Bank Of England: Chefökonom befürwortet Nationale Digitale Währung

Bank Of England: Chefökonom befürwortet Nationale Digitale Währung

Der Top Wirtschaftswissenschaftler der Bank of England hat den Vorschlag unterbreitet, dass eine digitale Währung die auf Bitcoin basiert, die Probleme der Geldpolitik lindern könnte.

Andrew Haldane, Chefökonom der UK Zentralbank und Geschäftsführer für finanzielle Analysen und Statistiken, sprach am 18. September bei der Portadown Handelskammer in Nordirland. Während seiner Rede bot Haldane mehrere Wege an, mit denen Zentralbanker eine Geldpolitik in einer Zeit durchführen können, in denen Zinsraten nah oder unter null sind.

Haldane schlug vor, dass Zentralbanker Methoden wie Quantitative Lockerung zu einem bleibenden Teil ihrer Währungspolitik machen könnten. Dennoch, so warnte er, könnte dadurch das Vertrauen in die Zentralbank als Ergebnis geschädigt werden.

Eine Lösung für die Bank of England, so sagte er, wäre eine staatlich-gedeckte digitale Währung auf Basis des Bitcoin sein. Ein negativer Zinssatz auf Papiergeld relativ zur digitalen Währung würde dies unterstützen. Im Gegenzug, so Haldane, würde Papierwährung komplett gesperrt werden.

Beim Thema Bitcoin trat Haldane nun einem wachsenden Kreis von Zentralbankern bei, die auf die Vorteile des Bitcoin, und viel mehr, auf Blockchain-basierte Transaktionssysteme zeigen. Er sagte in seiner Rede:

„Was ich denke ist, das ist jetzt vollkommen klar, dass das verteilte Zahlungssystem, das durch den Bitcoin verkörpert wird, echtes Potenzial besitzt. Allem Anschein nach löst es ein tiefes Problem der Geldwirtschaft: Wie man Vertrauen – das Grundelement des Geldes – in einem verteilten Netzwerk aufbaut. Bitcoins ‚Blockchain‘ Technologie scheint eine einfallsreiche Lösung zu einem verbreiteten Vertrauensproblem zu sein.“

Doch noch ist die Entscheidung eine digitale Währung zu nutzen, die von der Bank of England gedeckt wird, nicht ganz durchdacht, so Haldane.

„Ob eine Variante dieser Technologie die Zentralbank dabei unterstützen könnte ihre digitale Währung herauszugeben ist immer noch eine offene Frage“ sagte er. „Genauso ob die Öffentlichkeit dies als Ersatz für Papiergeld akzeptieren würde. Digitale Währungen von Zentralbanken werfen auch große logistische und verhaltensspezifische Fragen auf. Wie wird das in der Praxis aussehen? Welche Sicherheits- und Datenschutzrisiken würden aufkommen? Und wie würden öffentliche und private Geldmittel miteinander interagieren?“

„Diese Fragen werden keine einfachen Antworten haben“, fügte er hinzu, bevor er betonte, dass Wissenschaftler der Bank of England zurzeit an solchen Vorhaben arbeiten.

BTC-Echo
Englische Originalfassung von Stan Higgins via coindesk.com
Image Source: Aleem Yousaf (Bank Of England, City of London) via flickr.com (CC)

Über Danny de Boer

Danny de BoerAls Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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