teilweise auch umgesetzt wurden.”

Selbst wenn es noch einige Herausforderungen zu bewältigen gibt, scheint es so als ob das Ende der BitLicense Debatte naht und dass sie das Interesse und das Wachstum der Industrie vorantreiben kann. Dennoch, auf dem Weg zur endgültigen Fassung wird es jetzt nochmal eine 30-tägige Feedback-Session geben die es der Community erlaubt ihre Kommentare zur derzeitigen Fassung einzureichen. Danach soll der Entwurf zum Gesetz werden.

Einen etwas kritischeren Blick hat der Circle CEO Jeremy Allaire auf die BitLicense geworfen. Das Unternehmen hat erst kürzlich bei einer Investitionsrunde 26 Millionen US-Dollar erhalten.

“In dem gesamten Dokument gibt es noch viele Klauseln, die verschiedene Angelegenheiten nicht komlett klären konnten und viele Fragen offen lassen. Diese Klauseln gilt es dringend zu vervollständigen und zu klären,” so Allaire. “Der Mangel an Spezifität und die vielen offenen Fragen erzeugen ansonsten ein Klima der Ungewissheit das die Innovation bremst und sich mehr auf das Mindern von Risiken fokussiert.”

Allaire äußerte seine Kritik, obwohl er gleichzeitig der Auffassung ist, dass die neuste Fassung eine Vielzahl signifikanter  und wichtiger Veränderungen beinhaltet. Er sagt auch die BitLicense sei ein wichtiger Schritt Bitcoin endgültig in das Finanzsystem integrieren zu können.

Sehr optimistisch äußerten sich die beiden Winkelvoss Zwillinge und Gründer der in New York ansässigen Bitcoin-Börse Gemini:

“Die neue Fassung zeigt ganz klar das Engagement des Bundesstaates New York das Zentrum der Finanzwelt zu sein – sowohl für Fiat- als auch für digitale-Währungen.”

Ausnahmen für nicht finanzielle Bitcoin-Technologien

Bemerkenswert ist der Ausschluss von Unternehmen, die nur das Protokoll, also die Blockchain für nicht nicht-finanzielle Anwendungen nutzen wollen. Diese Unternhemen werden nicht unter die BitLicense fallen.

Diese Bestimmung wurde zuvor von Mitgliedern der Bitcoin-Industrie zitiert, darunter auch Allaire und die Winkelvoss Zwillinge. Insbesondere fokussierten sich aber auch die Crypto 2.0 Unternehmen auf diese Bestimmung.

Taariq Lewis, CEO der Bitcoin und Gold Handelsplattform DigitalTangible zeigte sich erfreut darüber, dass die Verbreitung von Software nicht von der BitLicense betroffen ist:

“Wir verdauen das gerade zwar noch alles, aber wird denken dass diese Klausel DigitalTangible von den behördlichen Auflagen der BitLicense befreien wird und wir beruhigt weitere Sofware Lösungen entwickeln können.”

Solche Interpretationen der BitLincense könnte das Interesse der Investoren weiter auf sich ziehen und das Investment in nicht-finanzielle Anwendungen (Crypto 2.0) der Blockchain weiter anspornen. Ein Trend den wir bereits in 2014 beobachten konnten.

Definition von digitalen Währungen

Auffällig ist auch die neue Definition digitaler Währungen in der neusten Fassung. Digitale Währungen werden jetzt als “digitale Einheiten jeder Art” beschrieben. Die genaue Definition lautet wie folgt:

“Eine Virtuelle Währung ist jede Art der digitalen Einheit, die als Tauschmittel oder eine Form von digital gespeicherten Werten verwendet werden kann oder in ein Zahlungssystem integriert ist. Virtuelle Währungen umfassen digitale Einheiten, die ausgetauscht werden können und, die (1.) über einen zentralen Administrator verfügen; (2.) dezentral sind und keinen zentralen Administrator haben; oder (3.) durch Berechnung mit einem Computer erstellt werden können.”

 Kosten einer BitLicense

In der neuen Fassung wurde auch der Preis für das erstmalige einreichen eines Antrags für die BitLicense bekannt gegeben. Der Preis des Antrages wird sich auf 5.000 US-Dollar belaufen. Begründet wurde der Preis mit dem Aufwand der NYDFS zur Prüfung der eingereichten Anwendung.

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BTC-Echo

Abgeänderte Version (Englische Originalfassung von Pete Rizzo via CoinDesk)

Image Source: Fotolia


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