Binance: Policy-Änderung nach überteuertem Syscoin-Verkauf

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

Quelle: Binance Coin (BNB) cryptocurrency website displayed on Huawei Y6 2018 smartphone via Shutterstock

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Am 3. Juli wurde auf Binance ein Syscoin im Wert von 25 US-Dollar-Cent gegen 96 Bitcoins mit einem Gegenwert von etwa 624.000 US-Dollar getauscht. Dies löste eine Panik aus, da hinter der Transaktion ein Hack vermutet wurde. Die Börse reagierte prompt mit einer temporären Schließung und änderte sogar ihre Policy: Künftig soll es einen speziellen Sicherheitsfonds namens Secure Asset Fund for Users (SAFU) geben, der in Extremfällen die Nutzer vor Verlusten schützt. 

Der Trade der 96 Bitcoins war wohl nur die Spitze des Eisberges. Offenbar gab es mehrere ‚ungewöhnliche‘ Trades, denen ein Hack von API-Schnittstellen zugrunde liegen könnte. API steht für „Application Programming Interface“ und bezeichnet die Schnittstellen, mit dem externe Programme sich an ein bestehendes Softwaresystem anbinden können. Dies tun beispielsweise Trading-Bots bei einer Handelsplattform wie Binance. Externe Programmierer erhalten hierfür sogenannte API-Keys, die ihnen den Zugang ermöglichen. Als Reaktion auf die vermutlich illegalen Trades wurden alle bestehenden API-Keys nun von Binance für ungültig erklärt und externe Programmierer müssen sich neue Keys generieren.

Illegale Trades rückgängig gemacht, Opfer entschädigt

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Auch die ‚ungewöhnlichen‘ Trades – inklusive des Handels mit den 96 Bitcoins – hat man rückgängig gemacht. Die potentiellen Opfer sind somit komplett entschädigt.

Unbekannt ist, ob die 96 Bitcoins bereits abgehoben wurden und Binance somit auf den Verlusten sitzen bleibt. Als weltweit größte Handelsplattform wird Binance den noch vergleichsweise geringen Verlust allerdings verschmerzen können. Um sich und die User künftig vor derartigen Attacken zu schützen, wurde nun der erwähnte „Secure Asset Fund for Users“ (SAFU) ins Leben gerufen. 10 Prozent der Trading-Gebühren fließen hierfür in ein speziellen Topf, der in Extremfällen Binance helfen soll, Opfer von Hacks zu entschädigen.

Als weitere Entschädigung werden alle API-User, bei denen es zu Problemen kam, bis zum 14. Juli ohne Trading-Gebühren handeln können. Auch alle anderen Binance-User erhalten im selben Zeitraum einen 70 Prozent Rabatt auf alle Trades, den sie sich in BNB auszahlen lassen können.

Das Binance-Team nahm zu dem Vorfall ebenfalls Stellung:

„Im ersten Jahr ist unsere Handelsplattform rasant gewachsen. Doch dieses enorme Wachstum bringt auch Probleme mit sich. Wir werden uns diesen stellen, aus ihnen lernen und uns stetig verbessern. Uns ist klar, dass wir auch künftig immer wieder und wieder getestet werden. Wir glauben jedoch, dass jede Herausforderung uns noch weiter stärkt. Nur wenn wir alle gemeinsam kämpfen, können wir die Krypto-Industrie nach vorne bringen.“

BTC-ECHO

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