Bank of England verwirft eigene Kryptowährung

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/bank-england-royal-exchange-london-uk-296360801?src=x3reP3zsKaZdZexZAjsU4g-1-4

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Dem Financial Times Adviser teilte die Bank of England gestern mit, die Pläne zur Emission einer eigenen Kryptowährung habe man endgültig zu den Akten gelegt. Die Verantwortlichen befürchten ansonsten erhebliche negative Auswirkungen auf das britische Finanzsystem, was dadurch destabilisiert werden könnte.

Noch im Sommer 2016 wurden von der Londoner Zentralbank Forschungsergebnisse veröffentlicht, wonach eine eigene Digitalwährung das Bruttoinlandsprodukt Großbritanniens positiv beeinflussen könnte. Die Nachvollziehbarkeit der Transfers erhöhe zudem die Transparenz der Geldkreisläufe. Die Banken Großbritanniens hingegen äußerten vorletztes Jahr ihre Bedenken, große Mengen Kapital an diesen neuen Markt zu verlieren.

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Die Bekanntgabe der Entscheidung kommt drei Tage nach der Ankündigung, dass eine Forschungseinheit der britischen Zentralbank damit beschäftigt sei, eine eigene Kryptowährung zu prüfen, die eng an das Britische Pfund gekoppelt sein sollte. Die Forschungsergebnisse werden frühestens in einem Jahr erwartet.

Nach Angaben des Sprechers gegenüber dem FT Adviser habe man die Pläne aufgegeben, weil dadurch die Bürger statt mit ihren Girokonten zumeist auf Transfers per Kryptowährung ausweichen könnten. Auch könnten die Konsumenten im Fall einer staatlichen Digitalwährung dazu übergehen, ihre Einkäufe nicht mehr auf dem herkömmlichen Weg zu bezahlen. Sofern die Banken über keine Finanzmittel mehr verfügen würden, wäre auch kein Geld mehr für Kredite vorhanden, was erhebliche negative Konsequenzen nach sich ziehen würde. Sofern die Mehrheit der Briten das herkömmliche Fiatgeld nicht mehr nutzen sollte, könne man den Kurs des Britischen Pfundes auch nicht mehr per Zinssenkungen oder Zinsanhebungen steuern. Es bestehen Bedenken, inwieweit man den Kurs einer eigenen Kryptowährung überhaupt beeinflussen kann. Außerdem befürchte man dadurch die Kontrolle über das Britische Pfund einzubüßen. Dies gelte es zu verhindern, zumal die Steuerung der regulären Währung derzeit mit einfachen Mitteln gelingt. Im Fall von Zinsanhebungen werden automatisch alle neuen Kredite teurer und die Konsumbereitschaft der Bevölkerung nimmt dadurch ab.

Kürzlich erklärte der Chef der Zentralbank, Mark Carney, gegenüber der Presse, dass Digitalwährungen grundsätzlich kein Risiko für die internationale Finanzstabilität darstellen würden. Zwar seien die Kursgewinne im Dezember des Vorjahres „signifikant“ gewesen, allerdings würden diese den enormen Schwankungen von Aktien oder anderen spekulativen Warentermingeschäften stark ähneln. Zwar sollen die Forschungen zum Thema Bitcoin & Co. weiter laufen, doch nicht mehr mit der Absicht, irgendwann eine eigene Digitalwährung auszugeben.

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