Binance-Report: Schleichende Entkopplung von Bitcoin?

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die Bitcoin-Börse Binance hat in einer neuen Studie die Korrelationen unter Krypto-Assets unter die Lupe genommen. Die Analysten stellten dabei für die letzten drei Monate eine hohe Korrelation bezüglich der Returns in US-Dollar fest. Nominal in BTC ausgedrückt sank die Korrelation der Renditen hingegen. Als eine mögliche Ursache dafür nennt Binance die wachsende Verwendung von Stable Coins. 

Bitcoin ist nach wie vor der Leithammel im Krypto-Gehege. Das wurde durch eine Studie der Bitcoin-Börse Binance abermals deutlich. Die Ersteller des am 20. März veröffentlichten Berichts untersuchten verschiedene Korrelationen der 30 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Dabei entstand folgende Tabelle:


Quelle: Binance Research, Coinmarketcap

Ab einem Wert von 0,5 beginnt man, von einer starken positiven Korrelation zu sprechen. Je höher dieser Wert, desto eher bewegen sich die Kurse der untersuchten Assets in die gleiche Richtung. Umgekehrt bedeutet eine niedrigere Korrelation eine größere Unabhängigkeit zweier Assets. Eine negative (oder Anti-)Korrelation bedeutet indes, dass sich Kurse in entgegengesetzte Richtungen bewegen. Werte von unter -0,5 beschreiben eine starke negative Korrelation. Die meisten Altcoins weisen eine starke Korrelation zu Bitcoin auf. Jedoch gibt es verschiedene Faktoren, die diese Korrelation aufweichen können.

Der folgende Chart zeigt die starke Korrelation zwischen Bitcoin (gelb) und Cardano (blau) hinsichtlich ihrer in US-Dollar nominerten Renditen. Die violette Linie zeigt dagegen den nur schwach mit BTC korrelierenden WAVES-Kurs.

BTC/USD (gelb) ADA/USD (blau) WAVES/USD (violett)

Die über den betrachteten Zeitraum schwache Korrelation zwischen BTC und WAVES ist eine Folge von dessen Kursexplosion im Dezember, welche wiederum mit dem erfolgreichen Funding der Vostok-Plattform in Zusammenhang steht. Weitere Kryptowährungen, die in dieser Zeit nur schwach mit Bitcoin korreliert haben, sind TRX, BNB und BSV. Dahinter stehen jeweils, wie Binance sie nennt, „idoysynkratische“ Faktoren.

Der Binance-Effect?

Für Kursausreißer bei TRX hat etwa der Initial Coin Offering (ICO) für den Bittorent Token (BTT) gesorgt. Dieser wurde über das neue Launchpad von Binance abgewickelt, BTT konnte hier gegen TRX oder BNB erstanden werden. Auch der Binance-eigene BNB Token korrelierte nur schwach mit dem Branchenprimus Bitcoin. Als Grund vermuten die Analysten zwei erfolgreich über das Binance Launchpad abgewickelte ICOs sowie den Start des Testnets der Dezentralen Exchange (DEX) von Binance.

Ein anderes Bild erhält man mit der Korrelation unter den Altcoins, wenn man die jeweiligen Renditen in BTC zugrunde legt. Im Report heißt es dazu:

Die Korrelation der Kryptoasset-Renditen auf der Grundlage von BTC-Kursen (d. h. Bitcoin-angepasste Renditen) zeigt deutlich niedrigere Korrelationen zwischen Kryptoassets im Vergleich zu Korrelationen zwischen denselben Coins in USD-Renditen (die durchschnittliche Korrelation sinkt von 0,67 auf 0,20).

Die nachfolgende Tabelle illustriert dies:

Trotzdem macht sich auch hier der Einfluss idiosynkratischer Faktoren bei BNB, WAVES, BSV und TRON bemerkbar. Die niedrigen Werte von XTZ, DOGE und MKR könnten sich aus dem Umstand ergeben, dass diese Kryptowährungen nicht auf Binance gehandelt werden. Die Rede ist hier vom „Binance Effect“. Die Daten der Bitcoin-Börse dienten als Berechnungsgrundlage.

Welche Rolle spielen die Stable Coins?

Die Handelsvolumina von Stable Coins konnten in den vergangenen Monaten einen regelrechten Boom verzeichnen. Wie sich das auf die Struktur des Krypto-Markts ausgewirkt hat, bildete einen zweiten Schwerpunkt in dem Binance-Bericht. Binance geht davon aus, dass die wachsende Korrelation US-Dollar notierter Kryptowährungsrenditen in erster Linie eine Begleiterscheinung des (vermeintlichen) Bärenmarkts ist. Allerdings soll auch die wachsende Beliebtheit von Stable Coins ihr Quäntchen in die Waagschale geworfen haben. So heißt es im Report:

Während der Bärenmarkt die offensichtlichste Erklärung für die Zunahme der Krypto-Asset-Korrelationen (unter Verwendung von USD-Renditen) zu sein scheint, hat die erhöhte Verfügbarkeit von Stable-Coin-Handelspaaren und -Listings, wie in unserem letzten Bericht veranschaulicht, zu einem wesentlichen Anstieg des Anteils des Stable-Coin-Handelsvolumens am gesamten Krypto-Asset-Handelsvolumen geführt. Dies könnte ein weiterer Faktor sein, der bei der Bewertung von Korrelationen aus den heutigen Krypto-Asset-Märkten zu berücksichtigen ist.

Wer sich indes einen Überblick über die Korrelation zwischen Krypto- und traditionellen Märkten verschaffen will, erhält diesen zuverlässlich und aus erster Hand jeden Sonntag in unserer von Dr. Philipp Giese betreuten Kolumne Krypto- und traditionelle Märkte.

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