Bakkt: Bitcoin Futures kommen im November

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Computercode und das Schriftzeichen Bakkt

Quelle: shutterstock, PR

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Der Kurs des Bitcoin sowie der meisten seiner Kollegen aus der alternativen Ecke befindet sich nach wie vor in der Seitwärtsbewegung. Der Markt riecht nach wie vor mehr nach Bär als nach Bulle. Das könnte sich im November ändern. Nach den Plänen von Bakkt soll dann der Handel mit physisch hinterlegten Bitcoin Futures ermöglicht werden. 
Bitcoin Futures? Gibt’s doch schon!

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Bitcoin Futures? Gibt’s doch schon!

Bekannterweise sind Bitcoin Futures bereits ein alter Hut – zumindest in der Krypto-Zeitrechnung. Schließlich hat CBOE bereits am 10. Dezember vergangenen Jahres erstmals den Handel mit Futures ermöglicht – und damit CME seinerzeit ein Schnippchen geschlagen. Der Bitcoin-Kurs, der sich ohnehin bereits im Aufwärtstrend befand, reagierte damals auf die CBOE-Ankündigung mit einem elektrisierenden Kurssprung von rund 11.500 US-Dollar (4.12.2017) auf rund 16.800 US-Dollar (5.12.2017). Als einige Tage später die Konkurrenz von CME ihre Terminkontrakte auf den Markt warf, durchbrach der Kurs die 20.000-US-Dollar-Marke.

Eine derartige Signalwirkung ging von der Bakkt-Ankündigung am 3. August indes nicht aus. Und das, obwohl es zwischen den Bitcoin Futures von Bakkt und den von CBOE bzw. CME angebotenen Futures einen entscheidenden Unterschied gibt: Die Futures-Verträge von Bakkt sollen „physisch“ unterlegt sein.

Bitcoin wechseln die Besitzer


Futures, auch Terminkontrakte, sind generell Vereinbarungen zum Kauf oder Verkauf eines Handelsgegenstandes zu einem bestimmten (zukünftigen) Zeitpunkt und zu einem vorher vereinbarten Preis. Man hat dabei die Wahl zwischen zwei Positionen: der Long Position und der Short Position. Bei ersterer verpflichtet sich man sich zum Kauf des Assets (des Handelsgegenstands) bei Ablauf des Vertrages. Entsprechend bedeutet die Short Position eine Verpflichtung zum Verkauf des Assets zum festgelegten Zeitpunkt.

Bei Bitcoin Futures handelt es sich nun um Terminkontrakte, bei denen das zugrunde gelegte Asset der Bitcoin ist. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass nach Ablauf eines Vertrags Bitcoin den Besitzer wechseln. So handelt es sich bei den bisher verfügbaren Futures ausschließlich um Terminkontrakte mit Barausgleich (cash settlement), die auf den Kurs des Bitcoin wetten.

Anders verhält es sich mit den Bitcoin Futures von Bakkt: Hier handelt es sich um Terminkontrakte, bei deren Erfüllung das Asset (hier: Bitcoin) bzw. das Besitzrecht daran den Besitzer wechselt. Das heißt, die Short Position verpflichtet sich dazu, nach Ablauf des Vertrags der Gegenpartei die vorher festgelegte Menge Bitcoin zum vorher vereinbarten Preis zu verkaufen und „physisch“ (sofern man bei Bitcoin davon sprechen kann) zu übermitteln. Sollte der Bitcoin-Kurs zu diesem Zeitpunkt höher liegen als der vereinbarte Preis, hat die Short Position Verlust gemacht. Entsprechend gut war der Deal für die Long Position.

Bakkt verspricht hohe Marktintegrität

Am 25. September wurde Bakkt auf Twitter konkret:

„Unsere ersten Verträge werden physisch übertragende Bitcoin-Terminkontrakte gegen Fiatwährungen wie USD, GBP und EUR sein. Wenn man zum Beispiel einen USD/BTC Futures-Vertrag kauft, führt das zu einer täglichen Übertragung von einem Bitcoin auf das Konto des Kunden.“

Das Ganze soll sich in einem höchst regulierten Umfeld abspielen. Damit will Bakkt bei institutionellen Investoren die Hemmschwelle für den Eintritt in den Krypto-Markt senken. Darüber hinaus soll der Verzicht auf Margin-Trading für zusätzliche Marktintegrität sorgen. So beschrieb Bakkt-CEO Kelly Loeffler am 20. August in einem Medium-Post die Vorteile der Bitcoin-Futures:

„Insbesondere ist der Kauf und Verkauf von Bitcoin mit unserer Lösung vollständig abgesichert bzw. vorfinanziert. Daher wird unser neuer täglicher Bitcoin-Kontrakt nicht auf Marge gehandelt, es wird keine Hebelwirkung genutzt und auch nicht die Möglichkeit geschaffen, einen Papieranspruch auf einen Sachwert zu erheben. Dies unterstützt die Marktintegrität und unterscheidet unsere Bemühungen von bestehenden Futures- und Krypto-Börsen, die Margen, Leverage und Cash Settlement ermöglichen. In Verbindung mit einer sicheren, regulierten Warehouse-Lösung kann man sehen, wie diese Marktinfrastruktur mehr Institutionen und Verbrauchern helfen kann, an der Anlageklasse teilzunehmen.“

Die Einführung der Futures könnte den Kurs aus seinem verfrühten Winterschlaf erwecken – bislang zeigt sich der Kurs jedoch noch unbeeindruckt. Gut möglich, dass die Lehren aus dem vergangenen Jahr in den Investoren-Ohren noch nachklingen.

BTC-ECHO


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