Bitcoin-Befürworter Antonopoulos: „Blockchain ist Bullshit“

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Quelle: Stamp bullshit via Shutterstock

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Auf dem polnischen Bitcoin-Kongress am 12. Mai in Warschau sprach sich Andreas Antonopoulos leidenschaftlich für Bitcoin aus. Die Blockchain hingegen sei in seinen Augen „Bullshit“ und ohne Kryptowährungen nicht zu gebrauchen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Phillip Horch

Andreas Antonopoulos, der sich 2014 mit seinem Buch „Mastering Bitcoin“ einen Namen gemacht hatte, gilt als Bitcoin-Befürworter. Unkonventionell ausgedrückt schätzt er die „Sonderbarkeit“ Bitcoins und die Fähigkeit, mittels seiner Dezentralität die großen Unternehmen vor den Kopf zu stoßen.

Sonderbare Leute investieren in Bitcoin

In seiner Rede vom 12. Mai auf dem Bitcoin-Kongress in Warschau verglich Antonopoulos Bitcoin mit der Gentrifzierung. Im eigentlichen Wortsinn bezeichnet Gentrifizierung den strukturellen Wandel großstädtischer Viertel, der diese für ein neues Klientel attraktiver machen soll. In der Praxis kommt es in der Regel zu einer Wandlung der coolen, kreativen, sonderbaren Wohngegenden hin zu überteuerten, langweiligen Luxuswohngebieten. Die Zensur, die meist von großen Unternehmen ausgehe, sei der Beginn einer solchen Gentrifizierung, die Sonderbares langweilig mache, so Antonopoulos. Dieses Phänomen sehe er ebenso im Internet. Als Beispiel führte er hier Facebook an. Während die Großeltern, die dort gern mit ihren Enkeln Kontakt aufnehmen wollen, sich einen Facebook-Account erstellen, wandern die jungen Leute aufgrund dieser „Überalterung“ eher ab. Die Brücke zum Bitcoin schlägt Antonopolous hier über die Blockchain:

„Der Grund, weshalb Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, interessant sind, ist, dass sie nicht kontrolliert sind, dass sie nicht zensiert werden können und dass sie öffentlich sind. Und weil die involvierten Menschen sehr, sehr sonderbar sind […] Sie haben sonderbare Vorstellungen von Privatsphäre und Freiheit. Wegen dieser sonderbaren Leute bin auch ich in Bitcoin involviert.“

Wenn man diese Aspekte Bitcoins jedoch entfernen würde, bliebe nur die Blockchain übrig, eine „sterile, ausdruckslose, unbenutzte Umgebung.“ Ohne diese „Sonderbarkeiten“ Bitcoins wäre die Blockchain bloss eine „leere Hülle“. In Antonopoulos‘ Augen ist die Blockchain im Grunde nur eine „sehr langsame Datenbank“. Was der Befürworter Bitcoins womöglich vergessen mag, ist, dass Kryptowährungen wie Bitcoin ohne Blockchain nicht denkbar wären.

Wette um die Zukunft der Blockchain


Ähnlich Töne waren wenige Tage auch auf der Consensus in New York zu hören. Dort meinte Jimmy Song bezüglich der Blockchain: „Ich sehe nicht viel von diesem Zeug Bodenhaftung gewinnen. Bitcoin ist die wirkliche Innovation hier.“ Song ging soweit, mit Joe Lubin, dem Gründer des Ethereum-Start-Ups Consensys, zu wetten, ob die Blockchain eine Zukunft habe. Die Ernsthaftigkeit dieser Wetter darf allerdings bezweifelt werden, gerade weil Song Partner des Unternehmens Blockchain Capital ist.

BTC-ECHO


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