Bakkt stellt Maßnahmen für Verwahrung von Einlagen vor – Start von Bitcoin Futures unbekannt

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Quelle: Shutterstock

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In einem Blog-Beitrag auf Medium erörtert Adam White, seines Zeichens Chief Operating Officer (COO) bei Bakkt, den Status quo in Sachen Bitcoin Futures. Eines wird klar: In puncto Sicherheit meint es das New Yorker Start-up ernst.

Krypto-Bullen nehmen „die Ankunft institutioneller Investoren“ gerne zum Anlass, das Narrativ stetig steigender Kurse weiter zu nähren. Denn der Krypto-Markt, so die Argumentation, sie derzeit allen voran von krypto-affinen Kleininvestoren geprägt. Hier offenbart sich der Unterschied zum klassischen Finanzsektor. Schließlich machen institutionelle Investoren wie Banken oder Investment Fonds dort den überwiegenden Teil des investierten Volumens aus.

Die Gründe für den zögerlichen Einzug professioneller Anleger in den Krypto-Markt – trotz Traumrenditen – sind vielfältig. Zum einen existiert eine Reihe von Missverständnissen über den Nutzen von Bitcoin & Co. – Vorurteile halten sich bekanntlich hartnäckig. Zum anderen sind die Möglichkeiten, auf ein reguliertes Marktumfeld zurückzugreifen, schlicht rar gesät. Kurzum: Diejenigen, die ihr Wertpapierportfolio um Bitcoin erweitern wollen, können derzeit lediglich auf die zwei Chicagoer Wertpapierbörsen CME und Cboe zurückgreifen. Auch die immer wiederkehrenden Meldungen über Fund-Verluste von Krypto-Börsen wie QuadrigaCX schrecken institutionelle Anleger ab.

Bakkt weckt Hoffnungen

Daran scheint sich jedoch langsam etwas zu ändern. So verknüpfte die Bitcoin-Gemeinde die Gründung von Bakkt, einem Krypto-Ableger der Intercontinental Exchange (ICE), mit großen Erwartungen. Schließlich handelt es sich bei der ICE um einen namhaften Börsenkonzern, der unter anderem die renommierte New York Stock Exchange unter seinen Fittichen hat.


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Seit der Gründung im Sommer 2018 hat es Bakkt daher immer wieder in die Schlagzeilen geschafft – nicht zuletzt aufgrund der ambitionierten Pläne, die ersten physischen Bitcoin Futures anbieten zu wollen. Ursprünglich war der Start des Bitcoin-Derivats für Anfang 2019 angekündigt; doch daraus wurde vorerst nichts. Nun ist der Start zwar auf unbekannte Zeit verschoben. Stillstand ist bei Bakkt indes nicht zu beobachten. So konnte das New Yorker Start-up in einer Funding-Runde sage und schreibe 182 Millionen US-Dollar einsammeln. Wie wir berichteten, gehört zu den Investoren niemand Geringeres als Microsoft.

Einlagen sind SAFU

Einem neuen Blog-Eintrag vom 29. April seitens Bakkt-COO Adam White ist nun zu entnehmen, wofür das Unternehmen die Kapitalspritze einzusetzen gedenkt. Es lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Sicherheit.

Denn die kryptographische Struktur von Kryptowährungen wie Bitcoin kann Besitzverhältnisse zwar eindeutig definieren. Sie macht Verwahrer aber auch anfällig für Angriffe, die im Totalverlust der Kundeneinlagen resultieren können. Dies haben Fälle wie Mt.Gox, Quadriga und Konsorten hinlänglich bewiesen.

Maßnahmenpaket vorgestellt

Und so stellt White eine ganze Reihe von Maßnahmen vor, welche die Sicherheit der physisch hinterlegten Bitcoin garantieren sollen. Um es vorwegzunehmen: In puncto Sicherheit praktiziert Bakkt Best Practice.

  • Bakkt will eine Kombination aus Warm und Cold Wallets nutzen. Nur Mittel , die unmittelbar vor der Auszahlung stehen, befinden sich auf der Warm Wallet. Der Großteil der Einlagen wird auf einer versicherten Offline Wallet verwahrt.
  • Beide Typen sind durch Multi Signature gesichert.
  • Die Private Keys sind mittels Sharding zerstückelt und geographisch verteilt.
  • Diese wiederum sind in Tresoren des Vermögensverwalters BNY Mellon abgelegt.
  • Kein Bakkt-Angestellter kann Einlagen eigenständig bewegen.

All diese Maßnahmen trifft Bakkt in der Hoffnung, den lang ersehnten Titel einer so genannten „Trust Company“ seitens des New York Department of Financial Services verliehen zu bekommen. Sodann könnte das Start-up als erster Finanzdienstleister der Welt ein vollumfänglich reguliertes Marktumfeld mit dem Handel von Bitcoin und Bitcoin-Derivaten wie Futures anbieten. Vor diesem Zusammenhang ist auch die neuste Akquise von Bakkt zu sehen: Die Digital Asset Custody Company ist ab sofort Teil des Unternehmensumfelds, wie White mitteilt.

Mit all diesen Maßnahmen will die ICE-Tochter dem Krypto-Markt zu mehr Professionalität und vor allem auch Effizienz verhelfen.

Bis es soweit ist, muss sich das Großkapital allerdings noch ein wenig gedulden. Der Start der Bitcoin Futures ist auf unbekannte Zeit verschoben.


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